Nachnutzung für Klinik MOD

Entspannt und zufrieden bei der Pressekonferenz (v. re.): Dr. Joachim Klasen, Stefan Bosse, Johann Fleschhut und Ludwig Lederer. Foto: Becker

In einer rund achtstündigen Sitzung hat der Verwaltungsrat des Kommunalunternehmens Kliniken Ostall- gäu-Kaufbeuren (KU) in seiner letzten Sitzung eine medizinische Nachnutzung für die Klinik Marktoberdorf beschlossen. Von dieser Entscheidung sind jedoch alle Häuser betroffen.

Verwaltungsratsvorsitzender Stefan Bosse und Johann Fleschhut als Stellvertreter sind gleichermaßen froh über die in geheimer Abstimmung mit 17:1 Stimmen gefallene Entscheidung. Damit werden die Geriatrie und ein ambulantes Operationszentrum am Marktoberdorfer Krankenhaus angesiedelt. Die bisher vorhandene Wundambulanz kann verbleiben, stationäre Operationen werden in Kaufbeuren durchgeführt. Außerdem wird für Buchloe und Obergünzburg eine Bestandsgarantie bis Ende 2017 gegeben. Diese ist jedoch gekoppelt an einen Beitrag der Mitarbeiter in Form eines Lohnverzichts. In einem kurzen Rückblick stellte der Vorsitzende noch einmal die Ausgangslage der KU-Partner dar. Der Landkreis habe alle Häuser erhalten wollen und die Stadt wollte das Defizit begrenzen. Leider habe man dies trotz eines Vorschlags nicht zusammengebracht. Es sei aber völlig klar gewesen, dass eine Folgenutzung im sozialstaatlichen Sinne schon allein wegen der Fördermittel angestrebt wurde. Von den bisher etwa 7.200 durchgeführten ambulanten Operationen pro Jahr an allen Häusern sollen bis zu 6.000 am zukünftigen Ambulantes Operations-Zentrum (AOZ) in Marktoberdorf erfolgen. Dadurch werden andere OP-Säle nicht mehr unnötig blockiert und der organisatorische Ablauf erleichtert. Da diese Variante etwa 300.000 bis 400.000 Euro jährliche Mehrkosten verursacht, habe man sich für eine Deckelung auf 500.000 Euro pro Jahr festgelegt, die erstmalig 2014 überprüft wird. Gleichzeitig kann auch die für Betriebsunfälle zuständige Notfallversorgung mit einem Durchgangsarzt angeboten werden. Eine notärztliche Versorgung zusammen mit niedergelassenen Ärzten und Zustim- mung der Kassenärztlichen Vereinigung ist ebenfalls machbar. Die bisher in Füssen geplante Geriatrie ist in anderer Trägerschaft mit zunächst 60 Betten komplett in Marktoberdorf vorgesehen. Für dieses Projekt wird noch ein privater Träger gesucht, da das KU sich lediglich als Minder-Gesellschafter beteiligen möchte. Hier könnten sich zusätzliche weitere kleinteilige Nutzungsmöglichkeiten ergeben. Das Wundzentrum wird aufgesplittet. Die ambulante Behandlung wird an das AOZ angedockt. Stationäre Fälle werden durch Bedarf mit anderen medizinischen Disziplinen nach Kaufbeuren verlegt. Die Geburtshilfe in Füssen bleibt zunächst. Bis Ende 2012 soll allerdings eine Konzeption für diesen Bereich entstehen. Bestandsgarantie Während in Buchloe das Darmzentrum weiter ausgebaut und in Obergünzburg die Endoprothetik konsequent umgesetzt werden sollen, ist für diese beiden Häuser gleichzeitig eine Bestandsgarantie bis Ende 2017 vorgesehen. Diese ist allerdings an einen Lohnverzicht zwischen einem und sechs Prozent für alle Mitarbeiter des KU gekoppelt, der ausgehandelt werden muss und über den Ärzte und Personal in geheimen Abstimmungen entscheiden. Damit gäbe es eine weitreichende Planungssicherheit für das Personal und die Belegärzte. Alle Beteiligten betonten, dass es wichtig sei, Klarheit zu haben und den Mitarbeitern eine Perspektive zu geben. „Die Sitzung hat gezeigt, dass das Vertrauen wieder hergestellt und ein positives Zeichen für die Führbarkeit des Unternehmens gegeben worden ist“, so Fleschhut. Bosse zeigte sich ebenfalls sehr zufrieden: „Der Tag hat gezeigt, dass das KU auf gutem Wege ist und beide Partner in geheimer Abstimmung in voller Überstimmung sind. Ich bin davon überzeugt, dass wir eine gute Lösung für alle Beteiligten gefunden haben.“ Vorstand Dr. Joachim Klasen sieht durch die klaren Strukturen attraktive Weiterbildungs- möglichkeiten für Assistenzärzte. Die Umsetzung des Konzeptes ist in Zusammenarbeit mit der Firma Kienbaum vorgesehen, die nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden Ludwig Lederle „hervorragend“ ist. Die Veröffentlichung des von Kienbaum erstellten Gutachtens ist sowohl vom Verwaltungsrat abgelehnt als auch von der Firma Kienbaum untersagt worden.

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