Jagd ist von großer Bedeutung

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Seine Durchlaucht Moritz Fürst zu Oettingen-Wallerstein (li.) und der Vorsitzende des JJV Kaufbeuren e.V. Stefan Schopf (re.) konnten zahlreiche Mitglieder auszeichnen: Reinhard Lippert, Herbert Hakala, Josef Koch, Ignaz Schmid, Josef Egetenmeyer, Ludwig Fischer und Engelbert Schuster.

Oberostendorf – Große Beachtung fand unter der Jägerschaft auch in diesem Jahr wieder die Naturschutz- und Hegeschau des „Jagdschutz- und Jägervereins Kaufbeuren e.V.“ Am vergangenen Wochenende konnten im Vereinsheim in Oberostendorf die Gehörne der letzten Jagdsaison von den Hegegemeinschaften Baisweil, Buchloe, Kirchweihtal, Kaltental-Nord, Stadt Kaufbeuren und des Forstbetriebes Ottobeuren begutachtet werden.

Ausrichter dieser traditionellen und erfolgreichen Veranstaltung war die Hegegemeinschaft Kirchweihtal. Für die musikalische Umrahmung sorgten die Jagdhornbläser des Jagdschutz- und Jägervereins (JJV) Kaufbeuren. 

Der 1. Vorsitzende des JJV Kaufbeuren, Stefan Schopf, konnte zu Beginn des offiziellen Programms zahlreiche Ehrengäste begrüßen, unter ihnen seine Durchlaucht Moritz Fürst zu Oettingen-Wallerstein und Max Peter Graf von Montgelas. Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke ging in seinem Grußwort unter anderem auf die Problematik mit den sich stark vermehrenden Bibern ein. Landrätin Maria Rita Zinnecker und Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse hoben die guten Verbindungen zur Jägerschaft hervor und bedankten sich für die geleistete Arbeit. 

Seine Durchlaucht Moritz Fürst zu Oettingen-Wallerstein betonte in seiner Ansprache, dass die Jagd in Verbindung mit Natur und Brauchtum eng zusammen gehören und hob die „Freuden der Jagd“ im Besonderen hervor. Gleichzeitig wies er aber auf den immer stärker aufkommenden Druck der sich ergebenden Probleme hinsichtlich eines „Fleckerlteppichs“ unterschiedlichster Jagdgesetze hin. 

Forstdirektor Robert Berchtold vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten konnte in seinen Ausführungen auf einen erfreulichen Rückgang des Wildverbisses hinweisen, weshalb in vier von fünf Hegegemeinschaften der Abschussplan beibehalten werden konnte. Sorgen würde allerdings im nördlichen Bereich des Ostallgäus der Borkenkäfer verursachen. Hier stünden für die Zukunft große Herausforderungen an. Regierungsoberrat Ralf Kinkel von der Unteren Jagdbehörde am Landratsamt Ostallgäu sieht künftig eine Hauptaufgabe in der geduldigen Hegearbeit vor Ort, wobei auch die noch hohe Strahlenbelastung des Schwarzwildes nicht unerwähnt bleiben konnte. 

Mit diesem Thema befasste sich auch Max Peter Graf von Montgelas, BJV-Schwarzwildreferent, in seinem Vortrag über den aktuellen Stand bezüglich „BJV-Digital“ und „Schwarzwildmonitoring“ in den Bayerischen Jagdrevieren. Demzufolge würden in einzelnen Regionen die Wildschweine zu einer echten Plage. Mittels technischer Überwachungs-Hilfsmittel müsse dieses Problem gelöst werden. 

Fritz Obermaier, Jagdberater für das nördliche Ostallgäu, stellte in seinem Rückblick des vergangenen Jagdjahres fest, dass die Erfüllung der Abschusszahlen zu gewissen Problemen geführt habe, ebenso die konstante Zunahme an Schwarzwild und die Schäden, die durch den Biber verursacht wurden. Der Abschuss in den vier Hegegemeinschaften Baisweil, Buchloe, Kaltental-Nord und Kirchweihtal wurde dabei zwischen 90,74 bis zu 98,55 Prozent erfüllt. 

Bruno Dengel von der Unteren Jagdbehörde der Stadt Kaufbeuren wies in seinem Bericht darauf hin, dass seine Hegegemeinschaft wohl zu den kleinsten innerhalb Bayerns gehöre, die Jäger aber trotzdem alle Hände voll zu tun hätten, um all die anfallenden Aufgaben zu erfüllen. Mit 88 Prozent konnte das Soll des Abschussplanes erfüllt werden, wobei die Probleme mit Fallwild (größtenteils Opfer des Straßenverkehrs, insgesamt 52 Stück) nicht zu übersehen und wesentlich höher als im Landkreis seien. 

Abschließend konnte der erste Vorsitzender Stefan Schopf, assistiert von seiner Durchlaucht Moritz Fürst zu Oettingen-Wallerstein, eine ganze Reihe von Vereinsehrungen vornehmen (siehe Foto). In der sich anschließenden Jahreshauptversammlung wurden die Mitglieder über die Sanierungsarbeiten am alten Schießstand unterrichtet, wobei auch noch Altlasten entfernt werden mussten. Ein Mitgliederbeschluss über den Verkauf des Geländes wurde nach eingehenden Beratungen herbeigeführt. Besonders „fleißige“ Mitglieder, die regelmäßig am Übungsschießen teilnehmen, wurden anschließend mit Schießnadeln ausgezeichnet. 

Dankbar wurde der Vorschlag eines Mitglieds, von Beruf Metzgermeister, aufgegriffen, der sich angeboten hatte, spezielle „Wild-Zerlegekurse“ anzubieten. Nähere Informationen dazu unter Tel. 08341/94663.

von Klaus-Dieter Körber

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