Künftig mehr mitreden

Baulandentwicklung für Aitrang geplant

Baustelle Aitrang
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Ortsentwicklung in Aitrang: Verdichtung im Ortskern spart Flächen im Außenbereich.
  • Felix Gattinger
    VonFelix Gattinger
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Aitrang - Um die baulichen Entwicklungen auf ihrem Gebiet besser steuern zu können, hat sich die Gemeinde Aitrang für ein Baulandentwicklungskonzept entschieden. Laut Bürgermeister Michael Hailand soll das Konzept der Gemeinde ermöglichen, die Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum sozial verträglich und in ausgewogener Weise mitzugestalten. Die Stadt Füssen habe bereits ein Baulandentwicklungskonzept beschlossen, berichtete Hailand, in Marktoberdorf sei ein solches in Vorbereitung. Das Ziel des Aitranger Konzeptes sei eine ressourcenschonende Bodennutzung, die dem Wohl der Allgemeinheit diene, so Hailand weiter. Um Flächen zu sparen, wolle man die Baulandausweisungen im Außenbereich minimieren und sich auf Leerstände und Bau­lücken im Inneren konzentrieren. Für einen besseren Überblick soll ein Baulücken- und Leerstandskataster angelegt werden, das laufend fortgeschrieben wird.

Von nun an wird die Gemeinde vor Beginn eines Planungsverfahrens 70 Prozent der infrage kommenden Flächen ankaufen. An die späteren Verkäufe dieser Flächen werden Bedingungen im Sinne des Konzeptes geknüpft sein, die für Investoren und Bauherren bei der Realisierung von Wohnraum verpflichtend sein werden. Davon betroffen sind beispielsweise die Anteile von gefördertem Wohnraum, sowie diesbezügliche Belegungs- und Besetzungsrechte der Gemeinde. Ferner kann die Gemeinde Veräußerungsbeschränkungen und Eigennutzungsverpflichtungen verhängen. Weiterhin vorgesehen sind Wiederkaufs- und Ankaufsrechte, Vertragsstrafen sowie eventuelle Vormerkungen im Grundbuch zugunsten der Gemeinde.

Innerhalb von fünf Jahren

Von dieser Neuregelung nicht betroffen sind Baulandausweisungen mit einer Gesamtfläche bis zu 1500 Quadratmetern. Weist die Gemeinde künftig Bauland aus, so wird der Bauherr verpflichtet, die Flächen innerhalb der nächsten fünf Jahre zu entwickeln. Abweichungen hiervon sind nur bei größeren Projekten möglich, die sich in verschiedene Bauabschnitte gliedern lassen.

Auch an den Folgekosten der Wohnraumschaffung sollen sich die privaten Grundstückseigentümer und Investoren in Zukunft beteiligen. Dies betrifft sowohl die Bauleitplanung, als auch eventuelle Kosten für Erweiterungen der Infrastruktur, wie zum Beispiel für zusätzliche Kindergartenplätze oder den Ausbau der Versorgung mit Wasser und Elektrizität sowie für die Erweiterung des Abwasserkanalsystems.

Verschärfte Fassung

Kurz vor der Beschlussfassung gab es einen Antrag des Gemeinderatsmitglieds Gottfried Moser, der eine verschärfte Version des Baulandentwicklungskonzeptes zur Abstimmung vorlegte. Sein Alternativkonzept enthielt im Wesentlichen folgende Änderungen: Der Grundsatzbeschluss zur Baulandentwicklung tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft und schließt auch alle bereits laufenden Verfahren mit ein. Ein ursprünglich enthaltener Passus, indem sich die Gemeinde Aitrang vorbehielt, in begründeten Einzelfällen von den Grundsätzen ihres Konzeptes abzuweichen, sieht Mosers verschärfte Fassung nicht vor.

Nach einem kontroversen, aber sachlichen Austausch verabschiedeten die Aitranger Gemeinderäte das Baulandentwicklungskonzept in seiner verschärften Fassung mit einer relativ knappen Mehrheit von acht Stimmen und sechs Gegenstimmen.

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