Projekt parallel zur Ausstellung „Helmuth und Peter Krusche: Zwei Generationen – ein Name”

"Unsere kunterbunte Stadt" 

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Peter Krusche gab Tipps, lobte, zeigte die richtige Pinselführung oder wie man einen neuen Farbton anmischt und ließ sich „geduldig Löcher in den Bauch fragen”.

Kaufbeuren-Neugablonz – Die erste Kinderausstellung und gleichzeitig „Kaufbeurens größte Ausstellung” – gemessen an der Anzahl der ausstellenden jungen Künstler – kann derzeit im Foyer des Gablonzer Hauses besichtigt werden.

Über 250 Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren aus sieben Schulen und Kindergärten haben über mehrere Wochen hinweg in kleinen Gruppen zunächst eine Führung durch die Ausstellung „Helmuth und Peter Krusche: Zwei Generationen – ein Name” erhalten und sich von Peter Krusches Häuserobjekten inspirieren lassen. 

Anschließend brachten sie unter der Anleitung etlicher ehrenamtlicher Helfer ihre eigenen kreativen Vorstellungen von einer Stadt mit leuchtenden Farben „zu Karton”. Zwei Klassen leitete Peter Krusche selbst an, gab Tipps, lobte, zeigte die richtige Pinselführung oder wie man einen neuen Farbton anmischt und „ließ sich geduldig Löcher in den Bauch fragen”. 

Im zur „Künstlerwerkstatt” umfunktionierten Besprechungsraum des Museums landete die zum Glück wasserlösliche Farbe nicht nur auf dem Karton, sondern auch auf den Händen und den mitgebrachten Kitteln. Die Kinder hatten sichtlich eine Menge Spaß. Offenbar haben sie auch in der Ausstellung sehr genau hingeschaut und sowohl das frühere „Markenzeichen” von Peter Krusche – die gebrochenen Häuserkanten und die einander zugeneigten Häuser, die sich zu unterhalten scheinen – als auch seine Technik des Weglassens von Farbe aus der Serie „Infinito” einige Male übernommen. 

Interessant ist, was die Kinder als erforderlich für eine Stadt ansehen: Es finden sich jede Menge großer Häuser mit vielen Fenstern, mehrere Kirchen, Burgen und Schulen sowie zwei Moscheen und ein überdimensionales SWAT-Auto. Der Fünfknopfturm ist vertreten, Parks mit Brunnen und Gewässern sowie einzelne Bäume und Tiere. Aus einigen Fenstern schauen Menschen und ansonsten bevölkern die Besucher die gewundenen „Straßen” der Ausstellung. Rathaus ist jedoch keines vorhanden... 

Das museumspädagogische Projekt wurde von Stadträtin Ulrike Seifert als Begleitprogramm zur Ausstellung „Helmuth und Peter Krusche: Zwei Generationen – ein Name” initiiert und von der Bürgerstiftung, der Sparkasse und der Kaufbeurer Kulturförderung gesponsert. 

Ohne die ehrenamtlichen Helfer Gudrun Dennes, Thomas Schönhoff, Christa Dressler, Bärbel Fuchs, Erna Guggemos, Werner Pfeifer, Christian Schöler und Walter Roscher wäre das Projekt nicht möglich gewesen. Sie führten die Kinder durch die Ausstellung, betreuten die Künstlerwerkstatt, waren für Vorbereitung und Organisation zuständig, schnitten unermüdlich aus, klebten, sägten, bohrten, rührten Farben an und räumten schließlich alles wieder auf. 

Aber dafür kann sich das Ergebnis jetzt auch sehen lassen. „Unsere kunterbunte Stadt” ist parallel bis zum Ende der Krusche-Ausstellung, die bis 31. Mai verlängert wurde, geöffnet.

von Ingrid Zasche

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