„Besonders die Kinder leiden“

Nach Brand in Gutwillen übergibt Allgäuer Hilfsfond Spenden für Familien

Symbolische Spendenübergabe Gutwillen nach Brand
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Symbolische Spendenübergabe: Gebhard Kaiser (v. li.), Stefan Bosse, Sabrina Reisinger und Danny Wirtz mit Jason sowie Simon Gehring. Im Hintergrund das zerstörte Haus.

Kaufbeuren – Der Allgäuer Hilfsfond e. V. (AHF) hat die bisher eingegangenen Spenden in Höhe von knapp 8.300 Euro an die betroffenen Familien des Wohnhausbrandes in Gutwillen überwiesen.

„Wir haben zwar unmittelbar nach dem Brand an jede Familie 500 Euro als Soforthilfe ausgezahlt, doch nun verteilen wir die bisher eingegangenen Spenden an die Bewohner des Hauses“, sagte der Oberallgäuer Altlandrat Gebhard Kaiser in seiner Funktion als Erster Vorsitzender des Vereins. Bei der symbolischen Übergabe in Gutwillen an Danny Wirtz und Sabrina Reisinger mit dem kleinen Jason waren auch Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse als Zweiter Vorsitzender und Schatzmeister Simon Gehring anwesend. „Für die Kinder ist es ganz schwierig“, so Reisinger gegenüber dem Kreisbote, die zusammen mit ihrem Partner fünf Kinder versorgt.

Es war eine Katastrophe, die am Faschingsdienstag über die Bewohner des Mehrfamilienwohnhauses in Großkemnat/Gutwillen hereinbrach. In den Abendstunden hatte ein Großbrand ihr Zuhause zerstört und sie verloren praktisch ihr komplettes Hab und Gut. Die insgesamt 24 Bewohner sind zurzeit unterschiedlich in Notunterkünften untergebracht. Die siebenköpfige Familie hat eine Bleibe im ehemaligen Geyrhalter-Haus in der Innenstadt gefunden, wobei dort aufgrund der Bauarbeiten die Heizung nur in Teilen funktioniert und der Betonfußboden kaum ein Spielen der Kinder zulässt. Man merkt der Mutter an, dass ihr der Anblick des zerstörten Zuhauses im Dachgeschoss schwer fällt. „Doch wenn alles klappt, wie die Versicherung uns mitteilte, können wir vielleicht in knapp einem Jahr wieder einziehen“, sagt sie lächelnd und voller Hoffnung.

Selbst da, wo das Feuer nicht wütete, sind durch den beißenden Brandgeruch und Wasserschäden alle Einrichtungsgegenstände zerstört. In Zusammenarbeit mit OB Bosse wurden an die betroffenen Brandopfer finanzielle Soforthilfen auf den Weg gebracht. „Diese sollen ein Zeichen der Solidarität sein und Mut machen für die Zukunft“, so AHF-Vorsitzender Gebhard Kaiser. „Der öffentliche Spendenaufruf des AHF für die Brandopfer brachte 8.230 Euro, die direkt – ohne jeglichen Abzug – an die Betroffenen weitergeleitet werden“, so Schatzmeister Simon Gehring. „Durch das gute und schnelle Zusammenwirken konnte hier schnell geholfen werden“, dankte Bosse allen Beteiligten.

Die Vorsitzenden und der Schatzmeister des AHF äußern die Hoffnung, dass weitere Spenden eingehen, denn die Not sei groß für die Betroffenen. „Wer noch spenden möchte, kann dies weiterhin tun. Die Gelder werden ehrenamtlich verwaltet und gehen eins zu eins an die Betroffenen weiter“, so die ehrenamtlich arbeitenden Vereinsvorstände unisono. Der Allgäuer Hilfsfond wurde 1998 gegründet und hat als „stille Hilfe im Allgäu“ mit dem Motto „schnell und unbürokratisch helfen“ seitdem fast 2.000 Menschen mit über 1,5 Millionen Euro in Notfällen unterstützt. Auch der Lions Club Kaufbeuren hat ein Spendenkonto eingerichtet, auf dem Spenden eingezahlt werden können.

Spendenkonten

• Allgäuer Hilfsfonds e.V.:

Sparkasse Allgäu:

IBAN: DE 94 7335 0000 0000 0028 57

Raiffeisenbank Kempten- Oberallgäu eG:

IBAN: DE 04 7336 9920 0000 8848 80

Verwendungszweck: Brandfall KFB

• Lions Club Kaufbeuren:

Lions Hilfswerk KF e.V.

IBAN: DE 96 7209 0000 0001 245279

Verwendungszweck: Gutwillen

von Wolfgang Becker

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