Architektenentwürfe prämiert

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Prof. Ludwig Wappner (v. li.), Diplom-Ingenieur Dirk Sabel von Riehle+Assoziierte und Erster Bürgermeister Armin Holderried.

Mauerstetten – Jetzt ist es raus, wie die neue Dreifachsporthalle aussehen soll. Der Vorsitzende des Preisgerichtes, Prof. Ludwig Wappner aus München, stellte der Öffentlichkeit und dem fast kompletten Gemeinderat die Preisträger des Architektenwettbewerbes vor.

Prof. Wappner gratulierte der Gemeinde zu ihrem Mut, sich immer wieder für einen Architektenwettbewerb auszusprechen, wie beispielsweise schon beim Rathaus oder der Schule. 14 Architekturbüros hatten ihre Vorschläge vorgelegt und sich der Jury gestellt. In einer Vorprüfung wurde bei allen Einreichungen die Erfüllung der Vorgaben überprüft, bevor das siebenköpfige Preisgericht mehrere Wertungsdurchgänge startete. „Dabei versucht man, einzelne Bewerber herauszunehmen, die bestimmte Punkte städtebaulicher Art nicht erfüllen, und die Favoriten herauszufinden für die Endrunde“, erklärte Wappner. 

Ein wichtiges Kriterium waren auch die Sportarten, die im Fokus stehen: Volleyball sei sehr stark in Mauerstetten, der Fußball sei direkter Anrainer. Zuschauertribünen für die Halle waren zu berücksichtigen und die Ströme der Sportler zu trennen: Fußballer mit ihren meist schmutzigen Schuhen sollten andere Wege zu ihren Kabinen benutzen, als die Volleyballer mit ihren Hallenturnschuhen. Gastronomie und Haustechnik waren unterzubringen. Ein großes Thema im Vorfeld und in der Diskussion war die Frage, ob Tageslicht oder künstliche Beleuchtung vorherrschen sollte. Beispielsweise müssen beim Volleyball die Spieler sehr oft ihren Blick nach oben richten, um den Ball zu verfolgen. Für die Jury waren auch topologische Fragen wichtig, wie die Größe der Eingriffe in den Boden oder der Verlauf des Hangwassers. Mit klimatischem Bezug war auch die Frage zur Schneelast zu berücksichtigen und auch der Baustil mit regionaler Identität sollte bewertet werden.

Fast alle der sechs Architekten in der Endrunde hatten sich für ein asymmetrisches Satteldach entschieden, um auch die notwendige Spannbreite der Halle zu überspannen. Bei den letzten drei Favoriten, einem ersten und zwei dritter Plätze, unterschieden sich die Gesamtlösungen nur wenig voneinander. Alle Resultate waren in Nord-Südrichtung entlang des Radweges so vorgesehen, dass die Fußballer direkt aus den Kabinen in der Halle zu ihren Sportplätzen gelangen.

Der erste Preis ging an das Büro Riehle+Assoziierte Architekten aus Reutlingen. In ihrem Entwurf kann man die gesamte Front der Halle einsehen und der Eingang ist Sportlertreff und öffentlicher Bereich zugleich. Die Ost- und Westfassade, sowie ein Oberlicht entlang der Zuschauerreihe in der Halle bieten Tageslicht. Sind die Parkplätze für Fahrzeuge im Norden bei den Beachvolleyballplätzen angesiedelt, sieht man als Fahrradfahrer oder Fußgänger aus Mauerstetten kommend zunächst die Sportstätten für Asphaltstockschießen. Ein durchgehendes Vordach bietet einen geschützten Bereich entlang des Radweges.

Diplom-Ingenieur Dirk Sabel von Riehle+Assoziierte erläuterte: „Wichtig war uns, die Halle an den Spielfeldern auszurichten und eine eindeutige Vorderseite anzubieten“. Die Halle selbst werde im Boden eingegraben sein, sodass man sie als Zuschauer ebenerdig betreten und sofort von der Galerie aus, nach unten blickend, die Spiele verfolgen könne.

Der erste Preis wird mit 22.000 Euro honoriert, die beiden dritten Preise noch mit je 11.000 Euro. Erster Bürgermeister Armin Holderried zeigte sich sichtlich zufrieden: „Das Preisgeld ist gut angelegt. Wir haben einen Topentwurf, den wir auf anderem Wege so nicht bekommen hätten“. Man werde jetzt üblicherweise in Nachverhandlungen mit den vier am besten bewerteten Teilnehmern eintreten, sodass jeder noch die Chance hat, beauftragt zu werden. Dann könne der Gemeinderat bald entscheiden. Nach vorne blickend meinte Holderried „Schön wäre, wenn wir die Planungen im Herbst abschließen, im Winter ausschreiben und im Frühjahr bauen könnten“.

von Wolfgang Krusche

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