2,6 Hektar Fläche – Vier Grundstückseigentümer

Nächstes Baugebiet in Marktoberdorf: „Hinterm Schloss“

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Noch grüne Wiese, bald Baugebiet? Für den Bereich „Hinterm Schloss“ (hinten die Kirche St. Martin) ist nun ein Bebauungsplan aufgestellt worden.

Marktoberdorf – Im Stadtgebiet von Marktoberdorf, wo der Bedarf an Wohnbaugrundstücken hoch ist, wird das nächste Baugebiet ausgewiesen, und zwar „Hinterm Schloss“. Auf einer Fläche von 2,6 Hektar sind nahe des Friedhofs und südlich des Wohngebiets am Alsterberg Einzel-, Doppel-, Reihen- und Kettenhäuser geplant, schildert Marion Schmidt vom Bauamt.

Mit großer Mehrheit waren die Stadträte auf der Sitzung im Juni dafür, den Flächennutzungsplan zu ändern und den Bebauungsplan „Hinterm Schloss“ aufzustellen. Nur die beiden Grünen-Stadträte Georg Martin und Christian Vávra waren dagegen.

Martin lobte zwar „die Trendwende weg von großen Grundstücken“. Aber er schlug vor, die Pläne fürs Baugebiet „Hinterm Schloss“ zurückzustellen, zumal sich im Stadtgebiet aktuell insgesamt zehn Hektar Fläche in der Bauleitplanung befinden. Allein im Gschlatt – das liegt im Süden der Kernstadt – weise man ein fünf Hektar großes Gebiet aus, wo hauptsächlich Häuser entstehen.

Den Grund für das Baugebiet hat die Stadt von vier Eigentümern erworben, wie Kämmerer Wolfgang Guggenmos auf Anfrage des Kreisbote erklärte. Die Hälfte der Fläche ist für die Verkäufer bestimmt, hieß es in der Stadtratssitzung. Diese würden „durchaus soziale Zwecke verfolgen“, befand Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell.

Auf die Frage von Thorsten Krebs, wie viele Grundstücke denn in diesem Quartier entstehen, ließ der Leiter des Stadtbauamtes unbeantwortet. Zu Krebs‘ Stichwörtern Generationenhäuser und „neue Formen des Wohnens im Alter“ erklärte Ralf Baur jedoch, Ziel der Stadt sei eine „Mischung der Bewohner“, so wie man es aus der Kernstadt kenne.

Teilweise, so ergänzte Ralf Baur, würde die Bebauung „extrem kompakt“ ausfallen. Noch könne man freilich nicht sagen, was da genau entwickelt wird. Der Bebauungsplan, der nun aufgestellt worden ist, „kommt noch öfter in den Stadtrat“, kündigte der Leiter des städtischen Bauamts an.

Bauamtschef: „Wir gehen der Reihe nach“

Stadtrat Peter Grotz (Freie Wähler) erkundigte sich danach, wie bei den anderen Baugebieten in den Stadtteilen und beim Wohngebiet auf dem früheren Krankenhausareal der Stand der Dinge sei. „Wir gehen der Reihe nach“, betonte Bauamtschef Baur. Mit Geisenried sei man „am weitesten“. Die Bauleitplanung dauere normal ein Jahr. In einem großen Gebiet oder innerstädtisch seien dafür mitunter zwei Jahre und einige Monate mehr zu veranschlagen.

Bürgermeister Hell bekräftigte: „Wir müssen mal anfangen.“ Wie schnell die Stadt die Grundstücke auf den Markt bringe, sei eine andere Frage. Ziel sei schon, dass Markt­oberdorf organisch wachse. Der Rathauschef kommentierte: „Jetzt kommen wir in die komfortable Lage, dass wir den Bedarf über Jahre decken können.“

Zweiter Bürgermeister Wolfgang Hannig brachte kein Verständnis für Georg Martins Wunsch nach einem Zurückstellen auf. Das komme ihm vor wie „Jetzt ham mer Baugrund, und dann wird’s uns zu viel“, verglich Hannig.

Gegen ein „Einbremsen“ bezog auch Eugen Kögel (CSU) Position. Seine Meinung: „Wir müssen auch mit den jungen Leuten in der Stadt reden – und nicht nur in Ronried“. Franz Barnsteiner (Freie Wähler) gab zu bedenken, dass die Kinder der Familien, die an die Stadt verkauft haben, „doch auch bald bauen wollen“.

Peter Grotz richtete den Blick auf die Reihe westlich des neuen Baugebiets. Sonst könne man das Areal zum Baugebiet dazu nehmen. Diese Fläche gehört der Stadt. Dazu antwortete Baur, die Möglichkeit dafür bestehe sehr wohl. Die Option könne man sich offen halten. In den Erläuterungen zum Bebauungsplan heiße es, dass sich der „räumliche Geltungsbereich“ im Verlauf des Verfahrens ändern könne, erläuterte dazu Marion Schmidt vom Stadtbauamt.

jj

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