Neubau für sieben Millionen

Feierlich angetreten zum Spatenstich sind die Mitglieder der Buchloer Feuerwehr. Aus Kostengründen werden viele der „Feuerwehrler“ selbst Hand beim Bau anlegen.

Der lang ersehnte Startschuss für das neue Feuerwehrgerätehaus in Buchloe ist gefallen. Mit dem in der letzten Woche erfolgten offiziellen Spatenstich geht es nun in die heiße Phase. Dabei wartet noch viel Arbeit auf die Angehörigen der Wehr, die sich verpflichtet haben, aus Kostengründen selbst mit Hand anzulegen. Doch mit dem von Architekt Manfred Kratz anvisierten Termin für die Fertigstellung im Herbst 2013 ist das Ziel schon in greifbare Nähe gerückt. MdL und stellvertretende Landrätin Angelika Schorer (CSU) und MdL Bernhard Pohl (FW) waren ebenso zugegen wie Vertreter von Kreistag, Stadtrat, Polizei und Verwaltung sowie die Angehörigen der Feuerwehr.

Bürgermeister Josef Schweinberger stellte den ehrenamtlichen Dienst in den Mittelpunkt seiner Ausführungen und betonte, dass sich die Bürgerschaft auf die Hilfeleistung der Freiwilligen Feuerwehr seit 1871 in allen Notsituationen verlassen könne. „Voraussetzung dazu ist eine bedarfsgerechte Ausrüstung. Vom not- wendigen Fahrzeug, von der technischen Ausstattung bis hin zur adäquaten Unterbringung“, so der erste Mann der Stadt. Er erinnerte in einem kurzen Abriss an den Verlauf seit Planungsbeginn, an dem der heutige Ehrenkommandant Helmut Weiß seinen erheblichen Anteil hatte. Nach der Antragstellung für ein neues Gebäude im Dezember 2005 waren verschiedene Konzepte durch Augsburger Studenten geprüft und der jetzige Standort als optimal befunden worden. Im Anschluss an den Grundstückskauf 2007 hatte sich eine Planungsgruppe der Feuerwehr in neun Besichtigungen und 55 Planungsgesprächen mit dem neuen Feuerwehrgerätehaus befasst. Ein erster Schritt erfolgte dann mit dem Bau der Kalthalle in 2.400 Arbeitsstunden durch die Angehörigen der Feuerwehr im Herbst 2010, was Schweinberger als „Gesellenstück“ bezeichnete. Der Neubau kommt auf etwa sieben Millionen Euro, davon wird gut eine Million durch Land und Kreis gefördert. Das Geld sei gut angelegt, sagte die Stadtspitze, denn die ehrenamtliche Tätigkeit sei „Garant für Schutz und Eigentum aller Bürger“. Angelika Schorer als Vertreterin des Landrates freute sich über den „Meilenstein“ in der Geschichte der Feuerwehr. Beharrlichkeit und Zielstrebigkeit hätten zum Erfolg geführt. Aber ehrenamtliches Engagement gehöre immer mit dazu. Und in Buchloe sei ein hoch motiviertes Team vorhanden. Kreisbrandrat Markus Barnsteiner sprach von einer „nicht alltäglichen Feierstunde“. An der Lösung zur adäquaten Unter- bringung für den Sitz eines Dienstleistungsunternehmens habe man lange gearbeitet. Doch nun sei zukünftig nicht nur Platz für Ausrüstung, Geräte und Werkstätten, sondern auch für ein Ausbildungszentrum und eine Abschnittsführungszelle vorhanden. Kommandant Thomas Ogiermann dankte allen, die bereits jetzt viel Freizeit investiert hatten, insbesondere aber seinem Vorgänger Helmut Weiß für dessen Engagement. Erster Vorstand Günter Forstner sah in dem Projekt die Anerkennung der Arbeit und ein Zeichen der Stadt für das Ehrenamt. Zukünftig könne man die fast 130 aktiven Mitglieder „auf Stand halten“. Mit einem Zitat von Antoine de Saint-Exupéry beschrieb Architekt Manfred Kratz das Projekt: „Man kann nicht in die Zukunft schauen, aber man kann den Grundstein für etwas Zukünftiges legen – denn Zukunft kann man bauen.“ Und mit dem neuen Gebäude an diesem prädestinierten Platz werde nach den Worten des Bürgermeisters das Haus für „50 bis 100 Jahre“ gebaut. Das Quartett der Stadtkapelle Buchloe umrahmte die Feierstunde musikalisch.

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