Philipp Lades sagt auf Wiedersehen

+
Seit Mitte 1993 berichtet Philipp Lades für unsere Zeitung aus Kaufbeuren und Umgebung. Wegen der langen Anfahrtswege zwischen seinem Wohnort Untermeitingen und dem Einsatzgebiet geht der 80-Jährige nun in „Rente“. Der Kreisbote gehört aber weiterhin zu seiner Lektüre.

Kaufbeuren – In Kaufbeuren ist er bekannt wie der sprichwörtlich „bunte Hund“. Philipp Lades, freier Journalist unserer Zeitung in der Kaufbeurer Redaktion, zieht sich endgültig auf das Altenteil zurück, wobei der Begriff Altenteil ebenso falsch ist wie der Begriff Ruhestand. Es sind auch weniger seine 80 Jahre, die ihn zu diesem Schritt bewogen haben. „Es ist die Fahrerei“, sagte der rüstige „Rentner“ mit seinem unverkennbaren fränkischen Dialekt. Philipp Lades wohnt seit mehr als zwölf Jahren nicht mehr in Kaufbeuren, sondern im 60 Kilometer entfernten Untermeitingen.

Der Stadt Kaufbeuren bleibt Philipp Lades aber weiterhin verbunden. Seine drei Kinder, acht Enkelkinder und vier Urenkel wohnen alle in Kaufbeuren und Umgebung. Neben den familiären Bindungen engagiert sich Lades auch heute noch beim Westernclub „Rio Bravo“ und arbeitet im Hauptausschuss des Turnvereins Kaufbeuren aktiv mit. Der Verein hat ihn wegen seiner Verdienste schon vor längerer Zeit zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Nur das Schreiben hat Philipp Lades aufgegeben. Ansonsten ist der 80-Jährige „fit wie ein Turnschuh“. In Untermeitingen hat er bis vor kurzem noch Tennis gespielt. „Ein Sturz hat mich allerdings ausgebremst“, sagte er. Im Keller seines kleinen Reihenhäuschens stehen ein Hometrainer und noch einige andere Fitnessgeräte.

Redaktionsleiter Kai Lorenz hofft natürlich immer noch, dass er Lades zu dem einen oder anderen Termin überreden kann. Aber auch das „politische Kaufbeu­ren“ wird ihn vermissen. Oberbürgermeister Stefan Bosse würdigte „Phips“ als breit vernetzten Journalisten, der in vielen Vereinen präsent war und mit viel Sachverstand über das Leben in Kaufbeuren berichtet habe. „Ich bin ihm immer gerne begegnet und hoffe, ihn auch künftig bei dem einen oder anderen Termin in Kaufbeuren zu treffen“, so Bosse.

Philipp Lades kam über eine Anzeige zum Kreisbote. Er war 1992 aus dem aktiven Berufsleben als Direktor und Filialleiter der Kaufbeurer Filiale der Commerzbank ausgeschieden und fand das Rentnerleben „einfach nur langweilig“. Beim Vorstellungsgespräch fragte er die damalige Redaktionsleiterin, welche Qualifikationen denn gefordert würden. Genannt wurde, dass man sich in Politik, Sport und Gesellschaft auskenne.

In allen Bereichen konnte Lades punkten. Als Vorsitzender der „Freien Wählergemeinschaft“ brachte er die notwendigen politischen Insiderkenntnisse mit. Auch der Sport war für ihn kein Thema, denn als Vorsitzender des Turnvereins 1858 in Kaufbeuren e.V. verfügt Lades über zahlreiche Kontakte zu Sportlerkreisen. Mit den Worten, „Sie sind eigentlich überqualifiziert“, startete Philipp Lades seine zweite Karriere als freier Journalist.

Seine erste Karriere begann der in Schwabach geborene Franke in seiner Heimatstadt mit einer Lehre als Industriekaufmann. Die Arbeit war ihm jedoch zu stupide. Über einen Freund landete Lades dann in der Auslandsabteilung der Commerzbank in Nürnberg. Die Finanzierung von Import- und Exportgeschäften und Devisenhandel gehörten zu seinem Alltagsgeschäft. Obwohl branchenfremd, arbeitete er sich schnell in die Materie ein. Sein Arbeitgeber unterstützte ihn mit einem „Durchlauf“ durch alle Abteilungen, vergleichbar mit einem heutigen Traineeprogramm.

Mit seiner Versetzung nach Augsburg mit der Maßgabe des Ausbaues der im Februar 1967 zu eröffnenden Filiale begann die eigentliche Karriere. Sein Arbeitgeber ernannte ihn zum Handlungsbevollmächtigten mit erweiterter Vollmacht und später zum Prokuristen. Gekrönt wurde seine berufliche Laufbahn 1981 mit der Ernennung zum Direktor und Filialleiter.

Die Arbeit für den Kreisbote habe ihm sehr viel Spaß gemacht, sagt Lades. Geschrieben hat er viel. Ganze Ordner, voll mit den von ihm verfassten Zeitungsartikeln, stehen zu Hause. Der vorläufige Abschluss dieser Tätigkeit als Journalist war die Teil-Berichterstattung über das diesjährige Tänzelfest. Ob es der letzte Artikel war und nun endgültig Schluss ist, lässt Philipp Lades offen.

von Siegfried Spörer

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
Video
Parkettböden - Wohngefühl und Lebensqualität
Parkettböden - Wohngefühl und Lebensqualität
Neues Konzept für alten Friedhof
Neues Konzept für alten Friedhof
Einschränkung für Bahnfahrer
Einschränkung für Bahnfahrer

Kommentare