„Lady Gaga der bayrischen Politik“

Gagfeuerwerk trifft auf Großzügigkeit beim Benefiz-Maibock-Kabarett

+
Wolfgang Krebs als erfolgloser Schlagersänger Meggy Montana aus dem Allgäu.

Mauerstetten – Beim diesjährigen Benefiz-Maibock des Lions Club im fast ausverkauften Saal des Sonnenhofs in Mauerstetten reihte sich eine Parodie munter an die nächste. Kabarettist Wolfgang Krebs und seine jungen Künstlerkollegen Ramona Mößmer und Sebastian Fritz, sowie die Stadtkapelle Kaufbeuren sorgten für einen heiteren Abend im Namen der guten Sache: Der gesamte Erlös kommt der „Kinderbrücke Allgäu“ zugute.

Im rasanten Wechsel brachte Krebs seine bewährten Persönlichkeiten auf die Bühne: Als Edmund Stoiber, die sich notorisch versprechende „Lady Gaga der bayrischen Politik“, Horst Seehofer, der sein Unverständnis gegenüber dem „Shitschtorm“ äußerte, der ihn in jüngster Zeit ereilte oder Markus Söder auf dem Gipfel der Macht, der von seinen 51 Lebensjahren 80 darauf gewartet hat, endlich bayerischer Ministerpräsident zu werden.

Auch Angela Merkel schaute vorbei, begrüßte ihr Volk („Verehrte Bundes- und Reichsbürger, Hi people“) und kündigte eine große Abschiedstournee à la Howard Carpendale an. Skurrile Begebenheiten schilderte die Bundeskanzlerin als Alleinverantwortliche für den Planeten bei ihren Annäherungsversuchen an das bayerische Volk mit ihren verschiedenen Stämmen und der rätselhaften Sprache. Auch die „Ureinwohner“, die sie in einem Bierzelt in Franken angetroffen habe, „akzeptieren weder die deutsche Sprache noch die Grammatik“. Nicht minder kurios war ihre Begegnung mit den Schwaben mit ihrer Affinität zu Vietnam („Ha noi“) und Schupfnudeln.

Wolfgang Krebs in seiner Rolle als Angela Merkel.

Krebs alias Schorsch Scheberl aus der Provinz mit dem unaussprechlichen Namen sagte als Vorsitzender aller 60 Ortsvereine indes der Landflucht den Kampf an.

Neben internationaler Politik („die gelbe Gefahr mit der Orangenhaut aus dem Weißen Haus“) kamen auch lokale Zustände an den Pranger: Das Verkehrskonzept in Kaufbeuren bekam ebenso sein Fett weg wie der hinkende Internetausbau. Der Kabarettist sprach sich außerdem in Zeiten „feige verfasster und vergiftender Hasskommentare“ für eine offene Bekundung der eigenen Meinung aus.

Mößmer ließ sich unterdessen bissig über das Leben als Single im Dorf und den Online-Dating-Wahnsinn aus: Sie erzählte von vermeintlich hilfreichen Verkupplungsbemühungen der Bewohner und ihrem dokumentarischen Einsatz, wenn es darum geht, ob der Müll ordnungsgemäß rausgestellt wurde.

„S. Fritz“ ging der Frage nach, wie man als „brutal schöner“ junger Mensch ein erfülltes Leben führt – vorzugsweise als Model mit lässig-erwartungsvollen Gesichtsausdrücken. Als moderner Stadtmensch dürfe einem nicht zu lange am Stück langweilig sein – sonst gelte man gleich als erfolglos. Da half selbst der Besuch beim Schamanen Sigi, der die „negative Energy“ vertreiben und das passende „Krafttier“ aufspüren wollte, nicht weiter.

von Mahi Kola

Auch interessant

Meistgelesen

Adipositas-Selbsthilfegruppe in Kaufbeuren gegründet
Adipositas-Selbsthilfegruppe in Kaufbeuren gegründet
Heiß – und so gemütlich! Die schönsten Öfen (Saison 2019/2020) 
Heiß – und so gemütlich! Die schönsten Öfen (Saison 2019/2020) 
Rapper Sido und Punkmusiker Monchi drehen Musikvideo in Germaringen
Rapper Sido und Punkmusiker Monchi drehen Musikvideo in Germaringen
Mann stürzt vom Fahrrad und fällt auf Kind
Mann stürzt vom Fahrrad und fällt auf Kind

Kommentare