Mehr als nur Kosmetik

Fünf Architekturbüros aus Augsburg, München und Marktoberdorf hat die Initiative „Mitten in Marktoberdorf” kürzlich zu einer gemeinsamen Planerwerkstatt eingeladen. Das Ziel der Veranstaltung: Ideen finden für eine sinnvolle Umgestaltung der Tiefgarage beim Rathaus, um ihre Nutzung durch die Autofahrer zu erhöhen.

Vier Architekten-Teams folgten der Einladung ins Emmi-Fendt-Haus nach Marktoberdorf; ein Büro sagte aus Krankheitsgründen ab, möchte aber seine Entwürfe nachreichen. Die vier Experten diskutierten den ganzen Tag über verschiedene Vorschläge und skizzierten diese auf den vorhandenen Plänen der Tiefgarage oder einfach freihändig. Auch die Bürger waren aufgefordert, vorbei zu kommen und ihre Gedanken einzubringen. Doch nur rund zehn Einwohner nahmen über den Tag verteilt die Gelegenheit wahr, eigene Wünsche einzubringen. Eine Besucherin sprach sogar davon, dass sie in der Tiefgarage klaustrophobische Zustände bekäme. Die Beleuchtung, die Farbgebung und der Einbau eines Aufzugs waren die zentralen Gemeinsamkeiten fast aller Vorschläge der Architekten, die im Einzelnen folgende Ideen bei der abschließenden Präsentation vortrugen: Peter Haimerl empfand Ist-Zustand als „Kellercharakter mit dem Ausgang an der dunkelsten Stelle”. Der Architekt aus München möchte den „Lichtweg in Richtung Stadtmitte fortziehen” und aus der „Tiefgarage eine Hochgarage machen”, da sich nach seiner Meinung das Gelände entsprechend modellieren ließe. „Reine Schönheitsoperationen bringen die Tiefgarage nicht voll”, meint Zdenek Kolar. Er würde auch Aufzüge und somit behindertengerechte Zugänge schaffen sowie den Rathausplatz durch mehr Grün aufwerten. Gleichzeitig schlägt der Architekt aus Marktoberdorf vor, die Öffnungszeiten und das Nutzungsangebot zu überdenken. So sind bisher die Öffnungszeiten an das Rathaus gebunden, nur Dauerparken können außerhalb dieser Zeiten rein und raus. Kolar schlug als Beispiel vor, drei Freistunden zu gestatten, um die Autofahrer zur Nutzung der Rathaus-Tiefgarage zu animieren. Klares Leitsystem Optisch viel verbessern möchte Thomas Traut und dabei die Achse der Einfahrt bis zum Rathausplatz hin fortführen. Wie von einem Tor aus sollen die Besucher „angesaugt” werden, erörterte der Marktoberdorfer Architekt. Ein klares Leitsystem in der Tiefgarage soll es den Nutzern erleichtern, sich zurecht zu finden, und zugleich soll alles luftiger wirken. Dafür möchte Traut mit schwarzen Stahlelementen, Glaskörpern und einem Farbkonzept arbeiten. Die oberirdischen Parkplätze zu erweitern, die Grünflächen dafür zu dezimieren, aber die Bäume zu erhalten, plant Julia Mang-Bohn aus München. An sich fand die Architektin die Tiefgarage übersichtlich, das Problem seien die Ausgänge. Ihre Vorstellung beinhaltete daher ein helles Farbkonzept und den Einsatz von Glasdächern bei den Eingängen sowie den Einbau von Glasoberlichtern, damit die Tiefgarage offener wirkt. Fortsetzung im September Ein Bewertungsgremium, zu dem auch Vertreter der IG „Mitten in Marktoberdorf“ und Bürgermeister Werner Himmer gehören, wird jetzt Anmerkungen und Ergänzungen zu jedem Vorschlag machen und diese dann den jeweiligen Architekturbüros zukommen lassen. Die Planer haben dann bis September Zeit, ihre Skizzen nachzubearbeiten, „dann geht’s ans Eingemachte“, so Bürgermeister Himmer.

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