Mönche im Umzugsstress

Dass die „Ökumenische Zisterzienser-Abtei St. Severin" seit geraumer Zeit mitten im Aus- und Umzugstrubel steckt, haben wir mehrfach berichtet. Die bisherigen Räumlichkeiten in Leinau werden leerer und leerer und in den Räumen der ehemaligen Radarstation „RASIF" der Bundeswehr im Eichwald stapeln sich die Kartons.

Gehen wir aber noch einmal die „Stationen" durch, die letztlich zu dieser Lösung geführt haben: Bis Ende Januar mussten „zunächst" die bisherigen Klosterräume geräumt sein. In Verhandlungen wurde bewirkt, dass die Mönche noch einen Aufschub bis 31. März hatten. Als „Zwischenlager" kam ein Stall in der Nähe infrage, der vorläufig noch als Lagerstätte für die Waren der Peruhilfe dienen wird. Nachdem knapp 100 Objekte gesichtet wurden, entschied man sich für die ehemalige Radarstation bei Oberbeuren, da diese am Meisten mit dem Klosterkonzept (wie in Leinau) übereinstimmte. Bei den anderen Gebäuden fehlte immer eines der existentiellen Notwendigkeiten, wie zum Beispiel ein Gottesdienstraum/Kapelle, oder Räumlichkeiten für die Produktion mit entsprechendem Lager (da die Mönche ausschließlich durch ihrer Hände Arbeit leben, wie es in der Regel des Heiligen Benedikt vorgegeben ist, und die monatlichen Kosten gedeckt werden müssen, wie z.B. Pachtzahlungen etc.). Einmal den Entschluss gefasst, mussten erst mal „bürokratische" Hürden genommen werden: So hatten Bauausschuss und Stadtrat der Stadt Kaufbeuren die Umwidmung der ehemaligen Radarstation zum Kloster mit Wirtschaftsbetrieb zu genehmigen. Am 16. März war die einstimmige positive Entscheidung gefallen. Am 19. März erhielten Freunde und Förderer die Nachricht: „Halleluja - St. Severein hat ein neues Kloster". Ostern 2010 war also ein „Fest der Freude und Dankbarkeit", dass den Menschen in unserer Region St. Severin erhalten geblieben ist, nicht zuletzt als Träger des Peru-Hilfswerks. Aber auch, dass auf einem ehemal- igen Militär-Gelände und -Gebäude ein Kloster entstehen darf. Bis Ende April sollen die nötigsten Umbau- und Renovierungsarbeiten und der größte Teil des Umzugs abgeschlossen sein, sodass ab Mai der „reguläre Klosterbetrieb" am neuen Standort aufgenommen werden kann. Von den acht Stockwerken werden fünf genutzt. Die Mönche bitten um Nachsicht, wenn anfänglich noch nicht alles perfekt läuft. Es stehen noch weitere Sanierungsmaßnahmen (z.B. Heizung) und Investitionen (Auto, Hoflader für die vielen Arbeiten auch in den Klostergärten) an, damit ein reibungsloser Betrieb gesichert werden kann. Nur so kann Seelsorge, Beratung, Gottesdienste, Bildungswerk, Klosterladen, die Kräuterproduktion, der Kräuterschaugarten und die Hilfsprojekte gewährleistet werden. Leider ist am neuen Standort (noch) kein Lager für die Hilfsgüter, sodass die Peruhilfe „Santa Rosa" vorübergehend in einem Stadel in Leinau untergebracht ist. Und nun der „Blick in die Zukunft": Am 29. und 30. Mai wird die Eröffnungsfeier stattfinden, wozu jetzt schon herzlich eingeladen wird. Die Einweihung wird der jüngst geweihte Bischof Matthias Ring am Samstag, 29. Mai, in einem Festgottesdienst um 14 Uhr vornehmen. Am Samstag und Sonntag gibt es von 10 bis 17 Uhr einen Pfingstmarkt, mit Kunsthandwerkern, Pflanzen-, Blumen- und Kräuter-Verkauf und den „Tag der offenen Tür". Für Essen sowie Kaffee und Kuchen ist gesorgt. Am Sonntag ist um 11 Uhr Gottesdienst, nachmittags finden Kräuterführungen statt. Am Samstag ist um 11 und 16 Uhr eine Fotopräsentation über das Peru-Hilfswerk, am Sonntag nochmals um 16 Uhr. Näheres auch auf www.abtei-st-severin.de.

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