Ab Donnerstag im Kino!

Lachen und gleichzeitig mitfühlen

+
„Der geilste Tag“ mit Matthias Schweighöfer (links) und Florian David Fitz läuft ab dem morgigen Donnerstag in den Kinos. Sandy Kolbuch traf die beiden vorab.

Die deutschen Schauspieler und Filmemacher Florian David Fitz und Matthias Schweighöfer sind in der Filmbranche bekannte Namen. In Komödien und Dramen sorgen sie für Unterhaltung und emotionale Untertöne. Kreisboten-Redakteurin Sandy Kolbuch traf die beiden Allroundtalente in Berlin und sprach mit ihnen über ihre neue Drama-Komödie „Der geilste Tag“, in dem beide als todkranke Patienten auf einem letzten großen Abenteuer das große Glück finden wollen. 

Wie entstand die Zusammenarbeit? 

Schweighöfer: Wir haben uns mal völlig betrunken bei einer Party in eine Ecke gestellt und hatten eine Schnapsidee. Florian hat irgendwann drei Ideen geäußert und ich habe gesagt, welche mich am Meisten interessiert. Und dann hat er angefangen zu schreiben... zehn Jahre. (lacht) 

Wie unangenehm war der Dreh mit dem Sauerstoffschlauch? 

Schweighöfer: Den Schlauch hat man irgendwann gar nicht mehr gemerkt. Schwieriger war, den Atem zu haben, den ein Kranker in diesem Stadium hat. Zwischendurch mussten wir auch einige Sachen verwerfen, weil ansonsten die Szenen nicht funktioniert hätten. 

Fitz: Viele Dinge hätte Matthias in diesem Krankheitsstadium gar nicht geschafft. Der Film steht etwas über der Realität. Wir wollten komödiantisch an das Thema herangehen. Es ist spannender, eine Komödie über ein tragisches Thema zu machen, weil man dann einen anderen Zugang dazu bekommt. Es gibt eine rohe-Eier-Haltung um das Thema Tod. Bei „Vincent will Meer“ war es genauso. Alle denken, dass eine Komödie bedeutet, dass man sich über etwas lustig macht. Das ist Nonsens. Man kann lachen und gleich danach wieder mitfühlen, das ist wie im richtigen Leben. 

Wie ähnlich ist Andi Matthias? 

Schweighöfer: 90 Prozent. 

Fitz: Andi ist eine sehr überspitzte Variante von Matthias. Manchmal ist es aber gar nicht so lustig, mit Matthias‘ echten Ängsten umzugehen. Als Schauspieler ist man nur komisch, wenn man frei ist. Wenn man Höhenangst hat, ist man aber nicht frei. Dann ist es mit dem Spielen einfach vorbei. 

Schweighöfer: Es gibt eine Anekdote zu meiner Höhenangst: Wir sind zusammen mit der Gondel hoch auf den Tafelberg gefahren, wo wir Fotos mit den Fans gemacht haben. Als wir wieder runter fahren wollten, blieb die Gondel nach drei Metern stehen. Als ich langsam aggressiv wurde, nahm Flo meine Hand. Die Gondel fuhr dann weiter, blieb aber nach Hundert Metern wieder stehen. Immer an den höchsten Punkten blieb sie stehen! Irgendwann waren wir zum Glück unten. Am nächsten Tag sah ich die Gondel, wie sie wieder stehen blieb. Da stand fest: ICH laufe! 

Fitz: Die Gondel braucht fünf Minuten rauf auf den Berg. Matthias ist im Kostüm in erstaunlicher Geschwindigkeit den Berg hochgejoggt. Das Problem ist, dass man nicht immer die Zeit und ausreichend Sonnenstunden im Winter hat (lacht). Wo ist Matthias? Der läuft noch hoch (lacht)! 

Schweighöfer: Ich habe es geschafft. Wir hatten eineinhalb Stunden Zeit und ich war in fünfundvierzig Minuten oben. 

Fitz: Ja, er war in fünfundvierzig Minuten oben! Aber wir mussten noch zum Parkplatz und anschließend wieder nach unten! Als Matthias endlich ankam, hatten wir einen sehr schönen Sonnenuntergang (lacht)! Auch die Szenen auf dem Kran spielen mit der Höhenangst. Wir hatten den Kran auf ein Gebäude gestellt, um Höhe zu simulieren. Ich weiß nicht, wie Matthias hätte springen müssen, um sich dort zu verletzen... 

Schweighöfer: Die Dreidimensionalität hat mich fertig gemacht! 

Fitz: Das Problem ist, dass es in so einer Situation mit dem Spielen vorbei ist. Man sieht, er wird weiß und erstarrt wie eine Salzsäule. Daher ist es gar nicht so praktisch, die eigenen Ängste für das Spielen zu nutzen. 

Gibt es einen Meilenstein, den Sie vor dem Tod erreichen wollen? 

Schweighöfer: Zum Glück habe ich bis dato schon sehr viel erreicht. Alles was noch kommt, kann das bisherige nur noch toppen. 

Fitz: Oder auch nicht (lacht). 

Beschäftigen Sie sich mit dem Tod?

Schweighöfer: Nein, ich beschäftige mich nicht mit dem Tod, sondern mehr mit dem Leben. 

Fitz: Wir reden alle viel über den Tod und haben Angst davor. Im Film sagt Benno: „Es gibt den Tod gar nicht, sondern nur den Moment davor.“ Und wenn man es genau nimmt, stimmt das: den eigenen Tod kann man gar nicht erleben, sondern nur den von einem anderen. 

Matthias, Sie sind selbst Regisseur. Wie war es, sich diesmal anleiten zu lassen? 

Schweighöfer: Es war wunderbar. Ich musste mich definitiv umstellen, aber es war auch sehr schön. 

Fitz: Ach Quatsch! Der lässt sich überhaupt nicht anleiten (lacht). Er sieht selber, was der Film in dem Moment braucht.  

Schweighöfer: Ich war froh, dass Florian der Puppenspieler war. 

Welche Erfahrungen haben Sie vom Dreh in Südafrika mitgenommen? 

Schweighöfer: Es ist ein sehr schönes Land mit großartigen Menschen. Ich fand es fantastisch. 

Fitz: Drehmäßig ist es sehr lustig. Einerseits ist das Team sehr gut organisiert. Es gibt für jede Aufgabe drei Leute. Allerdings funktioniert es nicht so gut, als wenn jeweils nur eine Person die Aufgaben ausführt (lacht). Da die Leute alle miteinander kommunizieren, verdreifacht sich die Fehlerquelle. Da man aber immer nur begrenzt Zeit hat, muss alles genau stimmen. Der Kran musste für die Szenen an einer bestimmten Stelle stehen. Als wir ans Set kamen, stand der Kran aber nicht da. Obwohl es genaue Pläne gab und alles mehrfach besprochen wurde, stand der Kran auf der anderen Seite. Irgendwann gewöhnt man sich daran…. 

Wie geht man als Regisseur mit dieser Situation um? 

Fitz: Man wird gelassenen. Was will man machen. 

Schweighöfer: Man kann sich aufregen, aber es ändert nichts (lacht). 

Vielen Dank für das Gespräch!

Auch interessant

Meistgelesen

Gewinnspiel: Wir verlosen Ferien-Freizeitpakete im Wert von 5.000 Euro
Gewinnspiel: Wir verlosen Ferien-Freizeitpakete im Wert von 5.000 Euro
Neuer Lebensabschnitt wartet
Neuer Lebensabschnitt wartet
Offener Brief sollte ein Hilferuf sein
Offener Brief sollte ein Hilferuf sein
Am Montag geht es los
Am Montag geht es los

Kommentare