Medizin in der Offensive

Auf reges Interesse stieß die Informationsveranstaltung des KU Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren hinsichtlich der Zukunft des Krankenhauses St. Josef in Buchloe.

Die öffentliche Diskussion und zunehmende Verunsicherung über die Zukunft der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren und insbeson- dere der Klinik St. Josef in Buchloe hat den Vorstand des Kommunalunternehmen Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren (KU) und führende Mediziner vergangene Woche zu einer Informationsveranstaltung in Buchloe veranlasst. Anhand von praktischen Beispielen erläuterten mehrere Referenten aus Kaufbeuren und Buchloe die durchwegs positiven Perspektiven der Klinik St. Josef. Eines zog sich wie ein roter Faden durch alle Vorträge und wurde an diesem Abend ganz klar deutlich: Ohne Kooperation mit gut ausgebauten und funktionierenden Netzwerken gibt es nirgend- wo eine Zukunft für eines oder mehrere Krankenhäuser. Auch nicht im Ostallgäu.

Zu einer Veranstaltung zum Thema „Weichenstellung Klinik St. Josef Buchloe 2012“ hatten die in Leitungsfunktion stehenden Ärzte des KU beider Häuser zusammen mit ihren Ärzteteams eingeladen. Das hochkarätig besetzte Podium stellte sich nach diversen Einzelvorträgen den teils kritischen Fragen der geladenen Gäste aus Stadt- und Gemeinderat, niedergelassenen Ärzten, Klinikpersonal sowie Wohlfahrtsverbänden und Pflegeeinrichtungen unter der Moderation von Chefarzt Dr. Rudi Wörmann. Für die dauerhafte Erhaltung und vielmehr noch für den Ausbau der Klinik St. Josef als Haus der Grund- und Regelversorgung inklusive einer 24-Stunden-Notfallversorgung an 365 Tagen sind wichtige Weichenstellungen getroffen worden. Flankiert werden diese Maßnahmen durch weitreichende Personal- und Investitionsentscheidungen. Dazu gehören: • Die Innere Abteilung Gastroenterologie unter CA Dr. Peter Meyer. • Die Fusion der Chirurgischen Abteilung der Klinik St. Josef und der Chirurgischen Klinik I für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am Klinikum Kaufbeuren unter der Leitung von CA Prof. Dr. Dr. h. c. Heinrich Stiegler. Im Zuge des personellen Neuanfangs hat Dr. Markus Tietze die leitende Funktion der Chirurgie in Buchloe. • Die unfallchirurgische und berufsgenossenschaftliche Versorgung (D-Arzt) in der Klinik St. Josef liegt in den Händen von CA Dr. Wolfgang Schnitzler, der mit seinem Team die arbeitstägliche Versorgung sicherstellt. Nur im Team Prof. Dr. Stiegler verdeutlichte die Notwendigkeit von Netzwerken in einem Krankenhaus. An zwei Beispielen von Patienten bei der Einlieferung in ein Krankenhaus wird auch dem Laien sehr schnell klar, dass nur mit einem fachübergreifend eingespielten Team von der Diagnose bis zu einer möglichen Notoperation die richtigen und individuell erforderlichen Maßnahmen ergriffen werden können. Die Vorteile für ein größeres Team liegen laut Stiegler klar auf der Hand: bessere Spezialisierung und interne Kontrolle, eine größere Kompensation bei Ausfällen und letztendlich bei höherer Auslastung auch eine höhere Wirtschaftlichkeit. Der Chefarzt warb um Vertrauen in der Öffentlichkeit: „Unser Angebot muss von der Bevölkerung und den zuweisenden Ärzten angenommen werden, sonst stirbt es!“ Gut aufgestellt Für Oberarzt Dr. Markus Tietze war es wichtig festzustellen, dass die 24-Stunden-Notfallversorgung in Buchloe sichergestellt ist. Mit dem Spektrum der allgemeinen und minimal-invasiven Chirurgie sowie der Anästhesie sei Buchloe gut aufgestellt. Chefarzt Dr. Wolfgang Schnitzler erläuterte unter anderem die von der Berufsgenossenschaft vorgeschriebenen Auflagen bei Arbeitsunfällen, die aufgrund der Schwere oder der komplexen Nachbehandlung nur von entsprechend ausgebildeten Ärzten und qualifizierten Einrichtungen behandelt werden dürfen. Mit der erreichten Zertifizierung als Kooperationspartner des Darmzentrums Kaufbeuren durch das Engagement vieler Mitarbeiter sei nach den Worten von Chefarzt Dr. Peter Meyer nun neben der bereits gestiegenen Qualität auch eine Verbesserung in der Ausstattung vorgesehen. Ein neues Endoskopiegerät sei in Planung und der dringende Handlungsbedarf für einen neuen Computertomografen befinde sich auf einem guten Weg. „Ich bin sicher, dass es in Buchloe auf dem eingeschlagenen Weg gut weitergeht“, beginnt Vorstand Dr. Joachim Klasen seine Ausführungen. Er machte dies an zwei wesentlichen Faktoren fest. Zum einen sei dies die vorhandene Kompetenz und zum anderen der in besonderem Maße vorhandene „Buchloer Geist“, der eine große Tradition habe. Stimmen aus der Podiumsdiskussion • Prof. Heinrich Stiegler, Chefarzt: „Netzwerk bedeutet, viele mehr als einer allein. Doch immer steht dabei der Patient im Mittelpunkt.“ • Dr. Peter Meyer, Chefarzt: „Wir sollten die erfolgreiche Zusammenarbeit in den Vordergrund stellen und zeigen, wie ein vernünftiger Klinikverbund zukunftsfähig ist.“ • Dr. Hubert Berktold, Belegarzt: „Wir Belegärzte unterstützen Buchloe weiterhin und hoffen, dass alles erhalten bleibt.“ • Dr. Hans-Herbert Mork, Oberarzt: „Das Team des kleinen Hauses mit der Zusammenarbeit hat mich von Anfang an fasziniert. Wir müssen uns positionieren und Vertrauen gewinnen.“ • Dr. Markus Tietze, Oberarzt: „Wir wollen Ansprechpartner in Buchloe sein.“

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