Wirtschaftliche Ziele nicht erreicht

Das Aus für "Tonspuren"

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Die Uraufführung „Komitas” bei den diesjährigen Tonspuren im April in Kloster Irsee, die nach drei Jahren auch das Ende des Musikfestivals markieren.

Irsee – Das Musikfestival „Tonspuren“, das von 2013 bis 2015 unter Leitung von Intendantin Dr. Martina Taubenberger mit außergewöhnlicher zeitgenössischer Musik für jeweils drei Tage das Schwäbische Bildungszentrum Kloster Irsee bespielt hat, wird nicht weiter fortgesetzt.

Zwar seien laut Dr. Stefan Raueiser, Leiter des Bildungswerks alle künstlerischen Ziele erreicht worden„Doch hinter diesem großen künstlerischen Erfolg bleiben die wirtschaftlichen Zahlen deutlich zurück”, so Dr. Raueiser. 

„Wir haben uns zum Start der ,Tonspuren’ 2012 klare Ziele gesetzt“, sagt Jürgen Reichert, Bezirkstagspräsident von Schwaben, „die künstlerischen Ziele haben wir alle erreicht. So haben wir in Kloster Irsee dreimal ein Festival erlebt, das in der musikalischen Qualität auf Augenhöhe mit zeitgenössisch-kompositorischem Schaffen erster Güte stand. Die Presseberichterstattung der drei Festivals wie auch die Auszeichnungen für unsere Musikvermittlungs-Programme unterstreichen dies eindrücklich”. 

Die Verantwortlichen hätten haben die „Tonspuren“ zudem genutzt, um Kultur- und Bildungseinrichtungen der Region miteinander zu vernetzen. „Und wir haben vielen Schülerinnen und Schülern der Region in Workshops und Mitmachprogrammen die Faszination heutiger Musik nahegebracht”. 

Doch habe man sich zum Start der „Tonspuren“ auch vorgenommen, nach drei Festivals eine ehrliche Gesamtbilanz zu ziehen. Die Bilanz zeige: Die „Tonspuren“ werden sich nach Auslaufen der europäischen Leader-Förderung nicht selbst tragen können. Und auch Impulse für die Belegungszahlen in Kloster Irsee sind ausgeblieben. „Daher haben wir – ich darf sagen, durchaus schweren Herzens – entschieden, die ,Tonspuren’ nicht weiter fortzuführen.“ 

„Wer die ,Tonspuren’ als Zuhörer und Zuschauer erleben konnte, hat bleibende Musikerlebnisse aufgenommen“, sagt Dr. Stefan Raueiser. „Unser herzlicher Dank gilt zuallererst Dr. Martina Taubenberger, die die ,Tonspuren’ über fünf Jahre hinweg im Auftrag des Bezirks Schwaben mit hohem persönlichen Einsatz konzipiert, vorbereitet und durchgeführt hat; ebenso danken wir den drei künstlerischen Leitern Claudio Puntin, Henning Sieverts und Marc Sinan wie allen beteiligten Künstlerinnen und Künstlern – sie haben dem ,Tonspuren’-Publikum wie auch allen Kooperationspartnern und Sponsoren unvergessliche Momente geschenkt.“ 

„Gleichzeitig erkennen wir an, dass wir unsere wirtschaftlichen Ziele nicht erreicht haben“, erläutert Dr. Stefan Raueiser, „so ist es uns nicht gelungen, ein Festival-Stammpublikum aufzubauen”. Die Re- sonanz aus der Region sei zu gering gewesen, auch aus Augsburg oder München haben sich zu wenige auf den Weg nach Irsee gemacht. 

„Auch unser zweites Ziel, über die ,Tonspuren’ neue Personengruppen für den Tagungsort Kloster Irsee zu gewinnen, haben wir leider verfehlt.” Weder während des Festivals noch übers Jahr sei eine signifikante Steigerung der Belegungszahlen festzustellen gewesen. 

„Die ,Tonspuren’ haben uns viel Freude gemacht und viel Arbeit – über den großen künstlerischen Erfolg hinaus aber leider keinen nachhaltigen Ertrag. Deshalb machen wir an dieser Stelle einen Punkt. Das gehört zu einem professionellen Kulturmanagement dazu“, so der Leiter des Tagungszentrums Kloster Irsee.

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