15 "neue" deutsche Staatsbürger

Stolz und gerührt zeigten sich die Neubürger auf der offiziellen Begrüßungsfeier im Rathaus der Stadt Kaufbeuren. Foto: Frisch

Teilweise viele Jahre lang gewartet hatten einige der Anwesenden auf diesen Tag: Oberbürgermeister Stefan Bosse ehrte vergangene Woche offiziell fünfzehn Kaufbeurer aus unterschiedlichen Herkunftsländern, die nun die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten haben. Bei dem symbolischen, aber nichts desto trotz sehr feierlichen Akt wurden dabei hauptsächlich Neubürger aus den ehemaligen Sowjetstaaten wie Kasachstan, aber auch aus Indien, Pakistan, Afghanistan, Spanien und der Türkei begrüßt.

Zwölf der Gäste waren bereits „Eingebürgerte“, das heißt sie hatten den formalen Teil bereits im Laufe des Jahres hinter sich gebracht. Zwei Frauen mit kubanischer beziehungsweise tschechischer Staatsangehörigkeit und ein gebürtiger Italiener jedoch unterzeichneten „live“ ihre Einbürgerungsurkunde und sprachen das Bekenntnis zum deutschen Staat. Ein paar Sekunden dauerte es dabei scheinbar nur, von der einen Nationalität in die andere zu wechseln. Ein Irrtum, wie Stefan Bosse während der Veranstaltung mehrfach betonte: viele der Eingebürgerten haben jahrelange Behördenwege hinter sich gebracht, um Deutscher oder Deutsche zu werden, obwohl sie teilweise schon seit Jahrzehnten hier leben. Dies liege jedoch entgegen der landläufigen Meinung nicht immer vorrangig an den deutschen Ämtern, sondern ebenso an den Gesetzten und Behörden des jeweils anderen Staates, so Bosse. „Wenn wir ohne eine einwandfreie Genehmigung des Herkunftslandes eine Einbürgerung vornehmen, könnte dies als ein Angriff auf dessen Hoheitsrechte verstanden werden“. Gerade bei Staaten außerhalb der EU gebe es da häufig eine Menge zu beachten. Nicht selten verlören Menschen, die die Staatsangehörigkeit wechseln möchten, zudem den Anspruch auf Leistungen wie Renten oder andere Zuwendungen, was die Vorgänge oft ebenfalls in die Länge ziehe. Auch der vielleicht prominenteste „Einzubürgernde“ Carmine Macaluso, der damit nun eine doppelte Staatsbürgerschaft hat, ist seit Jahrzehnten mit seiner deutschen Frau und Kindern hier in Kaufbeuren wohnhaft. Durch sein großes Engagement für Integration erhielt er bereits das Bundesverdienstkreuz und nutzte die Gelegenheit, in einer kleinen Rede für die doppelte Staatsbürgerschaft zu plädieren. Das Bekenntnis zum Grundgesetz sei dabei, unabhängig von Religion oder Hautfarbe, entscheidend: „Wenn man lange genug hier lebt, dann ist man irgendwann einfach deutsch!“ Er freue sich, nun als letzter seiner Familie die deutsche Staatsbürgerschaft zu erhalten: „So schließt sich der Kreis“! Besonders gerührt zeigte sich bei der Urkundenüberreichung Herr Inderijt Singh aus Indien: Deutschland sei ein wunderbares Land, er sei überglücklich, hier leben zu können. Was der Oberbürgermeister mit den Worten kommentierte: „In Deutschland ist sicher auch nicht alles perfekt. Aber vielleicht sollten wir wirklich einmal mehr in andere Länder schauen, um zu sehen, wie gut es uns eigentlich geht!“

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