Alpenverein weiter hoch hinaus

Mitgliedsversammlung des DAV Kaufbeuren-Gablonz schaut vertrauensvoll in die Zukunft

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Sichtlich entspannt und zufrieden gaben sich am Ende der Veranstaltung das alte und das neue Führungsteam des in vielen Bereichen engagierten Ortsverbands.

Kaufbeuren – Die Sektion Kaufbeuren-Gablonz des Deutschen Alpenvereins (DAV) ist mit über 6100 Mitgliedern mit Abstand der größte Verein in der Wertachstadt. Mit seinem breiten Angebot an Freizeitaktivitäten, sowie einem umfangreichen politischen und ökologischen Engagement zählt der Ortsverband auch zu den aktiveren Gruppen in der Region.

Die Geschäftsstelle hatte am Mittwochabend vergangener Woche zu seiner alljährlichen Mitgliederversammlung in das eigene Vereinshaus in der Buronstraße eingeladen, das viele Einheimische wegen seiner attraktiven Kletteranlagen kennt.

Trotz landesweiter Krisenstimmung gab es ein volles Haus, ausgelassene Stimmung und von Beginn an erwartungsvolle Gesichter. Kein Problem, dass sich der erste Vorsitzende, Ralf Trinkwalder, krankheitsbedingt entschuldigen lassen musste, denn mit der langjährigen zweiten Vorsitzenden, Susanne Kraus, war ein vollwertiger Ersatz für die Leitung der Sitzung gefunden worden. Eine wertvolle Unterstützung beim organisatorischen Ablauf des Abends war auch der erfahrene Schatzmeister, Marcus Zappe.

Kompetenz und Präzision groß geschrieben

Die übersichtliche und informative Darstellung des Schatzmeisters über Einnahmen und Ausgaben des Bergsportvereins ließen für das Publikum kaum Fragen offen, so dass der Vorstand nach dem bestätigenden Bericht der Kassenprüfer einstimmig entlastet wurde.

Die Zahlen sind aufschlussreich. Der Jahreshaushalt hat mit etwa 300.000 Euro für einen regionalen Verein schon eine bedeutende Größenordnung. Das breite Leistungsangebot an Freizeitmaßnahmen, das sich keineswegs nur auf den Wander- und Klettersport konzentriert, wird durch Mitgliedsbeiträge, Spenden, Einnahmen und Gebühren zum Beispiel aus Ausrüstungsverleih oder Vermietung der Tagungsräume abgedeckt.

Die bestehenden Schulden konnten durch wirtschaftliches Verhalten bis auf 150.000 Euro getilgt werden und sollen in einem Jahr auf 100.000 abgebaut werden. Obwohl für die Instandhaltung der Kletterlage und für die Verwaltung beispielsweise je 20.000 Euro ausgegeben werden mussten, bleiben nach Zappes Auskunft nach einem sehr erfolgreichen Jahr „noch 90.000 Euro auf der hohen Kante“.

Die Mitgliedsbeiträge stellten einen gesonderten Tagesordnungspunkt dar. Der bisherige Mitgliedsbeitrag beläuft sich derzeit auf 67,50 Euro. Dieser Beitrag kann je nach Kategorie stark variieren. Der Interessierte findet eine detaillierte Übersicht auf der Homepage des Regionalverbands. Von dem genannten 67,50 Euro muss die Sektion aber gleich 33 Euro an den Hauptverband abführen. Da sich dieser Anteil im nächsten Jahr deutlich erhöht, beschloss die Mitgliederversammlung nach kurzer Debatte eine Erhöhung auf künftig 75 Euro.

Nach dem Jahresrückblick von Kraus auf die Aktivitäten und Anschaffungen des vergangenen Jahres, stellte diese Zustimmung eine reine Formsache dar. Nicht ohne sichtlichen Stolz verwies die zweite Vorsitzenden beispielsweise auf die Anschaffung eines neuen Vereinsbusses hin, der nach den bisherigen Erfahrungen auch völlig ausgelastet ist.

Fast neues Vorstandsteam

Nachdem die zweite Vorsitzende und Schatzmeister aus persönlichen Gründen zurücktreten wollten, war die professionell abgewickelte Neuwahl mehr als eine bloße Bestätigung des alten Führungsteams. Mit einstimmiger Zustimmung und der Enthaltung der jeweiligen gewählten Person, setzt sich der neue Vorstand wie folgt zusammen: Erster Vorsitzender bleibt Ralf Trinkwalder. Die bisherige zweite Vorsitzende, Susanne Kraus, wird durch die 27-jährige Gesa Landsgesell ersetzt und die Aufgaben des bisherige Schatzmeister, Marcus Zappe, wird der bereits gut eingeführte Uwe Brück übernehmen. Uta Lübbing-Trinkwalder wird für eine weitere Periode das Amt der Schriftführerin wahrnehmen. Der 27-jährige Marvin Hausmann wird als Jugendreferent das Amt von Marco Lombardini übernehmen.

Die Besetzung für die Beisitzer, den Beirat, Ehrenrat und die Rechnungsprüfer können der informativen Internetseite des Ortsverbands (www.alpenverein-kaufbeuren-gablonz.de/der-verein/vorstand.html) entnommen werden.

Der abschließende Bericht aus der Jugendarbeit machte noch einmal das besondere politische und ökologische Engagement sowie die vielfältige Zusammenarbeit mit dem Hauptverband und dem Stadtjugendring Kaufbeurens deutlich.

Bezeichnend für die Belastungsgrenzen von ehrenamtlichen Helfern ist der Antrag des langjährigen Vereinsmitglieds Walter Koll, der in Zukunft bei der Gebäudebetreuung einen Teil der notwendigen Arbeiten an bezahlte Unternehmen vergeben will. Dem Antrag auf einen zusätzlichen Mehraufwand – der nach Kolls Schätzung zwischen 5000 und 15.000 Euro liegen wird – stimmten die Mitglieder nach einer kurzen klärenden Diskussion mehrheitlich zu.

von Peter Suska-Zerbes

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