„Arbeit an der Basis“ bei PI Kaufbeuren

Markus Mükusch ist stellvertretender Polizeiinspektions- und Verfügungsgruppenleiter

Markus Mükusch PI Kaufbeuren
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Markus Mükusch freut sich, die Stelle als Verfügungsgruppenleiter und stellvertretender Inspektionsleiter bei der Kaufbeurer Polizei bekommen zu haben.
  • vonSelma Höfer
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Kaufbeuren – Für seinen Vorgänger war die Zeit als stellvertretender Inspektionsleiter auf ein halbes Jahr befristet. Markus Mükusch möchte den Posten, neben seiner Stellung als Verfügungsgruppenleiter, deutlich länger behalten. Für den gebürtigen Kaufbeurer ist es wie eine Heimkehr. Darüber, seine Aufgaben und Ziele bei der hiesigen Polizei sprach der Neue im Team mit dem Kreisbote, nachdem er zum 1. April seinen Dienst antrat. 

Der Gesamtsituation geschuldet begann Mükusch seinen Dienst ganz ohne feierlichen Rahmen. Was seiner Freude über die Stelle bei der Kaufbeurer Polizei jedoch nicht schmälerte. In der Buronstadt geboren, aufgewachsen und wohnhaft, ist es eine Art Heimkehr. „Kaufbeuren ist eine sehr schöne Stadt, in der man gut leben kann.“ Und Mükusch ist gekommen, um zu bleiben. Auch wenn keiner weiß, was die Zukunft bringt, sein Vertrag ist unbefristet und die Stelle dient nicht als notwendige Hürde für den nächsten Karriereschritt. Bevor er wieder über eine dienstliche Veränderung nachdenkt, möchte er nun als Stellvertreter von Inspektionsleiter Markus Ziegler im Präsidium ankommen, an seinen Aufgaben dort wachsen und sie ausfüllen.

Die Stelle des Verfügungsgruppenleiters und stellvertretenden Inspektionsleiters war bayernweit ausgeschrieben. Als Mükusch die Zusage bekam, sei die Freude groß gewesen. Die vergangenen 13 Jahre pendelte er nach Kempten. Dort befasste er sich mehr mit dem „strategischen, konzeptionellen“ Arbeiten. Jetzt stellt er sich neuen Aufgaben, „der Arbeit an der Basis“ sozusagen. Er habe nun die Chance, das umzusetzen, was er die Jahre zuvor gelernt hat, erklärte er. „Mehr Polizeialltag und Polizeipraxis.“

Zusammenarbeit

Seinen Vorgesetzten, den Polizeichef Ziegler kannte Mükusch bereits „sehr gut“. In Marktoberdorf und in Kempten arbeiteten die beiden Beamten bereits zusammen. „Ich habe mich gefreut ihn als Chef zu haben“, sagte der Verfügungsgruppenleiter. Es sei wichtig, im „Führungsgeschäft die gleiche Richtung zu haben“. Die Inspektionsleitung müsse die gleichen Ziele vertreten, erklärte Mükusch. Er habe mit Ziegler einen „engen Schulterschluss“.

Das Team sei sehr engagiert und die Kollegen hätten ihn gut aufgenommen. „Ich fühle mich hier sehr wohl.“ Im Tagdienst arbeiten rund 30 Polizisten und Polizistinnen bei der Verfügungsgruppe – immerhin rund 25 Prozent Frauen sind im Team.

Sein Elternhaus schrieb Mükusch nie vor, wie sein Werdegang auszusehen hat. „Eltern spüren es, wenn sich das Kind wohl fühlt und zufrieden ist“, war und blieb der Polizeiberuf für ihn reizvoll und abwechslungsreich. 1994 begann seine Laufbahn bei der Polizei. Bis 1997 war er an der Beamtenfachhochschule, dann ging es als (stellvertretender und) Dienstgruppenleiter an die PI Marktoberdorf. Von 1999 bis 2008 ging es für den Beamten in die Landeshauptstadt. „München war hauptsächlich Spurensicherung beim Kriminaldauerdienst. 2008 bin ich ins Sachgebiet E3 Verbrechensbekämpfung des Polizeipräsidium Schwaben Süd/West gekommen. Das ist ein Teilbereich der Kripo“, berichtete der neue Verfügungsgruppenleiter.

„Corona diktiert den Dienstbetrieb.“

In der PI Kaufbeuren ist der Start in seinen Arbeitstag aktuell von der Covid-19-Pandemie geprägt. Ein Check der „Corona-Lage, dann der allgemeinen Lage, die Kriminalität, das Veranstaltungsgeschehen und so weiter“. Mükusch schaut in sein Postfach, auch das elektronische und es folgen administrative Dinge und die „Qualitätssicherung“. Das heißt, er prüft jene Sachen, die ihren Weg aus dem Präsidium zur Staatsanwaltschaft oder anderen Behörden finden sollen. Doch nur am Schreibtisch sitzt der Chefvertreter nicht. Bei Einsätzen einer gewissen Dimension übernimmt Mükusch die Einsatzleitung vor Ort. Außentermine gibt es ebenfalls, je nach Corona-Regelungen. Die Bewältigung der Pandemie nimmt innerbetrieblich großen Raum ein. Seine Aufgabe ist es auch, den Dienstbetrieb aufrecht zu erhalten. „Corona diktiert den Dienstbetrieb“, so Mükusch.

Er selbst ist bereits geimpft. Für systemrelevante Berufsgruppen gibt es ein sogenanntes Hop-on-Verfahren, erzählte der Gruppenleiter. Wenn Impfdosen übrig sind, haben Polizisten, Feuerwehrmenschen und Rettungsdienstler die Möglichkeit terminlich einzuspringen. Er habe sich bewusst dafür entschieden. Einen Impfzwang gibt es auch bei der Polizei nicht. Seiner Meinung nach ist das Risiko zu hoch, durch eine Infektion Schäden davon zu tragen und mit starken gesundheitlichen Einschränkungen leben zu müssen.

Sicherheitsniveau halten

Mükuschs Ziel ist es, Kaufbeu­ren auf dem Sicherheitsniveau zu halten, auf welchem sich die Stadt befindet. „Es ist mir sehr wichtig, dass die Bürger sich hier sicher fühlen und in einer sicheren Region leben können.“ Außerdem stehe nun wahrscheinlich der Neubau des Polizeipräsidiums an (der Kreisbote berichtete), was ihn auch im dienstlichen Alltag begleiten wird, wie der Chefvertreter vermutet. Aktuell wären die Sicherheitsgespräche angestanden, mussten coronabedingt allerdings verschoben werden.

Das Thema „Gewalt gegen Polizeibeamte“ sei zunehmend ein Thema unter den Kollegen. Jedoch wurde auch die Ausrüstung der Polizisten verbessert und die Ausbildung ist intensiv und ausführlich. Teamarbeit ist es, was den Beruf seiner Meinung nach aus- und deshalb attraktiv macht.

Emotional werde es, wenn es um den Tod geht. Der erste Verkehrs­tote oder Suizidfälle. Das Leid der Angehörigen oder ein Opfer und dessen Umfeld bei Ermittlungen sozusagen kennen zu lernen, das bleibe haften.

Ausgleich findet Mükusch in den Bergen beim Wandern, beim Langlauf oder Skaten. Er braucht die Bewegung, geht gerne raus in die Natur. Sich selbst würde er als fröhlichen und gut gelaunten Menschen bezeichnen. Es sei wichtig als Polizist positiv an die Dinge heranzutreten und vieles nicht an sich heran zu lassen. Da ist auch das eine oder andere Späßchen möglich. Außer bei Rassismus, das sei ein absolutes „No-Go“.

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