Feuerwehr zieht Bilanz

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Die Ehrungen der Mitglieder nimmt traditionell einen wichtigen Teil der Feuerwehr-Jahreshauptversammlung ein.

Kaufbeuren – Ob Valentinstag, Weihnachten oder Silvester: „Sie sind allzeit bereit“, so Oberbürgermeister Stefan Bosse auf der jüngsten Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Kaufbeuren. Und so gab es für einige der seit Jahrzehnten ehrenamtlich engagierten Feuerwehrmänner im Stadtsaal auch so manche Standing Ovation.

Über eine solche durfte sich auch Jugendausbilder Manfred Kamp freuen. Denn neben den eigentlichen Einsätzen, von denen die Kaufbeurer Floriansjünger 2015 genau 458 bewältigten (473 mit Stadtteilwehren), wird in der Wehr noch eine Menge mehr geleistet. 

So habe auch das vergangene Jahr wieder ganz im Zeichen der Jugendarbeit gestanden, erklärte Stadtjugendwart Marcus Siegel. Erste-Hilfe-Ausbildung in Kooperation mit dem BRK sowie Schauübungen und Abzeichenverkauf beim Kaufbeurer Tänzelfest waren nur einige der Highlights für die Jugendgruppe, die derzeit 29 Mitglieder zähle, so Siegel. Deshalb gab es bei der Ehrung für Jugendwart Manfred Kamp auch gehörigen Applaus. Bei der Frage „Wer ist denn seit seiner Dienstzeit ab 1995 schon in der Jugendfeuerwehr gewesen?“ stand fast die Hälfte des Saales auf. 

Besonders gewürdigt wurden auf der Jahreshauptversammlung außerdem Helmut Krader, mit 42 Jahren Dienst am Nächsten ein echtes „Urgestein“ der Feuerwehr, außerdem Christoph Heider, der seit 30 Jahren dabei ist und die Goldene Ehrennadel verliehen bekam. Das Ehrenzeichen für 40 Jahre aktiven Dienst erhielten Stefan Geyrhalter und Helmut Winkler, eine Urkunde für 60 Jahre Vereinsmitgliedschaft bekamen Walter Bauer und Herbert Vogt. Verabschiedet wurde Holger Boenisch als Zugführer und erhielt den Roten Hahn. Daneben gab es noch weitere Ehrungen. 

Wieder mehr Einsätze der Feuerwehr 

Nicht fehlen durfte natürlich die Statistik des vergangenen Jahres. 458 Einsätze gab es insgesamt in 2015, davon wurde die Wehr zu 54 Bränden gerufen, das sind vier mehr als noch 2014. Auch die Zahl der technischen Hilfeleistungen ist gestiegen. Die Summe der Fehlalarmierungen sank dagegen von 109 in 2014 auf 87. Dazu kommen 39 Sicherheitswachen, außerdem wurde die Kaufbeurer Wehr unter anderem auch zu vier Bränden und zwölf technischen Hilfeleistungen im Landkreis Ostallgäu alarmiert. 

Wie Kommandant und Stadtbrandrat Thomas Vogt erklärte, waren die größten Löscheinsätze für die Kaufbeurer Feuerwehr der Brand einer Klebebandfabrik in Immenstadt im April, der Brand einer Recyclingfirma in Pforzen im Juli sowie zwei Brände in Kaufbeuren, ein Feuer in einem Wohnhaus am Breiten Bach (wir berichteten) und ein Christbaumbrand am Wertachweg. „Diese klassische Ursache für Wohnungsbrände ist mittlerweile zum Glück aber vergleichsweise selten“, so Thomas Vogt. 

Bei den technischen Hilfeleistungen fielen 2015 vor allem die Beseitigung von Sturm und weitere Wasserschäden ins Gewicht. Zudem unterstützte die Feuerwehr bei Personenrettungen per Drehleiter und Tragehalterung und mit drei sogenannten „Peer-Einsätzen“ in der Krisenbetreuung nach einem Not- oder Unfall. Laut Vogt waren die herausragenden Ereignisse bei den technischen Hilfeleistungen ein Ammoniakaustritt in einem Lebensmittelwerk in Biessenhofen im März, außerdem ein Wasserschaden in einer Zentralküche in der Kemnater Straße in Kaufbeuren (Juni), eine Person, die unter einen Zug geraten war (Juli), sowie der Chlorgasaustritt im Freibad Neugablonz im September. 

Neben den Einsätzen investierten die aktiven Feuerwehr-Mitglieder ihre Zeit in zahlreiche Übungen, Lehrgänge, Versammlungen, Kurse und Truppenausbildungen. Seinen Dank sprach Vogt hier zusammen mit Hubert Weikmann, 1. Vorsitzender des Vereins Feuerwehr Kaufbeuren, den engagierten Feuerwehrlern, aber auch der Stadtverwaltung für die Bereitstellung der finanziellen Mittel und den Arbeitgebern für die Freistellung ihrer Angestellten aus. Spürbar war die Vorfreude auf die geplante Sanierung und Erweiterung des Gerätehauses an der Neugablonzer Straße, die Arbeiten sollen frühestens 2017 beginnen (wir berichteten) sowie auf die aktuell bevorstehenden Umbauarbeiten am neuen Feuerwehr-Museum (wir berichteten ebenfalls). 

Großes Lob gab es zum Abschluss von Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse und dem Landtagsabgeordneten Bernhard Pohl (FW), der die jüngste Verankerung des vierspurigen B12-Ausbaus in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans zum Anlass für folgende Hoffnung nahm: „Hoffentlich gibt es dann langfristig zumindest hier weniger dramatische Einsätze für euch“.

von Michaela Frisch

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