Pforzener Gemeinderat befasst sich mit Zukunftsprojekten

Ampel oder Kreisverkehr in Pforzen?

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Eine Ampelanlage soll im Zentrum Pforzens an dieser Kreuzung für mehr Sicherheit sorgen.

Pforzen – Zwei Themen – Umsetzungsmaßnahmen von Teilbereichen aus dem bestehenden Gewässerentwicklungskonzept und die verkehrstechnische Umgestaltung der innerörtlichen Hauptkreuzung – bestimmten die jüngste Sitzung des Pforzener Gemeinderats. Bauvoranfragen fanden, bis auf eine, über die noch einmal zu entscheiden ist, die Zustimmung der anwesenden Ratsmitglieder.

In Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Irsee wurde bereits vor einiger Zeit ein Gewässerentwicklungsplan erstellt, so Bürgermeister Herbert Hofer. Vor kurzem wurde vom Gemeinderat der Nachbargemeinde ein von der Landschaftsarchitektin Gudrun Dietz-Hoffmann ausgearbeitetes Konzept einstimmig verabschiedet. In einer interkommunalen Zusammenarbeit soll nun dieses Projekt auch in Pforzen umgesetzt werden.

Dabei geht es, neben ein paar Gräben, in erster Linie um drei Bäche, die im Raum Irsee entspringen und in der Gemarkung Pforzen in die Wertach münden. Ziel sei es, Krebsbach, Weihergraben und Irseer Bach in ihren naturnahen Zustand zurückzuversetzen. Nach Meinung Hofers hänge aber viel mit der Umsetzung dieser Renaturierungsmaßnahmen davon ab, dass die Grundstückseigentümer an den Bachläufen auch mitziehen.

Wie die anwesende Landschaftsarchitektin, Gudrun Dietz-Hoffmann, bei der Vorstellung ihrer Pläne erklärte, gehöre die Schaffung von 20 Meter breiten Uferstreifen unumstößlich dazu. Dies bedeute, dass die Gemeinde Pforzen rund 100 Hektar Grund kaufen oder pachten müsse. Neben der reinen Renaturierung müsse auch ein Rückbau von Verrohrungen und die Schaffung erforderlicher Hochwasserschutzmaßnahmen in Angriff genommen werden. Die Voraussetzungen für eine entsprechende Förderung in Höhe von 75 Prozent wären hier in diesem Fall gegeben.

Wie zweiter Bürgermeister Josef Freuding ergänzend erklärte, müsse davon ausgegangen werden, dass die Schaffung von entsprechenden Uferstreifen schon bald gesetzlich vorgeschrieben wird. Außerdem sollte bedacht werden, dass durch dieses Projekt hohe Punktzahlen auf dem bestehenden Ökokonto angesammelt werden können. Die Umsetzung des gesamten Konzeptes werde aber, allein schon wegen der Verfügbarkeit der benötigten Flächen, einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen. Wichtig sei es, das Ganze jetzt anzupacken und mit Irsee hier zusammen zu arbeiten, wobei in diesem Zusammenhang auch der Waldumbau voranzutreiben sei.

Einstimmig wurde eine grenz­übergreifende Zusammenarbeit und die Vorlage des ausgearbeiteten Konzepts beim Wasserwirtschaftsamt beschlossen.

Neuralgischer Punkt

Als weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt stand die innerörtliche Hauptkreuzung zur Diskussion. Laut Bürgermeister Hofer habe man dieses Thema in der Vergangenheit schon öfter behandelt. Da der Landkreis entsprechende Finanzmittel 2020 bereitstellen würde, müsse ein Beschluss der Gemeinde vorliegen, für welche Maßnahme sich Pforzen entschieden habe. Nach Meinung von Pforzens Rathauschef gebe es drei Möglichkeiten: Alles so zu belassen wie es jetzt ist, die Installation einer Ampelanlage oder der Bau eines Kreisverkehrs.

Da die Kreuzung schon seit geraumer Zeit als neuralgischer Punkt erkannt wurde und Anlass hitziger Diskussionen war, kam Möglichkeit eins nicht in Frage. Nachdem die beiden weiteren Lösungen kostenmäßig ziemlich gleich sind, wurde eingehend über die Vor- und Nachteile eines Kreisverkehrs und einer Ampelanlage diskutiert. Man war sich schließlich mehrheitlich einig, dass Lichtsignale Fußgängern, Kindern, Radfahrern und vor allem auch Senioren mehr Sicherheit böten. Auch könne eine Ampelanlage, falls diese aufgrund der angestrebten Verkehrsberuhigung durch eine Umgehungsstraße nicht mehr in vollem Umfang nötig sein sollte, leichter umgebaut werden als ein Kreisverkehr. Mit einer Gegenstimme wurde schließlich der Variante „Ampelanlage“ zugestimmt.

von Klaus-Dieter Körber

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