Ausverkaufter Theaterstadl

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„Mauke – Die Band“: „Vizekonsul (mütterlicherseits)“ Dieter Schaurich (v. li.), Sven „Fastfinger“ Siegmund, Frontmann Wolfgang Klemm, „Professor Dr. Dr.“ Herbert Stumpe, „Der Bezaubernde“ Björn Siegmund und Mundartdichter Michael O. Siegmund.

Blonhofen – Zweieinhalb Stunden nach Beginn des Vorverkaufs waren beide Vorstellungen im Blonhofener Theaterstadl von Max Zitt restlos ausverkauft. Bei der Premiere standen schon zwei Stunden vor Beginn rund 200 Leute vor der Tür und warteten auf Einlass, denn „Mauke – Die Band“ stellte ihr neues Programm „Dos gieht ne gutt“ vor.

Dieses Motto war auch gleich der „running Gag“ bei allen (inszenierten) Pannen. Natürlich sind die Melodien nicht wirklich neu, vielmehr wurden in altbewährter Manier wieder Klassiker wie „Let it be“, „Besa me mucho“ oder „Living next door to Alice“ von mauke mit urkomischen paurischen Texten unterlegt und hießen dann „Leh dich hie“ (Leg dich hin!) oder „Das Lied von der kommerziellen Besamung durch Stier Gernot“ oder „Else machte fort“ und rissen das Publikum zuverlässig zu Lachstürmen hin.

Dem zu einem Teil allgäuerischen Publikum zuliebe moderierte Frontmann Wolfgang Klemm die einzelnen Songs fast „nouch dr Schröft“ (Hochdeutsch). Der paurische Part fiel dem Band-Poeten und Schlagzeuger Michael O. Siegmund zu, der die Lieder jeweils mit einem paurischen „Stickl“ (Prosa-Stückchen) einleitete. Durch das einfache Mittel wechselnder Kopfbedeckungen setzte die Band Akzente: bei „Wenn die Glocken (Glasl) hell erklingen“ verwandelte sich Michael O. Siegmund zum Beispiel mit einem „Kouptichl“ (Kopftuch) in „Korline“ (Karla) und keifte als „schunt ejsn biese Froue“ (schon sehr böse Frau) im Falsett herum: „nej, nej, nej, du alr Sifflich!“ (Nein, nein, nein, du alter Saufkopf!)

Echtes Gablonzer Liedgut wie „Seff, bleib dou, mr wejß jo ne, wie s Watr word!“ wurde dagegen ins Englische gebracht: „Josef stay here, we don’t know how the weather comes“ und zum Gaudium des Publikums nebst hochdeutscher Übersetzung dreisprachig vorgetragen. Neben neuen Liedern kamen auch frühere Mauke-Renner wie die Geschichte vom Badetag oder vom Pilzgericht zu Ehren und das Publikum klatschte begeistert mit.

Eines der Markenzeichen von mauke ist, dass sie sich selbst nicht ernst nehmen. Aber dennoch beherrschen sie auch die leisen Töne: das von E-Gitarrist Herbert Stumpe getextete lyrische Liebeslied ging richtig zu Herzen, vor allem, da es zur schmelzenden Melodie von „Morning has broken“ daher kam. Dabei konnte „Fast Finger“ Sven Siegmund am Synthesizer seine Pianistenqualitäten so richtig entfalten. Bassist Dieter Schaurich steuerte die richtigen Untertöne bei und Björn Siegmund sorgte auch dann für Gesang, wenn Wolfgang Klemm eine Einlage mit einem der vielen von ihm beherrschten Instrumente brachte: Trompete, Akkordeon oder Akustikgitarre.

Beim Lied „Angie“ als „Ejn Schi“ (Ein Ski) präsentierte der Mauke-Fan-Club in grün-weißen Fan-Shirts schließlich eine Überraschung: Sie brachten nicht nur einen antiken, gebrochenen Holzski auf die Bühne, sondern servierten auf einem zweiten Ski eine Runde Tatra-Tee (ein Pflaumenschnaps), wie sie es bei ihrer Mitreise zum Mauke-Gastspiel in Gablonz (wir berichteten) kennen gelernt hatten. Mit der von OB Bosse bereits bei der Verleihung des Kaufbeurer Kulturpreises 2013 angesprochenen Mischung aus „Musik, Mundart und Kabarett vom Feinsten – eine richtige Mauke eben, unverwechselbar, originell und nur in dieser Rezeptur original“ hat die Band dem Publikum wieder zwei höchst vergnügliche Abende bereitet.

Und wer beim Kartenverkauf für die Blonhofener Vorstellungen leer ausgegangen war, hat am Samstag, den 28. November um 17 Uhr in der evangelischen Christuskirche noch einmal eine Chance, Mauke zu erleben: Die Band wird dort den Paurischen Abend des Gablonzer Mundartkreises musikalisch umrahmen.

von Ingrid Zasche

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