Weitere Rohrtrasse

Nahwärme-Erweiterung im Markt Irsee

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Biogasfermenter mit Energieanlieferung.

Irsee – Schon im Jahr 2012 entschied sich der damalige Gemeinderat für eine Nahwärme Versorgung für den Markt Irsee. Lieferant für die Heiz- und Warmwasserversorgung von Gebäuden in Irsee war Mathias Satzger, Landwirt und Betreiber einer Biogasanlage am östlichen Eingang von Oggenried.

Auch für eine Erweiterung des Netzes bekam er jüngst den Auftrag.

Mit dem Bau seiner ersten Biogasanlage, die allein für den Energiebedarf des elterlichen Bauernhofes ausgelegt war, begann Satzger 1990. Heute hat sich der gelernte Landwirt ein exzellentes Wissen im Bereich der Biogastechnologie angeeignet. Mit einem an Fakten reichen Vortrag überzeugte Satzger den Gemeinderat in der jüngsten Gemeinderatssitzung von den Vorteilen und dem erforderlichen Bau einer neuen Nahwärmeleitung von Oggenried nach Irsee. Laut dem Landwirt sind die alten Verbindungsrohre für eine Erweiterung der Wärmeenergie Versorgung von Irsee nicht mehr ausreichend. Die anfänglich geringe Zahl an Abnehmern der Nahwärme habe inzwischen die Größe von 75 Haushalten erreicht. Darunter sind das gesamte Schwäbische Bildungszentrum, die Gastwirtschaft „Drei Nelken“, der „Altbau“ mit seinen Gebäuden, das alte Gerichtshaus sowie weitere private Abnehmer.

Die jetzt im Gemeinderat beschlossene Rohrtrasse verläuft teilweise über ein Gebiet der bayerischen Staatsforste und privaten Wiesen. Auf Höhe der Baumannstraße erreichen die Wärmeleitungen (Vor- und Rücklauf) Irsee und laufen dann weiter über die Alte Poststraße direkt zu dem schon bestehenden 500.000 Liter fassenden Heißwasserspeicher an der Josef-Guggenmos-Grundschule. Nach Aussage von Bürgermeister Andreas Lieb erhält Irsee jährlich fünf Millionen Kilowattstunden Wärmeleistung. „Um die gleiche Menge an Energie zu erzeugen wären 500.000 Liter Heizöl erforderlich, die dann im Ort verbrannt und den Himmel und die Luft über Irsee erheblich belasten würden“, betonte Bürgermeister Lieb.

Laut Planung erfolgt die Verlegung der eigen-finanzierten Wärmeleitungen im Jahr 2021, wobei nach Aussage von Satzger auch an eine in der Trasse verlegte Erdgasleitung gedacht ist. Damit können dann dem Betreiber zu Folge weitere Haushalte an die Nahwärme Versorgung problemlos angeschlossen werden.

In der Gemeinderatssitzung gab es noch Nachfragen zur Zuverlässigkeit und mit welchen Ressourcen die Biogasanlage betrieben wird. Laut Satzger erfolgt die Deckung des Energiebedarfs überwiegend aus Gras, Holzhackschnitzeln, Gülle und Mist von Bauern- und Pferdehöfen. Der Umkreis, aus dem das Material angeliefert wird, liegt bei etwa acht Kilometern. Zur Zuverlässigkeit berichtete Mathias Satzger, dass die Anlage durch Stromausfall in Oggenried im letzten Jahr an zwei Tagen ausgefallen sei, was aber durch das jetzt vorhandene Notstromaggregat nicht mehr passieren könne. Traut man den Worten des erfolgreichen Landwirts, dann ist die Technologie und Anwendung von Biogasanlagen noch lange nicht am Ziel. „Die neuen Wege die sich da zukünftig ergeben, mag ich gerne mit begleiten“, so der Landwirtschafts-Unternehmer.


Jürgen Wischhöfer

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