Rechtsstreit zwischen Stadt Marktoberdorf und Landwirt

Brückenschlag erst 2018

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Die Balken und Bretter der beschädigten Brücke liegen seit Monaten nebenan auf der Wiese.

Bertoldshofen/Rieder – Zum Neubau der so genannten Hasenbrücke, die zwischen Bertoldshofen und dem Weiler Osterried über die Geltnach führt, wird es erst im nächsten Jahr kommen. Dies verdeutlichten Bauamtschef Ralf Baur und Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell im Marktoberdorfer Stadtrat.

In die Planung könne man erst einsteigen, wenn das laufende juristische Verfahren abgeschlossen sei. Die Stadt befindet sich im Rechtsstreit mit einem Landwirt aus Bertoldshofen, der im Herbst 2016 die Brücke überquerte. Als er mit dem beladenen Hänger drüber fuhr, stürzte das Bauwerk ein.

Bürgermeister Hell sagte, es sei zudem zu klären, wie die Brücke künftig ausgeführt werde. Wesentlich sei, ob die bisherigen Fundamente weiterverwendet werden können, was bei einer Brücke für Radfahrer, Wanderer und leichte landwirtschaftliche Fahrzeuge ausreiche. Wenn man aber zu der Entscheidung gelange, dass es landwirtschaftlich regelmäßig benutzt wird und dort regelmäßig schwere Fuhrwerke unterwegs seien, dann bedürfe es einer aufwändigen Lösung. Breite und Tragkraft seien wesentliche Kriterien.

Bauamtschef Ralf Baur schilderte, dass heuer Planung und Ausschreibung der Arbeiten erfolgen sollen. Dafür werden im Haushalt der Stadt 30.000 Euro berücksichtigt. Die Brücke soll dann im Frühjahr 2018 errichtet werden. „Ich möchte nicht drauf wetten, dass wir heuer anfangen“, beantwortete Baur eine Anfrage von Stadtrat Werner Moll (Stadtteile Aktiv), der in Bertoldshofen wohnt.

Antrag: Mehr Geld dafür bereitstellen

Moll hatte zuvor den Wiederaufbau der Brücke zur Sprache gebracht. Dies sei ein Wunsch vieler Leute aus Bertoldshofen. Auch sei die Hasenbrücke Bestandteil des Ostallgäuer Fernwanderweges. Werner Moll hatte den Antrag gestellt, dass anstelle der 30.000 Euro doch für heuer 130.000 Euro zwecks Planung und Bau der zwölf Meter langen Brücke bereitgestellt werden.

Dies hat er vorgeschlagen, nachdem die Erhöhung der Grundsteuer beschlossen worden war. Da könne man doch Mehreinnahmen aus diesem Bereich für dieses Bauwerk an der Geltnach hernehmen. Zuvor hatte Moll freilich die Erhöhung der Grundsteuer B auf 375 Punkte selbst abgelehnt. Und sein Antrag, schon heuer deutlich mehr Geld für die Brücke bereitzustellen, wurde nur von vier Stadträten unterstützt. Dieser Übergang an der Geltnach, 800 Meter östlich der Straße von Bertoldshofen nach Rieder gelegen, wird also noch viele Monate auf sich warten lassen.

Nachdem die Hasenbrücke im Herbst 2016 eingebrochen war, hatte der Landwirt, der bei dem Unfall glücklicherweise nicht verletzt wurde, noch am Abend einen Schwerlastkran organisiert, damit Hänger, Ladung und Teile der beschädigten Holzbrücke aus dem Bachbett gehoben werden konnten. Die Polizei wurde erst am Folgetag verständigt.

Der Landwirt, der jetzt wie manch anderer Bauer weitere Wege zu den Feldern in Kauf nehmen muss, hatte die Stadt Marktoberdorf auf Schadensersatz verklagt. Aus dem Rathaus erstattete man im Gegenzug Strafanzeige gegen den Fahrer des schweren Gespanns. Die Holzbrücke war 2006 errichtet worden. Die Tragfähigkeit war auf 16 Tonnen begrenzt.

Stimmen aus Bertoldshofen

Der Kreisbote hat sich in Bertoldshofen umgehört. Was sei denn so schwierig daran, zeitnah eine Entscheidung zum Wiederaufbau einer einfachen Brücke für Wanderer und Radfahrer zu beschließen, fragte sich eine Dorfbewohnerin. Und eine andere Frau meinte, dieser Übergang an der Geltnach sei besonders von Frühjahr bis Herbst wichtig, damit Radler und Wanderer nicht auf der ganzen Länge die schmale und teils unübersichtliche Straße von Bertoldshofen nach Rieder nutzen, sondern sicher auf dem Wegenetz nahe des Baches unterwegs sein können.

jj

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