Einschätzung zum großen Wohn- und Geschäftshaus an der Salzstraße Marktoberdorf

„Modern, aber nicht futuristisch“

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Das Haus an der Salzstraße wird abgerissen, da soll ein neuer Komplex mit Läden, Büros und Wohnungen entstehen. Hinten der Ausläufer der bewaldeten Buchel.

Marktoberdorf – Als markanter Bau, der „modern, aber nicht futuristisch“ sei, wird das geplante Wohn- und Geschäftshaus bewertet, das unterhalb der bewaldeten Buchel in Marktoberdorf an der Stelle errichtet werden soll, wo die Salzstraße in die Bundesstraße 16 mündet. Mit dem Satzungsbeschluss des Stadtrates ist nunmehr der Weg frei dafür, dieses Grundstück baulich zu entwickeln.

Für das Projekt hat die Stadt eigens einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan auf den Weg gebracht. Geplant ist, wie bereits berichtet, eine moderne halbkreisförmige Riegelbebauung anstelle der bestehenden Gebäude, die teilweise baufällig sind. Auf dem Grundstück soll eine Tiefgarage entstehen.

In der letzten Auslegung des Bebauungsplanes sind 26 Stellungnahmen eingegangen, wie Stadtplaner Marian Baumeister vom beauftragten Büro Sieber (Lindau) berichtete. Davon seien 16 ohne inhaltliche Kommentierung.

Mehrere Sachgebiete des Landratsamtes bezogen dagegen ausführlich Position – wie zum Beispiel der Immissionsschutz (Stichwort Lärm durch Tiefgarage) oder die Naturschutzbehörde, die auf der Südseite ein Geländer und ein spezielles Glas vorschlägt, damit möglichst wenig Vögel von der Buchel dort durch Anprall getötet werden. Stadtrat Peter Grotz fragte dazu ironisch nach: „Ma ka aber scho no nausschaue, oder?“

Zur Sichtachse

Deutlich fiel die Stellungnahme aus Sicht der Kreisheimatpflege aus. Da war davon die Rede, dass der geplante Neubau die „Sichtbeziehung zum Schlossberg“ beeinträchtige. Außerdem wurden Architektur und Materialien als „zu modern“ bewertet. Der geplante Baukörper sei in zwei Gebäudeteile zu gliedern.

Eine Anregung des Kreisheimatpflegers war der Aufbau eines Satteldaches mit Giebelschild als ortsbildprägendes Gestaltungselement. Für einen wirtschaftlichen Dachausbau und Optimierung der Wohnfläche könnten ein hoher Kniestock und zur Südseite großzügige Dachaufbauten zugelassen werden. Anstelle der Blecheindeckung sollten Ziegelpfannen verwendet werden.

In der Abwägung heißt es freilich, das geplante Gebäude sei „eine Verbesserung“ und stelle keinen Fremdkörper dar. Es sei „modern, aber nicht futuristisch“. Das Wohn- und Geschäftshaus bringe eine Aufwertung und Nachverdichtung mit sich, die das Quartier attraktiver mache.

Am Tor zur Innenstadt

Der Standort des neuen Gebäudes befindet sich an der Ecke Salzstraße/Füssener Straße direkt am Rand des Stadtzentrums – gegenüber dem Geschäftshaus Atterer. Der Neubau wird Teil des vielbefahrenen Kreuzungspunktes und bildet zusammen mit den Nachbargebäuden – aus Richtung Füssen bzw. Schongau kommend – gleichsam das Tor zur Innenstadt.

Es folge keine Planänderung mehr, sagte Marion Schmidt vom Stadtbauamt. Eine weitere Auslegung sei nicht mehr erforderlich. Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell ergänzte, der konkrete Bauantrag sei nochmals zurückgezogen worden, weil noch Punkte zu klären seien. Bauherr ist die Firma Höbel Immobilien aus Immenhofen.

jj

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