Neue Aufgabe als Seelsorger

Gut gefüllt war am vergangenen Sonntag die St. Martins - Kirche in der Kaufbeurer Innenstadt, als viele Gläubige sowie Vertreter der örtlichen Wirtschaft und Politik Stadtpfarrer Adolf Nießner in den wohlverdienten Ruhestand begleiteten. Fast vierzig Jahre lang hatte er an verschiedenen Standorten als Pfarrer fungiert, fünfzehn davon in Kaufbeuren.

In seinem Amt erachtete er stets den Bereich der Seelsorge als besonders wichtig . „Ein Brückenbauer zwischen Mensch und Gott”, so bezeichnete ihn in seiner Ansprache Rudolf Wiesbauer, seines Zeichens Kirchenpfleger und Direktor der Marien-Realschule. Man sei froh, dass Nießner Kaufbeuren nicht verlasse, sondern für Ratschläge und Antworten auch weiterhin bereit stehe. Der 64-Jährige wird ab dem kommenden Herbst die Klosterseelsorge für die Schwestern der Heiligen Crescentia übernehmen. „So ist es für mich kein Abschied, sondern ein Übergang in eine neue Aufgabe”, erklärte er im Gespräch mit dem KREISBOTEN. Großen Dank empfinde er rückblickend für die vergangenen Jahre, die Arbeit als Pfarrer habe ihn stets erfüllt. Das haben auch seine „Schäfchen“ immer gespürt, und so waren zahlreiche Vereine wie beispielsweise die örtlichen Pfadfinder oder der Schützenverein in Festtracht und mit ihren Standarten in die Kirche gekommen, um ihrem scheidenden Pfarrer unter großem Festgeläute die Ehre zu erweisen. In einem großen Festzug ging es zum Platz vor dem Haus St. Martin, wo anschließend noch ein Abschiedsfest begangen wurde. Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU) dankte in seiner Laudatio „im Namen aller Stadträte” Nießner als einem seiner „ersten Weggefähren” im Amt. Man habe sich stets gegenseitig unterstützt, der Pfarrer habe die Menschen“ von der Wiege bis zur Bahre” voller Enthusiasmus und Einfühlungsvermögen begleitet. Dies sei umso bedeutsamer, da der Stadtpfarrer in Kaufbeuren traditionell großen politischen Einfluss habe. Nießner habe beide Bereiche mit viel Gefühl verbunden. „Er hat nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch in den Herzen der Menschen Spuren hinterlassen”. Ein besonderer Überraschungsgast war Bürgermeister Leonhard Stork von der Gemeinde Training (bei Landsberg). Hier hatte Adolf Nießner zwischen 1975 und 1986 im Rahmen seines damaligen Amtes als Jugendseelsorger der Region Weilheim gewirkt. Ein „großer Segen” sei der Pfarrer für die Gemeinde gewesen, erklärte Stork. Auch die Pfarrgemeinden Oberbeuren und Kemnat brachten mit zwei gesanglichen Vorträgen ihren Dank an den Kaufbeurer Pfarrer zum Ausdruck. Noch nicht anwesend war Nießners Nachfolger, der 36-jährige Thomas Renftle, der momentan noch im Oberbayrischen Huglfing als Seelsorger tätig ist und das Amt des Kaufbeurer Stadtpfarrers im Herbst übernehmen wird. fr

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