Dreiecksbeziehung bei Mayr

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Die Patenschaft mit gleich zwei Schulen wurde von Firma Mayr in Mauerstetten vereinbart: (von links) Winfried Nusser, Vorstandsvorsitzender der Stadt- und Kreissparkasse Kaufbeuren; Rudolf Wisbauer, Direktor Marien-Realschule Kaufbeuren; Bundestagsabgeordneter Stefan Stracke; Mayr-Geschäftsführer Günther Klingler; Ferdinand Mayr; IHK-Regionalgeschäftsführer Manfred Schilder; Rektor Mittelschule Germaringen, Josef Kreuzer; Regionalvorsitzender der Industrie- und Handelskammer Schwaben, Gerhard Schlichtherle.

Mauerstetten/Kaufbeuren/Germaringen – Eine Schulpartnerschaft gleich mit zwei Schulen unterzeichnete Ferdinand Mayr bei einem Festakt im Hause Mayr. Als Reaktion auf den sich abzeichnenden demographischen Wandel und als Konkurrenz zum Studium vereinbarte die Firma Chr. Mayr GmbH & Co. KG eine Schulpatenschaft mit der Marien-Schule in Kaufbeuren und der Mittelschule Germaringen.

 „Von 820 Schülerinnen in 27 Klassen an der Marien-Realschule starten jedes Jahr 150 Schülerinnen ins Berufsleben“ sagte Direktor Rudolf Wisbauer. Man arbeite schon lange mit der Firma Mayr zusammen, beispielsweise im Projekt „MuT – Mädchen und Technik“, bei dem auch Mädchen für technische Berufe interessiert werden sollen. Von der Initiative „MINT Zukunft schaffen“ war die Schule für ihr besonderes Engagement im Bereich der naturwissenschaftlich-technologischen Bildung ausgezeichnet worden.

Es gebe schon jahrzehntelange Kontakte zur Firma Mayr unter der Führung des Seniorchefs. „Aus der wilden Ehe wird nun eine richtige, vertragliche Ehe“ erklärte Rudolf Wisbauer mit einem Schmunzeln.

„Für die Mittelschule Germaringen ist das schon die dritte Firmenpatenschaft“, sagte Rektor Josef Kreuzer stolz und zitierte aus dem Fragenkatalog zur Berufsorientierung. Für die rund 500 Schülerinnen und Schüler in 26 Klassen stünden dort Fragen, welche Erwartungen man an den Beruf habe und welche lokale Einrichtung einem beim Berufswunsch unterstützen könne und wie weit sie weg sei. „Die Antwort lautet: Zwei Kilometer südlich der Germaringer Schule sind eine zumutbare Entfernung“, konstatierte Kreuzer und freute sich auf die Zusammenarbeit.

Bundestagsabgeordneter Stefan Stracke (CSU) betonte in seiner Grußrede die Win-Win-Situation für alle Partner. Zum Thema Entgeltgleichheit müsse man auch Frauen in der Technik ausbilden. Stracke hob hervor „Sozial ist, was Arbeit schafft“ und lobte das Engagement aller Beteiligter.

Gerhard Schlichtherle, Regionalvorsitzender der Industrie- und Handelskammer Schwaben verwies auf derzeit 53 Prozent der Schulabgänger, die zum Studium gehen würden. Er betonte, dass man auch gute Fachkräfte brauche und erinnerte an den Slogan „Lehre macht Karriere“. „Die Initiative der Schulpatenschaften greift. Es gibt bereits mehr als 100 Patenschaften in Schwaben“, bestätigte Schlichtherle.

Seit 1985 bereits gibt es einen Arbeitskreis „SchuleWirtschaft“ in Kaufbeuren. Deren derzeitigen Vorstände Rudolf Wisbauer von der Schulseite und Winfried Nusser, Vorstandsvorsitzender der Stadt- und Kreissparkasse Kaufbeuren, der die Wirtschaftsseite vertritt, zeigten durch ihre Anwesenheit die wichtige Bedeutung solcher Aktivitäten. An der Mittelschule Germaringen gibt es dafür sogar den Schule­Wirtschaft-Experten Thomas Fochler für Kaufbeuren und das Ostallgäu, eingesetzt vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst.

Mit klassischen Tönen von Anna Maria Steinheber an der Klarinette und Lisa Mitchell am Klavier klang der Festakt aus.

von Wolfgang Krusche

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