Ein Musikanten-Mix

Frühjahrskonzert der Tänzelfestknabenkapelle begeistert

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Die mittlerweile 76 aktiven Mitglieder der TKK hatten auf der Bühne so gerade eben Platz.

Kaufbeuren – Rund 400 Zuschauer füllten am vergangenen Samstag den Stadtsaal, wohin die Tänzelfestknabenkapelle (TKK) zu ihrem alljährlichen Frühjahrskonzert eingeladen hatte. Und auch die Bühne war gut gefüllt: Die mittlerweile 76 aktiven Mitglieder der TKK hatten dort so gerade eben Platz. Irmgard Ernszt, im Tänzelfest-Vorstand seit gut 20 Jahren für die Knabenkapelle zuständig, musste ihre Begrüßung der Honoratioren von einem dunklen Eckchen ganz am Rand vornehmen. Auch die kenntnisreiche und charmante Moderation von Dr. Ulrike Höhne-Wachter, worin sie interessante Informationen zu den einzelnen Musikstücken vermittelte, musste von dort aus erfolgen.

Dirigent Wolfgang Wagner hatte ein sehr junges, modernes Programm von zumeist noch lebenden Komponisten zusammengestellt. Den Auftakt machte der Marsch „Treffpunkt Europa“ von Hans Joachim Rhinow, eine Hommage an die Europäischen Staaten mit Anklängen an diverse Nationalhymnen. Es folgte das an römische Aufmärsche erinnernde Stück „Condacum“, bevor der Kaufbeurer Bezirksvorsitzende des ASM, Herbert Hofer, die Urkunden und Ehrungen für zehnjährige Mitgliedschaft sowie für das Bestehen der Bläserprüfung D2 (Silber) und D3 (Gold) überreichte. 

Der 14-jährige Paul Dienel hat zugleich mit der D2-Prüfung die besonders schwere D3-Prüfung abgelegt.

Der 14-jährige Paul Dienel hat zugleich mit der D2-Prüfung die – laut Irmgard Ernszt „sehr schwere“ – D3-Prüfung abgelegt. Das Stück „Feuerfest“ nach Josef Strauss in der Bearbeitung von Freek Mestrini kam danach dermaßen schwungvoll ‘rüber, dass das Publikum animiert mit wippte. Es folgte mit „Pushkin“ von Luigi di Ghisallo (eines der Pseudonyme von Kees Vlak) ein, wie es Moderatorin Höhne-Wachter formulierte, „russischer Walzer von einem belgischen Komponisten mit italienisch klingendem Pseudonym“.

Das getragene, altenglische Volkslied „Scarborough Fair“ in der Fassung von Heinz Briegel leitete vor der Pause über zu einem Experiment mit Doc Fetzer, bürgerlich Stephan Wiegand. Er hatte eine Kooperation zwischen seinen Gitarreschülern, der TKK und Teilen der insgesamt 66-köpfigen Streicherklasse der Sophie-La-Roche-Realschule (unter der Realschul-Musiklehrerin Margarete Bauer und Maria Mayer-Günther von der Musikschule) in die Wege geleitet. Das Arrangement für Bläser, Streicher, Gitarre und Gesang des Worship-Songs „Sound of the Saints“ von Adam Agee stammt von ihm, die Partitur hat ihm Robert Eichseher von der Stadtkapelle Landsberg geschrieben. Die ungleichen Musikergruppen harmonierten bemerkenswert gut mit einander. „Einmal im Jahr mache ich mit meinen Schülern etwas, von dem sie später voll Stolz erzählen können: ,da bin ich dabei gewesen!‘, erläuterte Doc Fetzer seine Aktion.

Nach der Pause zeigten sechs Mitglieder des Percussion Ensembles unter Peter Wittmer ihr Können mit „Drivín“, „D.L.G.“ und „Stick Trix” von Tim Pieper. Das nächste Stück „Opening“ von Ernst Hoffmann wird auch Mitte August im BR3-Fernsehen ausgestrahlt werden. Georg Ried hat damit im Sommer 2018 die Tänzelfestkapelle für die Reihe „Mit Blasmusik durch Bayern“ aufgenommen (wir berichteten). Besondere Anforderungen an das Können einer Kapelle stellt das Stück „Contrasts of Life“ von Markus Götz. Heuer ist es ein Pflichtstück beim ASM Jugendblasorchester-Wettbewerb, an welchem am Samstag, 25. Mai, im Kaufbeurer Marien-Gymnasium auch die TKK teilnimmt. Im Anschluss daran erhielten sieben „Ausscheider“ von Dirigent Wolfgang Wagner zur Erinnerung den traditionellen Bierkrug mit graviertem Deckel. Weiter ging’s mit „Trumpet Fiesta“ von André Waignein, dessen kraftvolles, fröhliches Trompeten-Staccato vom gesamten Register im Stehen gespielt wurde. Ein besonderes Schmankerl war das von den Blues Brothers (Markus Stadler und Jacob Schmidt-Tesch) „unter vollem Körpereinsatz“ live gesungene „Every­body needs somebody“, wobei auch MdB Stefan Stracke begeistert mit klatschte. Ganz in der Tradition der Berliner Philharmoniker brachte die TKK als letztes Stück „Berliner Luft“ von Paul Lincke. Damit war das Publikum jedoch nicht zufrieden sondern erklatschte sich beharrlich noch drei Zugaben, bevor es sich auf den Heimweg machte und sich damit tröstete, dass es für das Frühjahrskonzert 2020 bereits einen Termin gibt...

Ehrungen:

10-jährige Mitgliedschaft TKK: Florian Habersaat, Julian Hacker Florian Zink, Joseph Neher

Bläserabzeichen D2: Florian Schatz, Serafina Steuer, Paul Dienel, Lioba Pietsch, Magdalena Müller

Bläserabzeichen D3: Paul Dienel, Laurin Groß, Patrick Riedle

Ausgeschiedene Mitglieder TKK: Tobias Brandl, Jonas Ebert, Florian Knoll, Max Müller, Samuel Schmidt, Jona Stammel und Moritz Stowasser

von Ingrid Zasche

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