Obergünzburg unterstützt Hilfsprojekt von humedica nach Zyklon "Pam"

Hilfe für Vanuatu

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Seitdem eine Gruppe von Männern aus der Hauptstadt Vanuatus, Port Vila, angereist war, um in der Südseesammlung in Obergünzburg ein originales Südsee-Haus aufzubauen, ist der Markt Obergünzburg freundschaftlich mit dem Inselstaat im Südpazifik verbunden. Daher stand es für die Obergünzburger Markträte außer Frage, Vanuatu bei den Wiederaufbauarbeiten finanziell unter die Arme zu greifen.

Obergünzburg – Seit die Südseesammlung in Obergünzburg ein originales Südsee-Haus aus Port Vila, der Hauptstadt Vanuatus, erworben hat, bestehen freundschaftliche Beziehungen der Obergünzburger zu einigen Inselbewohnern Vanuatus.

Nachdem weite Teile der Inselgruppe im März durch Zyklon „Pam“ zerstört worden sind, will die Marktgemeinde Obergünzburg die Katastrophenhilfe in Vanuatu nun mit einer Geldspende unterstützen. 

Mit der Suche nach einem originalen Südsee-Haus für die Südseesammlung in Obergünzburg begann sie – die Freundschaft zwischen Einwohnern aus Port Vila, der Hauptstadt des südpazifischen Archipels Vanuatu, und Obergünzburg. Vor einigen Jahren waren mehrere Inselbewohner in Obergünzburg zu Gast, um die Hütte aus Vanuatu im Südseemuseum aufzubauen. Seit diesem Begegnungsprojekt im Jahr 2009 besteht eine freundschaftliche Verbindung zwischen Obergünzburg und Port Vila. 

Vor kurzem ist die Inselgruppe Vanuatu, die Heimat der Männer, die vor sechs Jahren zu Gast in Obergünzburg waren, von einer schweren Naturkatastrophe heimgesucht worden. Mitte März war Zyklon „Pam“ über den Inselstaat hinweggefegt und hatte große Teile des Landes zerstört. Da die Einwohner Vanuatus auch heute noch größtenteils in einfachen Hütten aus Holz leben, konnte kaum ein Haus dem Wirbelsturm standhalten. 

Der Zyklon habe nahezu alle Häuser dem Erdboden gleich gemacht, berichtete Linda Zimmermann von humedica am Dienstag dem Marktgemeinderat in seiner Sitzung. Zimmermann war mit dem ersten Einsatzteam der Kaufbeurer Hilfsorganisation humedica unmittelbar nach dem Unwetter vor Ort. Weiter sprach Zimmermann von „Tausenden von Verletzten“; rund 10.000 Menschen hätten ihr Dach über dem Kopf verloren. 

In der Hauptstadt Port Vila seien ersten Schätzungen zufolge rund 90 Prozent aller Gebäude zerstört. Zyklon „Pam“ sei „die schwerste Katastrophe in der Geschichte Vanuatus“. Das humedica-Team leistete zunächst medizinische Nothilfe auf der Insel Tanna. 

Die Voraussetzungen vor Ort seien alles andere als leicht. „Es gibt kein fließend Wasser, keine Medikamente. Die tropische Hitze macht es Infektionen leicht“, so Zimmermann. Mit der Einrichtung mobiler Kliniken im schwer zugänglichen Norden und Osten der Insel konnten während der Hilfseinsätze bis zu 200 Patienten täglich versorgt werden. 

Derzeit plane die Hilfsorganisation laut Information der humedica-Mitarbeiterin die Verteilung von Hilfsgütern auf mehreren Inseln. Aufgrund der Lage vor Ort habe man sich entschieden, sich bei den Hilfsmaßnahmen vor allem auf Nahrungsmittel zu konzentrieren. Darüber hinaus sollen die Dörfer mit Hilfen für den Wiederaufbau der zerstörten Gebäude unterstützt werden. Hierfür müsse neben Kosten für die medizinische Erstversorgung in Höhe von rund 20.000 Euro nochmals mit Kosten in Höhe von circa 100.000 Euro gerechnet werden, so Zimmermann. 

Obergünzburg will den Einwohnern Vanuatus nun über die Hilfsorganisation humedica Hilfe zukommen lassen. Dafür stellt die Marktgemeinde humedica 5000 Euro aus den Haushaltsmitteln des Marktes zur Verfügung. Dabei handle es sich laut Bürgermeister Lars Leveringhaus um eine „außerplanmäßige Ausgabe“, die jedoch in einem einstimmigen Beschluss von den Markträten mitgetragen wird. 

Zweiter Bürgermeister Herbert Heißler begrüßte den Beschluss: „Ich denke auf jeden Fall, dass wir das unterstützen sollten“. Die Hilfsorganisation humedica verfüge über das notwendige Netzwerk, das sicherstelle, „dass die Hilfe so praktiziert werden kann, dass sie auch ankommt“.

von Sabrina Hartmann

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