"Mit Spaß lernt es sich am besten"

Die Kaufbeurer Familienbeauftragte Elke Schad.

„Jetzt fängt der Ernst des Lebens an!“ Mit dieser Ankündigung wurde schon vielen Kindern klargemacht, dass Lernen und Spaß nicht viel miteinander zu tun haben – oder? Elke Schad, Familienbeauftragte der Stadt Kaufbeuren, und Jürgen Wendlinger von der örtlichen Volkshochschule (VHS) sehen das anders. Sie gehören zum achtköpfigen Organisationsteam des 1. Kaufbeurer Lernfestes, das am 19. Mai von 10 bis 17 Uhr auf dem Gelände von Jörg-Lederer-Schule und Jakob-Brucker-Gymnasium stattfindet. Mit rund 170 lokalen Akteuren aus Schule, Beruf und Sozialem, vielen Attraktionen und Angeboten wird Kaufbeuren an diesem Tag ganz im Zeichen der Veranstaltung stehen. Im Interview mit dem KREISBOTE schildern Elke Schad und Jürgen Wendlinger, warum sie der Meinung sind, dass das Lernfest ein großer Gewinn für Kaufbeuren sein wird und was die Besucher am 19. Mai erwartet.

Frau Schad, Herr Wendlinger, Bildung wird ja schon in vielen Bereichen öffentlich thematisiert. Wie hebt sich das Lernfest da ab, und was genau erwartet die Besucher? Schad: „Bildung ist ein wichtiges Thema in unserer Gesellschaft, da sind sich alle einig. Deshalb gibt es ja schon diverse Bildungsmessen, Beratungsstellen und ähnliches. Wir, das heißt die Kaufbeurer VHS, die Koordinierungsstelle Kaufbeuren-aktiv und ich als Familienbeauftragte der Stadt, verfolgen mit dem Lernfest mehrere ganz eigene Ziele. Vor allem möchten wir zeigen, dass Lernen Spaß machen kann. Deshalb war es Voraussetzung für alle teilnehmenden Akteure, mindestens eine Mitmach-Aktion für die Besucher anzubieten. Diese Mischung aus hochwertiger Information und unterhaltsamer Action ist etwas ganz besonderes und wird die Leute begeistern. Gleichzeitig räumen wir beim Lernfest mit Klischees auf, Ansichten wie beispielsweise „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ oder „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ sind überholt und halten viele Menschen davon ab, Neues auszuprobieren“. Wendlinger: „Unser Konzept steht auf drei Säulen: den Aktiv-Ständen, den Vorträgen und Workshops, und den drei Bühnen. Wir haben darauf geachtet, von der frühkindlichen Bildung bis hin zur Seniorenbildung für die Besucher attraktive Lern- und Bildungsangebote bereit zu halten. Die Akteure repräsentieren mit Ihren Angeboten die vielfältige Bildungslandschaft unserer Stadt und sind daher für Jung und Alt, Familien und Singles gleichermaßen interessant. Ein Schüler, der sich über verschiedene Berufsfelder informieren will, wird genauso fündig werden wie ein Pensionär, der ehrenamtliche Organisationen näher kennenlernen möchte oder eine Familie, die einfach nur einen spannenden Tag erleben will. Der Eintritt ist natürlich kostenlos“. Wer sind die knapp 170 Akteure, die am Lernfest teilnehmen? Schad: „Das sind Vertreter der verschiedensten Firmen, Vereine und Institutionen. Lernen findet in allen Bereichen des Lebens statt, und genauso vielfältig sind die Angebote der Akteure. Eigentlich jede Gruppierung mit Bedeutung ist vertreten, sei es Hawe, das Rote Kreuz, alteingesessene Familienunternehmen, Schulen, und, und, und…die Stadt selbst hat auch einen Stand“. Wird das bei 170 Ständen nicht unübersichtlich? Wendlinger: „Das Gelände rund um die Jörg-Lederer-Schule und das Jakob-Brucker-Gymnasium ist in verschiedene Bereiche eingeteilt. die farblich erkennbar sind. Es gibt die Themenfelder „Familie“, „Kinder und Jugend, „Gesundheit und Umwelt“, „Berufliche Bildung“, „Schulische Bildung“, Kultur und Werte“ sowie „Sport und Freizeit“. Jeder Besucher erhält mit dem Programm einen Plan des Geländes und kann sich so ganz leicht im Rahmen seiner Vorlieben orientieren“. Hat Kaufbeuren denn in diesem Bereich so viel zu bieten? Schad: „Kaufbeuren mag in den Bereichen Industrie und Großunternehmen nicht an erster Stelle stehen, hat aber nicht umsonst bei der Bildungsstudie der Bertelsmannstiftung im vergangenen Jahr so gut abgeschnitten. (Der KREISBOTE berichtete.) Fakt ist: Als ich im Vorfeld des Lernfests ein Konzept beim Ministerium einreichen sollte, auf dem auch vorhandene Bildungsstrukturen dargestellt wurden, war man dort ganz überrascht, wie viel Kaufbeuren in diesem Bereich zu bieten hat. Gerade das Ehrenamt ist hier ganz stark, wir haben hochwertige Schulen mit begehrten Plätzen. Ein Ziel des Lernfests muss daher sein, unsere Stadt als Bildungsstandort zu präsentieren und vorhandene Bildungsmöglichkeiten aufzuzeigen“. Auf dem Plan des Geländes sind die meisten Bereiche draußen angesiedelt. Was, wenn es regnet? Wendlinger: „Bei schlechtem Wetter kann alles kurzerhand in die Schulgebäude sowie in Pavillons verlegt werden – an dieser Stelle ein Dank an die beiden Schulleiter“. Können Sie uns ein paar besondere Attraktionen aus dem Programm nennen? Schad: „Jeder der Akteure hat mit viel Herzblut etwas vorbereitet, da ist es schwer sich zu entscheiden. Wir freuen uns aber beispielsweise sehr auf „Formel 1 in der Schule“, das ist eine Art Technologie-Wettbewerb, bei dem Schülerinnen und Schüler einen Miniatur-Formel 1 Rennwagen am Computer entwickeln, fertigen und anschließend ins Rennen schicken. Bei den Vorträgen haben wir zudem Experten wie Prof. Dr. Rudolf Tippelt mit neuen Erkenntnissen aus der Alters-, Lebenswelt- und Millieufor- schung, oder Prof. Dr. Werner Michl zum Thema „Erlebnispädagogik“ eingeladen. Bei einer Podiumsdiskussion wird unser Oberbürgermeister Stefan Bosse in die Rolle des Moderators schlüpfen“. Wendlinger: „Auf der Homepage www.lernfest-kaufbeuren.de finden Interessierte im Vorfeld das gesamte Programm. Wir danken für das Gespräch.

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