Für mehr Sicherheit in der Landwirtschaft

Berufsschule MOD: Lehrlinge werden für ihre Maßnahmen vor Ort geehrt

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Die angehenden Landwirte mit den besten Arbeitsvorhaben zum Thema „Arbeitssicherheit“ mit ihren Ausbildern: (v. li.) Klassenleiter des Berufsgrundschuljahrs an der Staatlichen Berufsschule Marktoberdorf Josef Herz, die Lehrlinge Christian Ledermann, Markus Lerf, Nikolai Petri, Michael Koch und Christian Schenk, Sicherheitsberater der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau.

Marktoberdorf/Ostallgäu – Die Klasse der angehenden Landwirte im so genannten Berufsgrundschuljahr an der Staatlichen Berufsschule Marktoberdorf legte ihre Arbeitsvorhaben zum Thema „Arbeitssicherheit“ vor. Die Lehrlinge hätten ihre Aufgaben mit Bravour bestanden, lobte sie Klassenleiter Josef Herz.

Jeder Landwirt in Ausbildung muss im Berufsgrundschuljahr ein Arbeitsvorhaben ausführen. Dies bedeutet einerseits ganz praktisch, eine Maßnahme zur Verbesserung der Arbeitssicherheit auf dem Lehrbetrieb zu erstellen. Andererseits muss die handwerkliche Arbeit, deren Umfang 20 bis 50 Arbeitsstunden beträgt, in einem Bericht dokumentiert und vor der Klasse präsentiert werden. Vergangene Woche stellten die jungen Auszubildenden ihre Projekte vor, zum Beispiel den Bau einer sicheren Treppe zu Silo oder Lager, die Neuordnung der Betriebswerkstatt, die Sicherung der Güllegrube oder den Bau eines fahrbaren Arbeitspodests. Allesamt Arbeiten, die die Zahl der Unfälle in der Landwirtschaft verhindern sollen. Das Arbeitsvorhaben wird alljährlich von Christian Schenk betreut und bewertet, dem örtlich zuständigen Sicherheitsberater der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau.

Arbeitssicherheit sei, so Lehrer Josef Herz, zunächst ein leidiges Thema. Dennoch lohne es sich, das Bewusstsein der angehenden Landwirte für einen sicheren Betrieb zu schärfen. „Wir wollen bereits die Jugendlichen so erziehen, dass sie unfallfrei arbeiten“, fügte Christian Schenk hinzu. Im letzten Jahr seien über 33.000 Berufsunfälle bei der Berufsgenossenschaft in Bayern gemeldet worden. Jeder sei einer zu viel, wie Schenk betonte. Unfälle seien immer schwerwiegende Ereignisse mir anhaltenden Folgen. Im Rahmen des Arbeitsvorhaben wird zunächst der landwirtschaftliche Betrieb des Auszubildenden auf Unfallgefahren hin von Sicherheitsberater Schenk besucht. Dabei können Mängel und deren Aufhebung besprochen werden. Dadurch erhält auch der Lehrling einen praktischen Einblick in das Thema Arbeitssicherheit vor Ort und kann eine konkrete Verbesserung vorschlagen und realisieren.

Die vier besten Projekte haben in diesem Schuljahr Christian Ledermann, Markus Lerf, Nikolai Petri und Michael Koch umgesetzt. Christian Ledermann erstellte auf dem elterlichen Betrieb eine Treppe in eine Montagegrube und installierte eine Rückfahrkamera am Ladewagen. Markus Lerf organisierte die Betriebswerkstatt neu. Nikolai Petri baute beim Ausbildungsbetrieb ein fahrbares Arbeitspodest und Michael Koch gestaltete ebenfalls die hofeigene Werkstatt neu.

von Angelika Hirschberg

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