Ein Meilenstein für die Feuerwehren

Zweckvereinbarung zur Zusammenarbeit im Feuerwehrwesen Ostallgäu-Nord unterzeichnet

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Die Bürgermeister der neun am Projekt „Interkommunale Zusammenarbeit im Feuerwehrwesen“ beteiligten Gemeinden sowie Kreisbrandrat Markus Barnsteiner (Mitte) unterzeichneten im Rathaus ­Mauerstetten eine entsprechende Zweckvereinbarung.

Mauerstetten – „Heute ist ein ganz besonderer und großer Tag für die Freiwilligen Feuerwehren im nördlichen Ostallgäu“, sagte Kreisbrandrat Markus Barnsteiner anlässlich der Unterzeichnung einer Zweckvereinbarung zur Interkommunalen Zusammenarbeit im Feuerwehrwesen. „Wir feiern heute sozusagen eine Grundsteinlegung, obwohl mit dem eigentlichen Bau noch gar nicht begonnen wurde. Andererseits haben wir heute etwas Großes und Wichtiges für die Zukunft erreicht und geschaffen“.

Viele Jahre wurde in Kreisen der Feuerwehr händeringend nach brauchbaren Lösungen gesucht, um gemeinschaftlich den immer größer werdenden Problemen einer ordnungsgemäßen und sachgerechten Prüfung und Wartung von Schläuchen, Atemschutzgeräten und Schutzanzügen gerecht zu werden.

Nachdem die letzten Hürden und Unklarheiten in den beteiligten Gemeinden mittlerweile ausgeräumt und geklärt werden konnten, war die Freude dieser Tage groß, alles unter Dach und Fach gebracht zu haben. Die Bürgermeister der Gemeinden Germaringen, Kaltental, Mauerstetten, Oberostendorf, Osterzell, Pforzen, Rieden, Stöttwang und Westendorf unterzeichneten im Mauerstettener Rathaus die aus sechs Textseiten bestehende Vereinbarung, die eine Sicherstellung der gemeindlichen Pflichtaufgaben im Feuerwehrwesen gewährleistet. Dabei können in Zukunft bessere Prüfungs- und Wartungsmöglichkeiten sowie eine ordnungsgemäße Inspektion der Ausrüstung garantiert werden. Dies bedeutet gleichzeitig mehr Sicherheit für die Feuerwehrleute im Einsatz und eine absolute Klärung der Standards bei eventuellen Haftungsfragen.

Neun Gemeinden im nördlichen Ostallgäu mit insgesamt 18 Freiwilligen Feuerwehren und rund 800 aktiven Feuerwehrfrauen und -männern werden künftig in Schlauchpflege und -prüfung, Wartung und Pflege der Atemschutzausstattung, sowie Reinigung und Pflege der persönlichen Schutzausrüstung zentral in Germaringen bedient.

Im Mai 2017 fanden die ersten Gespräche zu einem derartigen Projekt statt. Man war sich damals einig, dass die meisten Wehren die geforderten Bedingungen und Leistungen bei Schlauch- und Kleiderpflege und der Atemschutzgeräte nicht ordnungsgemäß erbringen können. Abhilfe versprach man sich in dem neu geplanten Feuerwehrgerätehaus in Germaringen. Die technischen und auch personellen Voraussetzungen sollten gleich bei der Planung berücksichtigt und geschaffen werden.

Es folgte viel Überzeugungsarbeit bei den einzelnen Feuerwehren und Gemeinden. Einen gewissen Durchbruch brachte im September dieses Jahres ein Gespräch mit Innenstaatssekretär Gerhard Eck und dem damaligen Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer. Dabei wurden für dieses, in Bayern bis dahin einmalige Projekt, Fördermittel in Höhe von rund 260.000 Euro in Aussicht gestellt. Eine Summe, mit der man was anfangen könne. Nach einem festgelegten Schlüssel, wobei Schläuche und weiteres Ausrüstungsmaterial der einzelnen Wehren herangezogen wird, sollen die restlichen Investitionen auf die beteiligten Gemeinden verteilt werden. Ebenso verhält es sich mit den laufenden jährlichen Kosten von 65.000 Euro, die nach Materialbestand prozentual verrechnet werden.

Investitionen entstehen für eine Kompaktanlage zur Schlauchpflege, eine Atemschutzwerkstatt und einen Raum für Kleiderwäsche und -pflege. Darüber hinaus ist ein Übungsturm zur Übungsabwicklung, zum Beispiel Anleitern, Absturzsicherungen, vorgesehen. Zur Unterbringung und Lagerhaltung sowie einer notwendigen Nachtschleuse, die es den Feuerwehren ermöglicht, nach Einsätzen 24 Stunden am Tag Schläuche anzuliefern und wieder mitzunehmen, muss das Gerätehaus etwas größer gebaut werden als für die alleinige Nutzung durch die Freiwillige Feuerwehr Obergermaringen vorgesehen.

Bürgermeister Helmut Bucher betonte in seinen Ausführungen, dass Germaringen zwar als Betreiber dieses Service-Centers in Erscheinung trete, das Ganze aber als echtes „Team­projekt“ anzusehen sei. Großen Wert lege er auch darauf, dass mit dieser nun „aus der Taufe gehobenen“ Interkommunalen Zusammenarbeit im Feuerwehrwesen Ostallgäu-Nord, keine Entscheidung oder Wertschätzung gegen die Service-Stellen in Kaufbeuren beziehungsweise Buchloe gefällt wurde. Beide Standorte seien allein schon wegen völlig überlasteten Personals kaum noch in der Lage, weitere Mehrarbeiten durchzuführen.

Baubeginn soll im Juni nächsten Jahres sein. Die Fertigstellung dürfte dann Mitte 2020 anstehen. Bis dahin gibt es aber noch genügend Gesprächs- und Informationsbedarf. So sind für Januar und Februar weitere Gespräche mit den Feuerwehrkommandanten geplant, um eventuell weitere Ideen zu berücksichtigen und die Richtung festzulegen, in welche der weitere Weg dann führen soll.

von Klaus-Dieter Körber

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