Top-Equipment für Marktoberdorf

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Feierlicher Augenblick: Die Segnungsfeier auf dem Marktplatz. Links Vorstand Johannes Schmid und Kommandant Rasso Rehle, die zwei Abordnungen mit der alten und neuen Fahne sowie in der Mitte die Pfarrer Wolfgang Schilling und Klaus Dinkel. Hinten von links das Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF 20), der Einsatzleitwagen (ELW1) und rechts der Anhänger zur Verkehrssicherung.

Marktoberdorf – Nach der Drehleiter, die im Frühjahr 2015 geweiht worden war, erhielten im Herbst 2017 zwei weitere Fahrzeuge für die Marktoberdorfer Feuerwehr den kirchlichen Segen, den Stadtpfarrer Wolfgang Schilling und Pfarrer Klaus Dinkel von der evangelischen Gemeinde nach einer Abendmesse in der Frauenkapelle auf dem Marktplatz spendeten. Bereits seit einigen Wochen im Betrieb ist der Einsatzleitwagen. Das 16 Tonnen schwere HLF 20 wird noch diesen Herbst in Dienst gestellt.

Die Stadt Marktoberdorf hat damit seit Ende 2014 mit der Drehleiter für die Stützpunktfeuerwehr in der Kreisstadt, mit Fahrzeugen für die Wehren in Leuterschach, Geisenried und Sulzschneid sowie jetzt mit dem Einsatzleitwagen und mit dem Hilfeleistungslöschfahrzeug (kurz HLF) 1,5 Millionen Euro investiert. Dies erwähnte Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell, als vergangenen Samstag nach dem Gottesdienst und der Segnung vor der Frauenkapelle die Ansprachen gehalten wurden.

Nun verfüge die Marktoberdorfer Wehr über ein sehr gutes technisches Equipment. Damit sei es freilich nicht getan, sondern es bedürfe einer guten Ausbildung, um es im Ernstfall richtig anzuwenden. Wie viel der Einsatzleitwagen und das HLF kosten, wurde bei der Feier offiziell nicht gesagt. Für das ELF mit seiner umfangreichen Ausstattung sind circa 120.000 Euro fällig, wie bei der anschließenden Feier im Feuerwehrhaus zu erfahren war. Das HLF kostet über 400.000 Euro.

Im Landkreis sind es vier Stützpunkt-Wehren

Marktoberdorf hat eine Stützpunkt-Feuerwehr und sechs Stadtteil-Feuerwehren. Im Landkreis Ostallgäu gibt es vier Stützpunkt-Feuerwehren. In der Kernstadt sind es nach Angaben von Kommandant Rasso Rehle zurzeit 107 Männer und Frauen, die Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr verrichten.

Bereits seit 2016 haben die Kameraden in Marktoberdorf auch einen Verkehrssicherungsanhänger mit einem hohen Aufbau. Er hat sich bei Einsätzen auf den Bundesstraßen B12, B472 und B16 bereits bewährt und ist auch mit Blick auf den vierspurigen Ausbau der B12 angeschafft worden.

Der Landkreis habe mit 120.000 Euro sein Scherflein zu den neuen Fahrzeugen beigetragen, erwähnte Landrätin Maria Rita Zinnecker. Immerhin seien die Kameraden in Marktoberdorf als Stützpunkt-Feuerwehr für ein Viertel der Bevölkerung im Landkreis zuständig.

Bereits im Mai 2015 wurden mit Blick auf die geplanten Beschaffungen zwei Arbeitskreise gebildet. Der eine war unter Leitung des stellvertretenden Kommandanten Bastian Northemann für das HLF bestimmt. Der andere befasste sich unter Leitung des Kreisbrandmeisters und Zugführers Thomas Enzensberger mit der optimalen Variante für den Einsatzleitwagen.

Das HLF 20 bezeichnete Kommandant Rasso Rehle als „eierlegende Wollmilchsau“. Es ersetzt ein vor sieben Jahren gebraucht erworbenes Vehikel. Es kann neun Mann an Besatzung aufnehmen. Das HLF hat einen Motor mit 280 PS; einen zuschaltbaren Allrad, vorne befindet sich eine Seilwinde, der Wassertank fasst 2000 Liter. Mit an Bord sind erstmals per Akku betriebene Spreizer und Schere, aber auch Rettungssäge, Motorflex und vieles mehr.

Was beim ELW alles an Bord ist

„Klein, aber oho“ ist laut Kommandant der Einsatzleitwagen. Er ist Ersatz für einen gebrauchten Golf Variant aus dem 2001, „von dem uns der TÜV demnächst scheiden wird“. Beim ELW handelt es sich um einen Allrad-getriebenen VW Transporter mit niedrigem Hochdach. Zur Kommunikationstechnik gehören drei fest­eingebaute Funkgräte, mehrere Hand-Piepser, eine Telefonanlage, ein Fax, Drucker, Notebook und ein extra Bildschirm.

Sowohl Johannes Schmid, Vorstand bei der Feuerwehr, als auch Kommandant Rehle würdigten den Einsatz der Kameraden. Es sei in der „heutigen Spaß- und Ellbogengesellschaft“ (Johannes Schmid) alles andere als selbstverständlich, sich zusätzlich zu den Übungen und den mehr als 100 Einsätzen im Jahr an unzähligen Abend mit der Ausstattung der Fahrzeuge zu befassen.

jj

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