Neue Aufgaben warten

Maximilian Hartleitner (FDP) legt Stadtrats- und Kreistagsmandat nieder

Bei seiner letzten Stadtratssitzung in Buchloe wurde Maximilian Hartleitner für sein kommunalpolitisches Wirken reich beschenkt.
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Bei seiner letzten Stadtratssitzung in Buchloe wurde Maximilian Hartleitner für sein kommunalpolitisches Wirken reich beschenkt.

Ostallgäu – „Bürgermeister war schon länger mein Traumjob.“ So begründet Maximilian Hartleitner (FDP) seine Entscheidung, dass er sich in der baden-württembergischen Stadt Balzheim als Bürgermeister aufstellen ließ. Am 8. November konnte er diese Wahl für sich gewinnen. Damit musste er nun seine Ämter im Buchloer Stadtrat und Ostallgäuer Kreistag niederlegen. Seine Nachfolger sind Michaela Schwendner beziehungsweise Michael Haußer.

„Politik hat mich von meiner Kindheit und Jugend an immer interessiert“, erklärte Hartleitner. Der 41-jährige Diplomverwaltungswirt ist deshalb seit dem frühen Erwachsenenalter in der Kommunalpolitik aktiv. Seit 2002 sitzt er im Stadtrat Buchloe, seit 2008 im Kreistag. Bei seiner Verabschiedung in der letzten Stadtratssitzung hob Buchloes Erster Bürgermeister Robert Pöschl (CSU) dieses außerordentliche Engagement noch einmal hervor und überreichte ihm zum Dank ein Kunstwerk des Buchloer Malers Werner Ehrbar. In seiner Zeit als Stadtrat habe Hartleitner alle Facetten kennengelernt und in allen Ebenen mitgewirkt, sei es in zahlreichen Arbeitskreisen, verschiedensten Ausschüssen, als Fraktionsvorsitzender, im Einsatz für den Mittelschulverband, als Mitglied der Gemeinschaftsversammlung oder bei Prüfungsangelegenheiten. „Schön, dass es Menschen gibt, die unsere Kommunalpolitik so mitgestalten“, lobte Pöschl. Hatte Hartleitner bis jetzt alle Tätigkeiten ehrenamtlich ausgeführt, hat er jetzt sein „Hobby zum Beruf gemacht“, wie er selbst sagte.

In Baden-Württemberg werden die Bürgermeisterstellen im Staatsanzeiger öffentlich gemacht, auch als Einzelperson ohne Ortsgruppe kann man sich dann aufstellen lassen. Diese Chance hat Hartleitner genutzt. Balzheim liegt direkt an der Grenze zu Bayern, gerade einmal sieben Kilometer von Illertissen entfernt. „Das ist nicht allzu weit weg, das könnte was sein“, dachte sich Hartleitner damals. Beim ersten Wahldurchgang am 18. Oktober hatte es noch nicht ganz gereicht.

Auf Niederlage folgt Sieg

Wie schon zuvor im März in Buchloe kam es wieder zur Stichwahl. Hatte sich Hartleitner damals gegen Pöschl geschlagen geben müssen, konnte er jetzt in Balzheim mit 76,93 Prozent die Wahl eindeutig für sich gewinnen. Hartleitner freut sich auf seine neue Aufgabe. Der erste Eindruck sei positiv gewesen. Er habe bereits seine Mitarbeiter kennengelernt und die Bürger seien ihm sehr aufgeschlossen begegnet. In seiner neuen Gemeinde will er sich vor allem dem Thema Nahversorgung, Mobilfunk und Anschluss an den öffentlichen Personennahverkehr annehmen.

Aber auch den Entscheidungsträgern an seiner alten Wirkungsstätte wünscht Hartleitner alles Gute und weiterhin ein gutes Händchen bei ihren Beschlussfassungen. Bei seiner Verabschiedung in der Stadtratssitzung bedankte er sich für die Zeit. In Buchloe habe er viel gelernt, dies möchte er nicht missen. Besonders seinen Nachfolgern wünschte er, dass sie sich schnell in die Arbeit einfinden. Im Buchloer Stadtrat rückt Michaela Schwendner (FDP) für ihn nach. Sie hatte bei den Kommunalwahlen dieses Jahr 920 Stimmen erhalten. Schwendner hat sich schon schriftlich dazu bereit erklärt, das Amt anzutreten. Die Vereidigung wird in der nächsten Sitzung stattfinden, wenn sie ab 1. Januar offiziell Mitglied des Stadtrates ist.

Kein Neuling in der Kommunalpolitik

Im Kreistag übernimmt Landwirt Michael Haußer aus Weinhausen (ebenfalls FDP) in Zukunft den Platz Hartleitners. Auch er ist kein Neuling in der Kommunalpolitik. Neben seinem Engagement im Jengener Gemeinderat ist er zusätzlich beim Bauernverband aktiv. Seine Hauptanliegen in allen Ebenen: Sich für die Landwirtschaft vor Ort einzusetzen, die mehr und mehr im Fokus der Öffentlichkeit steht, und diese zu stärken. Dabei beschränkt er sich nicht auf die Biolandwirtschaft, sondern will sich für alle Bauern einsetzen. Inhaltlich hat er seine Heimat deshalb auch bei der FDP gefunden. Der 35-Jährige freue sich über die neue Aufgabe, auch wenn sie jetzt doch etwas überraschend kam. Für die Zukunft hat er dabei folgende Ziele und Wünsche: „Ich möchte etwas bewegen. Die Grundlage aller Entscheidungen sollte dabei immer die Vernunft sein. Es dürfen keine Wolkenkuckucksheime gebaut werden“, so Haußer. Neben der Landwirtschaft sieht er einen persönlichen Schwerpunkt auch in der Vereinsarbeit. Selbst im Musikverein aktiv und Mitglied beim FC Jengen, will er sich bestmöglich für die regionalen Vereine einsetzen.

Haußer bedauert, dass mit Hartleitner ein Kollege geht, der sich immer für die Belange der Bürgerinnen und Bürger eingesetzt habe. Seine eigenen Ambitionen lassen aber vermuten, dass ein würdiger Nachfolger gefunden wurde.

Agnes Reißner

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