Mitgliederversammlung bei Interessengemeinschaft Pforzen Pro Umgehungsstraße

Realisierung wird dauern

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Immer noch wälzen sich in den Hauptverkehrszeiten bis zu 100 Lkw in der Stunde durch die enge Ortsdurchfahrt in Pforzen. Manche Anwohner sehen die Grenze ihrer Belastbarkeit erreicht.

Pforzen – Die turnusmäßige Mitgliederversammlung der Interessengemeinschaft Pro Umgehungsstraße Pforzen e.V. brachte kürzlich keine Überraschungen. Der Vorstand wurde wiedergewählt. Die Umgehungsstraße ist im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes und wird gebaut. Es könne jedoch noch sieben bis zehn Jahre dauern.

Erster Vorstand Helmut Leonhart begrüßte mit 17 Wahlberechtigten den harten Kern der insgesamt 140 Mitglieder umfassenden Interessengemeinschaft, die sich 2011 gegründet hatte. Schriftführer Albrecht Rudolf stimmte mit der Verlesung des Protokolls der letzten Sitzung in die Aktivitäten der Interessensgemeinschaft ein und Kassenwart Herbert Steinhauser berichtete über die bescheidenen, aber ausreichenden Mittel, die weitestgehend aus Mitgliederbeiträgen stammten.

„Weiterhin ist die Verkehrssicherheit im Ort ein zentrales Thema“, betonte Stellvertreter Günther Kreit in seinem Rückblick auf das vergangene Jahr, „die Prognosen sagen eine Verkehrszunahme von zehn Prozent pro Jahr voraus“. Der scheidende Leiter des Bauamtes Kempten, Thomas Hölzl, hätte zuletzt den Pforzenern noch Mut gemacht: Die Voraussetzungen für den Bau seien erfüllt, jetzt werde sie auch gebaut. „Es ist allerdings immer noch unklar, ob der beschlossene Ausbau der B12 hilft oder bremst“, meinte Kreit nachdenklich.

Routiniert übernahm Pforzens Erster Bürgermeister Herbert Hofer als Gast die Funktion des Wahlleiters für die jährlichen Wahlen des Vorstandes. Da es für die zu besetzenden Stellen keine alternativen Kandidaten gab, wurden die bisherigen Vorstandsmitglieder in Rekordzeit wiedergewählt. Helmut Leonhart bleibt weiterhin Vorstand, unterstützt von seinen Stellvertretern Günther Kreit und Martin Schafnitzel. Als Beisitzer wirken mit: Heidemarie Koch, Franz Königsperger, Peter Neumayer, Anton Wißmiller, Stefan Ried und Dr. Walter Winhard.

Wenig Entspannung konnte Hofer den Zuhörern in seinem Sachstandsbericht mitteilen: „Das staatliche Bauamt in Kempten macht die Planung und es wird sieben bis zehn Jahre bis zum Bauabschluss brauchen“. Derzeit werde durch ein externes Ingenieurbüro ein Anschlussstellenkonzept für die B12 erstellt. Insbesondere eine mögliche Anschlussverlegung in Germaringen sei derzeit nur ein Gedankenspiel. „Ein Belassen der Anschlussstelle würde Pforzen am meisten bringen“, meinte Hofer. „Je weiter die geplante Anschlussstelle nach Norden wandert, umso unklarer sind die Auswirkungen auf Pforzen.“ Nach den Analysen des Ingenieurbüros gehe das Bauamt auf die Gemeinden zu und Ende 2017/Anfang 2018 werde der Plan dann „festgezurrt“.

Eine Lösung für die innerörtliche Kreuzung sei unabhängig von der Umgehungsstraße zu betrachten. Der Landkreis wolle bauen und habe die Kreuzung in ihren Investitionsplan aufgenommen.

Als kurzfristige Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation kamen verschiedene Vorschläge aus den Reihen der Mitglieder: Zusätzliche Geschwindigkeitskontrollen durch die Polizei, farbige Fahrradspur auf der Fahrbahn von der Hauptkreuzung bis zum Sportzentrum oder Zone 30 für alle Fahrzeuge. Steinhauser merkte an, dass die ab Mitte 2018 beginnende Lkw-Maut auf Bundesstraßen zu noch mehr Lkw-Verkehr durch Pforzen führen könne. Dr. Winhard meinte, dass die Verkehrs­insel auf Höhe der Firma Zech wirke. Bürgermeister Hofer erklärte dazu, dass die angezeigten Geschwindigkeiten schon ausgewertet und manchen Raser trotz Verkehrsinsel aufzeigen würden.

„Der Durchgangsverkehr drückt“, fasste Vorstand Helmut Leonhart die Verkehrssituation in Pforzen zusammen. Er hatte zuletzt eigene Zählungen angestellt und in den Schwerpunktzeiten bis zu 95 Lkw in der Stunde gezählt. Ernüchternd meinte er dazu: „Insbesondere die ortsnahen und somit ortskundigen Speditionen fahren zu schnell“.

von Wolfgang Krusche

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