100 Jahre und (k)ein bisschen feiern...

Musikschuljubiläum in Kaufbeuren coronabedingt mager – aber mit beachtlicher Festschrift

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Quadratisches Cover der 100-seitigen Festschrift „100 Jahre Sing- und Musikschule Kaufbeuren 1920-2020“.

Kaufbeuren – Es hätte so schön werden sollen: ein ganzes Jahr voller unterschiedlichster musikalischer Highlights. Musikschulleiter Martin Klein wollte 2020 das 100-jährige Jubiläum der „Ludwig Hahn Sing- und Musikschule Kaufbeuren“ und gleichzeitig das 50-jährige Bestehen des Verbandes Bayerischer Sing- und Musikschulen e. V. (VBSM) gebührend feiern.

Musikschulleiter Martin Klein.

Dabei gewesen wären: „Meisterkonzert der Dozenten“, „Konzert der Talente“, „Konzert zum Internationalen Frauentag 2020“, „Landes-Jugendjazzorchester Bayern“, „Big Big Bigband-Battle auf dem Spitalhof“, „Konzert Seite-an-Seite“ („bayerische kammerphilharmonie“ mit Schüler-Streichensembles), „Musik von uns für euch“ und „Konzert der Orchester der Musikschule“.

Aber wegen Corona mussten ja bekanntermaßen alle Konzerte von März bis jetzt abgesagt werden.

Nur die quadratische Jubiläums-Festschrift à exakt 100 Seiten, anschaulich illustriert mit Archivmaterial und vielen historischen Fotos, wurde genau so erstellt, wie sie geplant war. Die ersten Probeexemplare liegen jetzt vor – gemäß der mathematischen Symbolik „Hundert“ erst einmal 100 Stück. Natürlich werden zusätzliche Auflagen folgen, um zunächst circa 250 Mitarbeitern und Förderern ein Gratisexemplar zukommen zu lassen. Weitere sollen dann zum Selbstkostenpreis (circa 15 Euro) erhältlich sein.

Grußworte

Nach den Grußworten vom Jubiläums-Schirmherrn, dem Präsidenten des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes (ASM) Franz Pschierer (MdL, Staatsminister a. D.), von Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse, vom VBSM-Präsidenten und Erdinger Landrat Martin Bayerstorfer sowie von Schulleiter Martin Klein folgt ein Gang durch die interessante und wechselvolle Geschichte der Musikschule. Im Abschnitt über den ersten Schulleiter Hanns Frank heißt es zum Beispiel: „Im Gründungsjahr nahmen insgesamt 182 Kinder in drei Abteilungen am Gesangsunterricht teil. (...) Die Geldentwertung führte 1923 zu einem kuriosen Stadtratsbeschluss: Das Schulgeld und die Musikalienbenutzungsgebühr betragen für das laufende Schuljahr (…) zusammen den Wert von zwei Semmeln. Zugrunde gelegt wird der Semmelpreis vom 1. jeden Monats.“

Werdegänge

Rückblickende Erinnerungen von ehemaligen Lehrern und Schülern fehlen ebenso wenig wie beispielhafte Werdegänge von Schülern, welche die Musik zum Beruf gemacht haben. Das Spektrum reicht von pädagogischen Tätigkeiten an Schulen und Musikschulen bis zu Karrieren als international gefragte Bühnenkünstler, sowohl als Solisten als auch in professionellen Orchestern, Musikkapellen, Jazzbands und Chören. Schulleiter Klein bietet zudem einen Überblick über das kontinuierliche Wachstum der Schülerzahl auf das rund Zehnfache der Anfangsjahre.

Lehrer und Angebote

Auch über das aktuelle Angebot und das Lehrerkollegium informiert die Schrift, sowie über Ensembles und Orchester, in denen die Schüler erste Auftrittserfahrungen gewinnen können. Dank der guten Vernetzung der Musikschule mit Stiftungen, mit Elternbeirat und Förderverein sowie der Stadtverwaltung ergeben sich immer wieder fruchtbare Kooperationen. Zu diesem Netzwerk zählen unter anderem diverse kulturschaffende und talentfördernde Einrichtungen sowie Bildungsanstalten aller Art – von frühkindlicher Musikerziehung über Grund- und weiterführende Schulen bis hin zur Geragogik (Wissenschaft von der Bildung und Weiterbildung älterer Menschen).

„100 Sponsoren – 100 x Danke!“

Schließlich ist in der Festschrift das versprochene Tableau mit „100 Sponsoren – 100 x Danke!“ enthalten – hundert Firmenlogos der Spender von je 100 Euro (oder mehr). Sie wurden im vergangenen Herbst unter dem Motto „Hundert für hundert“ zur Durchführung der geplanten Jubiläumsveranstaltungen gefunden, die nun jedoch wegen der Corona-Einschränkungen größtenteils gestrichen werden mussten.

Ganz will Schulleiter Martin Klein aber doch nicht auf seine Feierlichkeiten verzichten: das für Ende Juni im Stadtsaal vorgesehene Jubiläumskonzert mit einem „bunten Zirkus Musicale“ findet statt – wenn auch nur für rund 50 geladene Gäste und auf maximal eine Stunde reduziert. Und natürlich werden die gebotenen Corona-Schutzvorkehr­ungen eingehalten. Der Kreisbote wird von der Feierstunde berichten.

Ingrid Zasche

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