Dem Englischen Garten ähnlich

Nachnutzungskonzept für Areal des alten Eisstadions soll starten

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Noch liegt die Fläche brach, doch bald schon sollen sich dort die Bürger der Stadt tummeln. Wie genau das Areal des alten Eisstadions gestaltet wird, damit befasst sich der Kaufbeurer Stadtrat noch in diesem Monat.
  • Wolfgang Becker
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Kaufbeuren – Es ist schon lange ein viel diskutiertes Thema: die Nachnutzung der Freifläche auf dem Areal des alten Eisstadions. Nach dem Abriss hat diese Diskussion weiter Fahrt aufgenommen und bekommt nun eine Richtung, die der Bauausschuss in seiner letzten Sitzung als einstimmige Empfehlung an den Stadtrat auf den Weg brachte. Die etwa 6800 Quadratmeter große Fläche soll einerseits für Freizeitangebote genutzt werden und andererseits den denkmalgeschützten Charakter des Jordanparks nicht nur erhalten, sondern im Rahmen eines Parkpflegewerkes weiterentwickeln. Damit würde die Anlage in ihre ursprüngliche Konzeption als Landschaftsgarten zurückgeführt.

In den vergangenen Jahren gab es mehrere Anträge von den einzelnen Fraktionen zur Nachnutzung der Freifläche (siehe Infokasten). In dem letzten gemeinsamen Antrag von CSU, Grüne und FDP steht die denkmalgeschützte Planung im Vordergrund. Denn „zu einer gesunden urbanen Entwicklung gehören attraktive Freiräume und eine leistungsfähige grüne Infrastruktur“, so die Fraktionen. Damit werde eine „hohe Lebens- und Aufenthaltsqualität“ gesichert. Dazu soll in einem ersten Schritt bis 2022 der Spielbereich aus dem denkmalgeschützten Bereich auf einen Teil der „Vorratsfläche altes Eisstadion“ verlegt und die gesamte Fläche provisorisch begrünt werden.

Insbesondere, so betonen Bürgermeister Oliver Schill (Grüne) und CSU-Fraktionsführer Christian Sobl in ihrem Antrag, gelte es auch, die Fördermittel aus dem Abriss des Eisstadions „alsbald abzurufen“. Später könnten auch eine vielfach nutzbare Veranstaltungsfläche, eine Bühne und Gastronomie angesiedelt werden, wie aus den bereits vorliegenden drei Varianten ersichtlich ist. Diese wird Baureferent Helge Carl in der nächsten Stadtratssitzung vorstellen und erläutern.

Kosten und Förderung

Ein wesentlicher Aspekt sind die nicht unerheblichen Fördermittel zwischen 60 Prozent und 80 Prozent für die Neugestaltung der Flächen. Je nach Variante entstehen Kosten von 1,5 bis 1,8 Millionen Euro. Allerdings ließe sich das Vorhaben nur in Teilschritten verwirklichen. In einem ersten Bauabschnitt für Spielflächen und Wegeführung wären 650.000 Euro zu kalkulieren. Von den 535.000 Euro Kosten für den Stadionabriss könnten bei öffentlicher Nachnutzung 324.000 Euro zurückerstattet werden. Und bei der Sanierung der Parkanlage mit geschätzten Kosten in Höhe von zwei Millionen Euro steht eine Förderung von 50 Prozent im Raum.

Klare Zustimmung

Ernst Schönhaar (CSU) signalisierte Zustimmung: „Wir wollen uns nichts verbauen, alle Möglichkeiten offen halten, aber einen Zugewinn erreichen.“ Ulrike Seifert (Grüne) sprach von der überregionalen „Bedeutung als Landschaftspark“ des Konzeptes. Sie wünsche sich eine „grün-blaue Infrastruktur“. Das sah Dr. Ulrike Höhne-Wachter (FW) ähnlich, der „eine grüne Lunge“ wichtig ist und die sich einen Spielplatz mit Wasser wünsche. Eine Bebauung am Rande des Geländes könne sich ihre Fraktion durchaus vorstellen. Catrin Riedl (SPD) pflichtete ihren Vorrednern bei, sah zudem finanziellen Gewinn und sprach von einer „Entscheidung für die Zukunft Kaufbeurens“. Walter Nocker (CSU) betrachtete das Konzept als „große Chance“ und den Standort mit „einer guten Planung für Veranstaltungsflächen“, während sein Fraktionskollege Gerhard Bucher den vorgesehenen Biergarten lieber in der Nähe des Parkstadions hätte.

Auch der Gestaltungsbeirat der Stadt befasste sich mit den vorgelegten Plänen. „Wir begrüßen die Absicht, die Fläche des alten Eisstadions nicht wieder zu bebauen und stattdessen den Anschluss an den Park wiederherzustellen“, so Prof. Martin Schirmer als Vorsitzender des Beirates in seiner Stellungnahme.

Anträge der Fraktionen zur Freiflächennutzung

2016 Grüne, FDP und SPD:
„Eingliederung in den Jordanpark und keine bauliche Nutzung“

2019 CSU:
„Entwicklung verschiedener Nachnutzungskonzepte“

2021 CSU, Grüne und FDP:
„Erstellung einer denkmalgerechten Planung und Nachnutzung“

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