Arbeiten laufen wieder

Nach Corona-bedingtem Baustopp geht Tunnelbau in Bertoldshofen wieder voran

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Die Facharbeiter fehlten einerseits, wichtige Maschinen andererseits. Der sogenannte Schalwagen stammt aus Slowenien und muss vor Ort aufgebaut werden.

Marktoberdorf-Bertoldshofen – Auch einem Großprojekt wie dem Tunnelbau bei Bertoldshofen bereitet die Coronakrise Probleme. So große sogar, dass für einige Tage der Bau gestoppt werden musste ( wir berichteten ). Mittlerweile gehen die Arbeiten wieder voran.

Mit momentan sechs Mann pro Schicht und zwei Schichten täglich gehen die Arbeiten am Tunnel wieder voran.

Wenn alles gut läuft, hofft Bauleiter Henry Barthel, kann noch diese Woche mit der Betonierung des ersten Gewölbes begonnen werden.

Die überwiegend aus Österreich, Slowenien, Kroatien, Polen, Tschechien und Ungarn stammenden Arbeiter kamen wegen der Coronakrise nicht mehr über die Grenzen. Die Bewehrung konnte nicht weiter gefertigt werden, da ein Großteil der Arbeiter dafür aus Rumänien kommt, sagte Barthel dem Kreisbote. Die Firma für Abdichtungen hat ihren Sitz in der Slowakei. Auch fehlten die Männer für den Bau des Gewölbes, sagte Barthel. 

Schalwagen aufgebaut

Zum Arbeitermangel kam hinzu, dass der für die Beschalung benötigte, 250 Tonnen schwere Schalwagen bis vergangene Woche nicht fertig wurde. Er stammt aus Slowenien, berichtete der Bauleiter. Da das Gerät nicht aufgebaut werden konnte, kam es ebenfalls zu einen Baustopp von mehreren Tagen. Mit Hilfe des auf Schienen laufenden Wagens kann nun die Beschalung beginnen.

„Insgesamt wurde rund zwei Wochen auf der Baustelle nicht gearbeitet“, berichtete Markus Kreitmeier vom Staatlichen Bauamt Kempten, Bereichsleiter Straßenbau. Noch immer „laufen die Arbeiten sehr eingeschränkt“. Welchen finanziellen Mehraufwand dieser Einschnitt in das Baugeschehen verursacht, könne noch nicht benannt werden. Ziel war es, dass der Verkehr erstmals vor dem Winter 2021 durch den 600 Meter langen Tunnel rollt. Bis voraussichtlich ins Frühjahr 2022 wird sich die Eröffnung verschieben, sagte Kreitmeier.

Selma Höfer

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