Netzwerk Katastrophenschutz der Kreisverbindungskommandos Kaufbeuren und Ostallgäu

Energieversorgung im Fokus

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Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen würden 74 Prozent der Schäden durch mechanische Fremdeinwirkung verursacht. Dazu gehören vor allem auch Bagger.

Ostallgäu/Kaufbeuren – Welche Planungsgrundlagen nutzt ein Erdgasversorger und wie ist es um die Sicherheit der Versorgung bestellt? Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Power to Gas“? Diesen Fragen wurde beim sogenannten „Runden Tisch“ der Kreisverbindungskommandos Kaufbeuren und Ostallgäu kürzlich auf den Grund gegangen.

Referent zu diesen Themen war Christian Bergmann von „schwaben netz“. Die alljährlich stattfindende Veranstaltung dient dem Erfahrungsaustausch der am Katastrophenschutz beteiligten Behörden und Hilfsorganisationen in Kaufbeuren und dem Ostallgäu.

„Bagger sind unsere größten Feinde“, begann der Referent mit humorigen Worten seinen Vortrag. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen würden 74 Prozent der Schäden durch mechanische Fremdeinwirkung verursacht. Alle meldepflichtigen Schäden seien der Aufsichtsbehörde und dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) als Dachverband anzuzeigen. Dieser habe ein integrales Sicherheitskonzept entwickelt, das sowohl primäre als auch sekundäre Schutzmaßnahmen enthält. Für den Tiefbau gebe es seitens aller Versorgungs-Sparten die Verpflichtung zur Auskunft entsprechende Verlegungen. Gleichzeitig bestehe von beiden Seiten eine Überwachungspflicht. „schwaben netz“ habe zudem eine digitale Planauskunft eingerichtet. Auf einer Internetplattform stehen die Leitungspläne und können von anderen Sparten, Ingenieurbüros oder Kommunen abgerufen werden.

Power to Gas

Mit diesem Schlagwort – elektrische Energie zu Gas – wird schon seit Längerem die Möglichkeit beschrieben, den aus Windkraft und Solaranlagen regenerativ erzeugten, aber nicht genutzten Strom in Wasserstoff beziehungsweise Methan umzuwandeln und dann zu speichern. „Das ist nicht die Lösung für alles“, so der Fachmann, „aber Teil einer Kombination von mehreren Lösungen.“ Das Potenzial regenerativer Energien sei derzeit nicht voll nutzbar, da Speicherkapazität fehle. Mit der heute in Deutschland verfügbaren Speicherleistung von etwa 40 Gigawattstunden (GWh) könne rund eine Stunde abgedeckt werden, so der Experte. Für eine 100-prozentige Versorgung mit regenerativer Energie sei jedoch das 500-fache, also 20.000 GWh, erforderlich. „Das sind gewaltige Mengen, die irgendwo herkommen müssen“, sagte Bergmann, „das sollte jedem klar sein.“

Ein Lösungsansatz von mehreren sei, mithilfe von Strom aus Wasser durch Elektrolyse Wasserstoff zu gewinnen. Der Wasserstoff könne zum Teil direkt ins Gasnetz eingespeist oder vorher durch Methanisierung zu synthetischem Erdgas umgewandelt werden. Mit einer Gesamtlänge von etwa 245.000 Kilometer biete das deutsche Erdgasnetz gemeinsam mit seinen Über- und Untertagespeichern einen leistungsfähigen Langzeitspeicher für Wasserstoff und synthetisches Erdgas. Die damit speicherbare Energie reiche dann für etwa drei Monate. In Deutschland gibt es derzeit über 20 Forschungs- und Pilotanlagen, in denen das Power-to-Gas-Verfahren eingesetzt und weiterentwickelt wird.

von Wolfgang Becker

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