Beleuchtung der Frauenkapelle

Über Licht und Dunkel

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Seit kurzem bildet die Frauenkapelle den beleuchteten Mittelpunkt der Marktoberdorfer Innenstadt. Die Initiative Stadtmarketing finanziert die Illumination.

Marktoberdorf – Über Jahrhunderte im Dunkeln sorgt seit kurzem die Frauenkapelle in Marktoberdorf für einen beleuchteten Stadtmittelpunkt. Die Initiative Stadtentwicklung (ISM) hat die Beleuchtung der Frauenkapelle selbst in die Hand genommen: Zwei LED-Strahler tauchen die Fassade seit neuestem in ein warmes Licht.

Neben der Finanzierung der Leuchtmittel und der elektrischen Installation wird die ISM auch für den Stromverbrauch aufkommen. Das bestätigte ISM-Vorsitzender Franz Josef Fendt anlässlich der Mitgliederversammlung des Vereins vergangene Woche.

Darüber hinaus sprachen sich die Mitglieder, weitestgehend Unternehmer und Einzelhändler der Kreisstadt, für einen Ideenwettbewerb aus, der Plänen für eine Wiederbelebung des Emmi-Fendt-Hauses neuen Schwung geben soll. Ein weiterer Anlauf also für das Innenstadt-Areal, das seit über zehn Jahr ungenutzt ist. Wie genau dieser Wettbewerb aussehen soll, ob er eine Bürgerbeteiligung, eine Zweckbindung und eine mögliche Förderung vorsieht, blieb indes vage.

Auch der Vortrag des Designers Andreas Koop aus Rückholz konnte nur wenig Erleuchtendes in Sachen Stadtentwicklung für Markt­oberdorf bieten. ­Koop startete mit provokanten Thesen zur Entwicklung von Stadt und Land, zum Dorf als Insel der Glückseligen, zur Einsicht, dass die natürliche Umgebung des Menschen mittlerweile eine künstlich gestaltete ist. „Auch im Allgäu, der Region mit den artenärmsten Wiesen der Republik“, so der Gestalter. Er riss den Spannungsbogen an, in dem sich Marktoberdorf – halb Stadt, halb Dorf – befinde. Und stellte für sich durchaus parabelartig klar, dass er es verstehe, warum es immer mehr Wildtiere, wie Rabe und Fuchs, in die Großstädte ziehe.

Koop referierte dann aber größtenteils über ein interdisziplinäres Symposium aus dem Jahr 2015 mit dem Titel Stadt.Land.Schluss, zu dem sich Redner aus verschiedenen Ländern, Theoretiker und Praktiker, auf dem Schlosshügel von Marktoberdorf eingefunden hatten. Das Symposium Stadt.Land.Schluss wird auch im kommenden November wieder in der Musikakademie zu Gast sein, allerdings erneut ohne Einbeziehung der breiten Bevölkerung.

von Angelika Hirschberg

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