Stadt Marktoberdorf sichert sich Vorkaufsrecht an Klinikareal

Keine medizinische Nutzung in Sicht

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Noch steht offen, was mit dem Krankenhaus Marktoberdorf und seinem 40.000 Quadratmeter großen Grundstück geschieht. Die Stadt sicherte sich nun das Vorkaufsrecht und verspricht konkrete Planungen.

Marktoberdorf – „Was immer hier entsteht, wird das Stadtbild prägen“, sagte Bürgermeister Wolfgang Hell im Stadtrat vergangene Woche und verwies unmissverständlich auf das Klinikareal in Marktoberdorf – 40.000 attraktive Quadratmeter am Rande des Stadtgebiets. Die Stadt sicherte sich nun mit einem mehrheitlichen Beschluss des Stadtrats das Vorkaufsrecht für das Klinikgelände. Sie tat dies nur wenige Tage bevor der Verwaltungsrat des Kommunalunternehmens der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren bekannt gab, dass sich auch bei der zweiten europaweiten Ausschreibung des Marktoberdorfer Krankenhauses kein Interessent für eine medizinische Nutzung gefunden habe.

Allerdings gebe es drei ernsthafte Bieter, so Kinik-Vorstand Dr. Philipp Ostwald, die zwar an einer Weiterentwicklung des Geländes, jedoch nicht an einer Verwendung des ehemaligen Krankenhaus-Gebäudes interessiert seien. Hier setzt nun die Stadt Marktoberdorf an, die es nicht einem Investor überlassen wolle, was mit dem großen Areal entlang der Hochwiesstraße geschehe. „Wir wollen die Weichen stellen“, betonte das Stadtoberhaupt. Kurzfristig war der Punkt „Sicherung des Vorkaufsrecht“ in die Haushaltsberatung des Stadtrats eingeschoben und eilig (mit den Gegenstimmen der Grünen) verabschiedet worden. Das sei laut Auskunft eines zu Rate gezogenen Verwaltungsjuristen im Rahmen des Baugesetzes möglich, so Marion Schmid vom städtischen Bauamt. „Die Stadt besitzt ein generelles Vorkaufsrecht nämlich nur in Bezug auf Sanierungsmaßnahmen im Innenstadtbereich und im Straßenbau“, erklärte Schmid auf Nachfrage des Kreisboten. 

Der Stadtrat beschloss daher auch, städtebauliche Maßnahmen für das Klinikgelände in Betracht zu ziehen, sprich einen Bebauungsplan aufzustellen. Aus Sicht des Bauamts komme für das Areal eine „maßvoll verdichtete Folgenutzung für Wohnzwecke“ infrage, wie die Stadtarchitektin ausführte. Darunter seien beispielsweise eine Kindertagesstätte, ein Wohnheim für Behinderte und Wohngebäude zu verstehen, die mit Mitteln der sozialen Wohnraumförderung gebaut werden könnten. „Das Gelände soll den Marktoberdorfern zugute kommen“, versprach Bürgermeister Hell. 

Die Stadt will ihre Planungsziele nun konkretisieren und ein Bauleitplanverfahren in die Wege leiten. Auch das Bieterverfahren ums ehemalige Krankenhaus geht nun in die nächste Runde. Nach eingehender Diskussion hat der Kliniken-Verwaltungsrat den Vorstand beauftragt, die drei Interessenten zur Abgabe eines Angebots aufzufordern. Verwaltungsratsvorsitzende Maria Rita Zinnecker betonte: „Es ist nach wie vor unser Bestreben, die bestmögliche Lösung sowohl für die Bürger der Stadt Marktoberdorf als auch für die Bürger des ganzen Landkreises zu finden – eine Lösung, mit der möglichst viele zufrieden sind.“ von Sabrina Hartmann

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