Mehr individuelle Förderung

Die Klassenbildung für das Schuljahr 2009/2010 ist durch rückläufige Schülerzahlen in den Grund- und Hauptschulen der Schulamtsbezirke Ostallgäu und Kaufbeuren geprägt. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Schulneulinge um 210 Schüler auf 1581, bestätigt Schulamtsleiterin Eva Severa-Saile. Insgesamt sind weniger Schüler in einer Klasse: In den Grundschulen sind es durchschnittlich 22,3 Schüler pro Klasse, in den Hauptschulen 21,1 Schüler. Schwerpunkte für das kommende Schuljahr sind die individuelle Förderung, die Stärkung und Förderung der Naturwissenschaften und die Musikerziehung.

Bei der individuellen Förderung an den Grund- und Hauptschulen gelte laut Severa-Saile der Grundsatz: „Gewöhnliche Schüler haben außergewöhnliche Fähigkeiten.“ Wichtig sei, dass diese Fähigkeiten erkannt und ausreichend gefördert würden. Eine Möglichkeit sei das Angebot von Lernmodulen mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad, erklärt Severa-Saile. Nicht vergessen dürfe man in diesem Zusammenhang die gezielte Sprachförderung für Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache - sowohl vor der Einschulung, als auch dann im Schulalter. Sinus und GribS sind die Schlagworte, wenn es um die naturwissenschaftliche Förderung an Grundschulen geht. Das Programm Sinus startete bereits 2007 an 40 bayerischen Grundschulen mit dem Ziel, die Unterrichtsqualität im Fach Mathematik zu steigern. Die Grundlage bilden dabei zehn Module, die zum ganzheitlichen, individuellen, entdeckenden und Problem lösenden lernen anregen sollen. Die gemeinsame Arbeit an den Aufgaben fördere zusätzlich das soziale Lernen der Schüler, betont Schulrätin Marina Elbert. Im kommenden Schuljahr können 300 bayerische Grundschulen an dem ausgeweiteten Folgeprojekt teilnehmen. Laut Schätzungen des Schulamtes werden es wohl bis zu sechs im Landkreis und Kaufbeuren sein. Ähnliche Schwerpunkte wie Sinus setzt der Modellversuch GribS, an dem mittlerweile 16 Grundschulen teilnehmen – darunter auch die Comenius Grundschule in Buchloe. Durch freies Erforschen und Experimentieren mit vorgegebenem Material soll laut Elbert das „suchende, selbst aktivierende Lernen“ angeregt werden. Mer Chor- und Bläserklassen Die Anzahl der Chorklassen erhöht sich im Schulamtsbezirk. Im neuen Schuljahr sind es bereits fünf. Eine Ganztagesklasse in der Marktoberdorfer Hauptschule wird zur Bläserklasse. Ein weiteres Musikprojekt „Jedem Kind ein Instrument“ läuft in Kaufbeuren und Buchloe. Hinsichtlich der Berufsorientierung wird die Zusammenarbeit der Hauptschulen mit den Berufsschulen vorangetrieben. Dabei soll unter anderem ein Austausch zwischen Berufsschul- und Haupt- schullehrern stattfinden. Das Wissen über die andere Schulart sei wichtig, um sie besser zu verstehen, weiß Severa-Saile. Laut Schulamtsdirektor Eduard Gapp soll die Kooperation von Grundschullehrkräften mit Realschulen und Gymnasien fortgesetzt werden. Dies erleichtere den Schülern den Übertritt an die weiterführende Schule.

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