Der Zugverkehr rollt wieder

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Seit Montag rollen die Züge wieder über die Brücke. Allerdings wird es wohl noch bis Weihnachten dauern, bis die Straßenarbeiten abgeschlossen sind. Wegen des hohen Grundwasserstandes muss eine Grundwasserwanne gebaut werden.

Buchloe – Seit Montagmorgen rollt der Zugverkehr wieder zwischen Buchloe und Kaufering. In nur sechs Tagen haben Bahn und Baufirmen eine technische Meisterleistung vollbracht. Die alte Brücke an der Augsburger Straße in Buchloe wurde abgerissen und ein Brückenneubau, der neben der alten Brücke entstanden war, eingeschoben.

Diese Technik gibt es nach Auskunft der Bahn seit den siebziger Jahren. Streckensperrungen werden im Bahnverkehr auf ein Minimum reduziert. 

Überschattet wurden die Gleisverlegungsarbeiten am Sonntag durch einen schweren Arbeitsunfall. Ein Mitarbeiter der Gleisbaufirma musste mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. 

Die Autofahrer müssen sich noch bis voraussichtlich Weihnachten gedulden, bis auch die Augsburger Straße in beiden Richtungen befahrbar ist. 110 Jahre alt war die vorherige Brücke. Sie galt als nicht mehr sanierungsfähig. Die Stadt Buchloe hatte bereits 2012 entschieden, die Chance zu nützen, einen Fuß- und Radweg im Rahmen der Brückenbauarbeiten mit einplanen zu lassen. 

Während die Brückenbaukosten von der Bahn und die Straßenbaukosten vom Staatlichen Bauamt in Kempten getragen werden, da es sich um eine Staatsstraße (2035) handelt, muss die Stadt nur für die Kosten des Geh- und Radwegs aufkommen. Bürgermeister Josef Schweinberger hatte damals auch im Hinblick auf die Kosten von einer „einmaligen Chance” gesprochen, „die man nur alle einhundert Jahre bekommt“. 

Bisher reichte bei der alten Brücke die Breite gerade aus, dass zwei PKW nebeneinander knapp Platz hatten. Die lichte Breite, die nun verwirklicht ist, liegt bei 11,80 Meter. Dazu kommen noch einmal die drei Meter für den Geh- und Radweg. 

Für Gerhard Groos als verantwortlicher Bauleiter „Brückenbau“ bei der Firma Glass aus Mindelheim war der Brückeneinschub eine große Herausforderung. In Tag- und Nachtarbeit musste der minutiös getaktete Zeitplan eingehalten werden. Mit seinen 15 Mitarbeitern schaffte er es sogar einen zehnstündigen Vorsprung herauszuarbeiten. 

Bereits am Donnerstagabend letzter Woche wurde der 1800 Tonnen schwere Brückenbau auf Schienen mit Hydraulikpressen an den vorgesehenen Standort millimetergenau eingepasst. Der Freitag und der Samstag wurden genutzt, um die Seitenbereiche wieder aufzufüllen und den Boden zu verdichten. 

Am Sonntag konnte dann die auf Gleisbau spezialisierte Buchloer Firma Spitzke-Riebel Gleisbau GmbH die Schienen verlegen. Dazu wurde ein Schotterbett verlegt und verdichtet. Bei den Schwellen handelte es sich um sogenannte „besohlte Schwellen“, die die entstehenden Schallwellen dämpfen werden. 

Wegen des hohen Grundwasserstandes muss für den Straßenbau noch eine Grund- wasserwanne gebaut werden. Während der Brückenbauarbeiten hatten Grundwasserpumpen und Spundwände dafür gesorgt, dass die Baustelle nicht überflutet wurde. 

Für die Bahn ist die Buchloer Brückensanierung ein Baustein des Großprojektes „Elektrifizierung und Ausbau der Strecke München-Memmingen-Lindau“. Bis ins Jahr 2020 werden mehr als 300 Millionen Euro in die Region investiert. Insgesamt umfasst das Streckennetz in Bayern 6000 Kilometer. 

Nach Auskunft der Bahn soll in einer der größten Investitionsoffensiven etwa 200 Brücken neu gebaut oder saniert werden. Weiter werden rund 1200 Kilometer Gleise binnen fünf Jahren ausgetauscht. 

Im Zuge der Buchloer Bauarbeiten wurde nicht nur die Brücke an der Augsburger Straße erneuert sondern auch eine kleinere Brücke über einen Feldweg nahe Holzhausen.

von Siegfried Spörer

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