Naherholung in der Ferne

Still ruht der See – genauso wie das Naherholungskonzept Bärensee und Wertach Foto: Becker

Urlaubszeit ist Reisezeit. Während sich viele Menschen mit ihren Autos in Blechlawinen auf den Weg in andere Länder machen, bleibt mancher zu Hause zurück. Um so wichtiger, dass diesen Menschen Alternativen zur Verfügung stehen. Auf Vorschlag von Oberbürgermeister Stefan Bosse hatte die Stadt ein Naherholungskonzept für den Bärensee an den Stadtplaner Toni Immler vergeben. Das schon vor längerer Zeit von Immler vorgestellte Konzept mit Schwer- punkt Bärensee und Wertach ist von den ersten Schritten einer Umsetzung aber noch weit entfernt.

Auf Nachfrage des KREISBOTEN bei Immler erklärte dieser: „Das der Öffentlichkeit vorgestellte Konzept befindet sich zur Beratung bei den entsprechenden Gremien der Stadt Kaufbeuren.“ Nach seinen Informationen werde es im Oktober zusammen mit der jetzt öffentlich ausgelegten Erweiterung des Baugebietes Hirschzell-Süd zur Beschlussfassung kommen. Allerdings gibt es zwischen diesen beiden Vorhaben Berührungspunkte. Wege verbinden Tangiert werden die für Immler wichtigen Wegebeziehungen in Nord-Süd- und West-Ost-Richtung. Durch das neue Baugebiet ist ein Teil der geplanten Verbindungen nicht möglich. Ein Fußweg entlang der Hangkante unterhalb des Schloßbergweges in Richtung Süden mit einem herrlichen Bergblick scheint kaum realisierbar. Genauso wenig wie eine Verbindung von der Marienkapelle in Hirschzell nach Osten an die Hangkante südlich an dem Baugebiet vorbei. Grund ist wohl das fehlende Einverständnis der betroffenen Grundstückseigentümer, obwohl es sich um einen reinen Fußweg handeln würde. Gleiches gilt auch für wenige Meter Weg an der B 16 nach Füssen, die zur Verwirklichung für einen geschlossenen Rundweg um den Bärensee noch fehlen, wobei hier lediglich ein Anlieger seine Zusage verweigert. Zugang zum Wasser Der Naturfreund Immler legt besonderen Wert auf ein ausgewogenes Konzept in der Abwägung zwischen Naturschutz und Naherholung. Dabei umfasst der ganzheitliche Ansatz den Bärensee mit seinem Umland und die nach Kaufbeuren fließende Wertach. Gerade Familien mit Kindern, aber auch Erwachsene sollen das nur zu einem geringen Teil zur „Aktivzone“ umgestaltete Ufer an Bärensee und Wertach genießen können. Schlamm- und Kieszonen würden Wasser hautnah erlebbar machen. Das gelte auch für den schon vorhandenen Weg von Kaufbeuren entlang der Wertach über Hirschzell zum Bärensee, der attraktiver gestaltet werden müsste. Beispielhaft sei hier die gelungene Gestaltung des Wertach-Ufers mit Wasserspielplatz am Fußweg von der Ulrichsbrücke stadteinwärts. Realisierung offen Was aus dem Naherholungskonzept umgesetzt werden kann, muss abgewartet werden. Auch wenn im jetzigen Kaufbeurer Haushalt bereits 170000 Euro für einen Rundwanderweg vorgesehen sind, ist der Zeitpunkt für den Start von Maßnahmen nicht in naher Zukunft zu erwarten. Das Konzept zeigt auf, welche „Schätze“ Wertach und Bärensee für die Bevölkerung darstellen könnten. Dieses Potential sollte genutzt werden. Toni Immler jedenfalls ist optimistisch und will mit seinen Visionen weiter für die Realisierung der Pläne werben.

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