Massenbefall durch Gartenlaubkäfer

Gartenlaubkäfer befallen gerade besonders viele Rosen und Obstbäume.

Zurzeit häufen sich bei der Kreisfachberatung für Gartenbau im Landratsamt Anfragen von Gar- tenbesitzern, die von einem Massenbefall mit Gartenlaubkäfern an ihren Rosen und Obstbäumen berichten.

„Die Käfer sind gut einen Zentimeter lang, ihr Rückenschild glänzt metallisch-grün, was den Gartenlaubkäfer vom Junikäfer unterscheidet, der durchgehend lederbraun gefärbt ist“, erklärt Susanne Kettemer, Pressesprecherin beim Landratsamt Ostallgäu. Die Tiere fliegen in Massen an sonnigen Tagen von Mai bis Ende Juni und lassen sich auf Rosen, Obstbäumen, Beerensträuchern und anderen Gehölzen nieder. Dort fressen sie sowohl Blätter als auch Blüten. Der Entwicklungszyklus des Käfers verläuft laut Kettemer innerhalb eines Jahres, „das heißt es gibt jährlich nur eine Generation“. Ab Ende Mai, je nach Witterung, schlüpfen die ersten Käfer und es findet unmittelbar eine erste Begattung statt. Darauf erfolgt sofort eine erste Eiablage. Erst danach fliegen die Käfer Futterpflanzen an und es erfolgt der so genannte „Reifungsfraß“, an welchen sich wiederum eine weitere Eiablage anschließt. Rund 85 Prozent der Eier werden in der ersten Phase abgelegt und erst im Anschluss daran wird der Gartenbesitzer auf den Befall aufmerksam. „Aus diesem Grund wäre eine chemische Bekämpfung des Käfers auch wirkungslos“, betont Kettemer. Die nach rund drei Wochen aus den Eiern schlüpfenden Larven wiederum fressen die Wurzeln von Gräsern, was dazu führt, dass größere Rasenflächen oder auch Sportplätze wie vertrocknet aussehen und sich große Rasenflächen vom Boden abheben lassen, an denen keine Wurzeln mehr vorhanden sind. Ulrike Scharpf von der Kreisfachberatung: „Schon im vergangenen Jahr war ein auffallend starker Befall durch diese Käfer bei uns aufgetreten.“ Die Bekämpfung des Schädlings gestalte sich wegen der geschilderten Biologie des Käfers sehr schwierig. Es gibt Pheromon- oder Trichterfallen, die die Käfer mittels eines Lockstoffes reizen. Allerdings sind diese Fallen eher dazu geeignet, ein Vorhandensein des Käfers anzuzeigen und können nur bedingt zur Reduzierung des Schädlings beitragen. Eine umweltgerechte Bekämpfung der Larven ist nur mittels sogenannter „Nematoden“ möglich, die mit der Gießkanne auf den Befall im Rasen ausgebracht werden. Diese Fadenwürmer befallen die Larven und töten diese ab. Diese wirkungsvolle Methode kann von Juli bis September durchgeführt werden. Die Käfer können auch mit der Hand aufgesammelt werden. Dies führt ebenfalls zu einer Reduktion der Käfer, aller- dings hat zu diesem Zeitpunkt die erste Eiablage normalerweise bereits stattgefunden. Die Larven werden im Gegensatz zu den Käfern von vielen Vögeln und auch Kleinsäugern gefressen, was zu einer gewissen Reduzierung des Befalls beitragen kann.

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