16 Millionen Euro-Investitionen

Nach zwei Jahren der Erprobung ist der Testlauf des optimierten Eigenmodells (OEM) an der Technischen Schule der Luftwaffe 1 (TSLw1) zu Ende. „Der Abschlussbericht wird bis Anfang April herausgegeben“, berichtete vergangene Woche der Kommandeur der TSLw1, Oberst Richard Drexl. Doch nicht nur das OEM bringt Veränderungen an der Schule mit sich, auf dem gesamten Gelände des Fliegerhorstes stehen in den kommenden Jahren Verän- derungen an. In dem Zuge werde auch über Veräußerungen nachgedacht.

In den vergangenen zwei Jahren konnte trotz Personalabbaus der Lehrauftrag ohne Einschränkung ausgeführt werden. Die Struktur sei erfolgreich; „sie funktioniert“, bestätigte Drexl im Gespräch mit der Presse in Bezug auf das OEM. Ob das „Modell Kaufbeuren“ auch ein „Modell der Bundeswehr“ wird, stehe jetzt noch nicht fest. Geprüft wurde, ob es der Bundeswehr möglich sei, den Ausbildungsbetrieb für Fluglotsen und alle Luftwaffentechniker genauso günstig anzubieten wie ein privater Anbieter. Fest steht jedoch, dass dieses Jahr auf dem Fliegerhorst gebaut wird. Alle Unterkunftsgebäude werden erneuert. Nach zirka sechs bis sieben Jahren werden auf diese Weise die 900 Stubenplätze auf den neuesten Stand gebracht. Noch Heuer wird mit dem ersten Unter- kunftsneubau begonnen. Im Zuge der Neubauten auf dem Fliegerhorst könnte es auch dazu kommen, dass die Gebäude rechts der Apfeltrangerstraße, inklusive des Offizierheims, verpachtet oder verkauft werden, teilte Oberst Drexl mit. Auch auf dem Gelände des Fliegerhorstes gäbe es „Bereiche, die leicht auszuzäunen sind“ (Richtung Aktienbrauerei) und die somit veräußert werden könnten. Dies seien allerdings „nur grobe Planungen“, so Oberst Drexl. Und werde frühestens Spruchreif, wenn alle Bauarbeiten abgeschlossen sind. Oberbürgermeister Stefan Bosse sieht in dem eventuellen Verkauf von Flächen „durchaus Chancen“ für die Stadt. Grundsätzlich bedeute „jeder Meter weniger Zaun, weniger Unterhalt“ für die Bundeswehr, ergänzt Bosse. Über die Frage der Standortsicherheit müsse sich derzeit jedoch keine Gedanken gemacht werden. „Denn für jede Neubauentscheidung gibt es eine Überprüfung“, ob ein Standort Bestand hat, sagt Drexl. Saniert wird ebenfalls das Kanalnetz auf dem Fliegerhorst. Eingeplant sind für die Maßnahme vier Jahre. Der Start dafür ist für Oktober anvisiert. Insgesamt wird die Sanierung sowie die Neubauten rund 3,5 Millionen Euro kosten. Weitere 10 Millionen Euro kommen bei dem Bau eines zweiten Towersimulators dazu (wir berichteten). Der Startschuss hierfür fällt bereits im April. Der alte Simulator soll im Anschluss für zirka eine halbe Million Euro saniert werden. Gebaut wurde dieser im Jahr 2000. Nötig sei der zweiter Tower- simulator unter anderem, da die Kapazität des alten nicht mehr ausreiche. Der Kaufbeurer Simulator sei der einzige militärische dieser Art. Die 360 Grad-Ansicht in dem Simulator ermöglicht den angehenden Fluglotsen sehr realistische Übungsmöglichkeiten. Für den anstehenden Ausbau des Daten-Leitungsnetzes, mit dem im Oktober 2010 begonnen werden soll, gebe es noch keine Kostenübersicht. Der Ausbau bzw. Sanierung sei dringend notwendig, „da nur alte Kupferleitungen“ zur Verfügung stünden. Insgesamt belaufen sich die Investitions- kosten am Fliegerhorst auf 16 Millionen Euro. Soziales Engagement ist für Oberst Drexl und den Fliegerhorst besonders wichtig, denn „wir wollen kein Eigenleben“. Unter dem Motto „Helfen macht Schule“ unterstützt die Bundeswehr mit verschiedenen Aktionen Kindergärten, die Lebenshilfe oder auch Schulen. Auch in der Stadt möchte sich die Bundeswehr stärker einbringen und wird heuer auch beim Tänzelfest vertreten sein. Man darf gespannt sein!

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