Glockenweihe in Wald nach Kirchenbrand im Jahr 2012 - Endgültige Aufhängung im Oktober

Bald läutet es wieder in St. Nikolaus

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In frischem Glanz erstrahlen die neuen Glocken für die St. Nikolaus-Kirche.

Wald – Überall fröhliche Gesichter und strahlende Augen. Endlich sind sie da die fünf neuen Glocken für die Pfarrei St. Nikolaus in Wald. Und so ist dieser Sonntag ein echter Freudentag für die 1000-Seelengemeinde im Ostallgäu.

Obwohl der Schock, als am 5. Januar 2012 durch einen Blitzschlag die Kirchturmspitze getroffen wurde und in Flammen aufging, bei den meisten Dorfbewohnern noch nicht gänzlich verdrängt werden konnte und auch gewisse Spuren hinterlassen habe, so Bürgermeister Josef Ampßler. Schließlich sei dieser Tag als einer der traurigsten in die Dorfgeschichte eingegangen. Stundenlang kämpfte damals die Feuerwehr gegen die Flammen, der Einsturz der rund 20 Meter hohen Turmspitze konnte trotz aller Bemühungen nicht verhindert werden und damit auch der Verlust der fünf Glocken, deren Beschädigungen sich als derart gravierend herausstellten, dass eine Reparatur nicht mehr möglich war. 

Die schönsten Impressionen von der Glockenweihe in Wald

Bis auf die älteste Glocke, deren Gussjahr auf 1651 datiert ist und die in ihren Bruchstücken künftig im Museum zu sehen sein wird, wurden die übrigen Glocken in einer Glockengießerei im Kloster Laach (Eifel) eingeschmolzen und das gewon- nene Material für die neuen Glocken wiederverwendet. Wie Kirchenpfleger Karl Wegele dem Kreisboten berichtete, habe man den Werdegang der neuen Glocken stets mit Spannung und Aufmerksamkeit verfolgt. 

So war am 9. August dieses Jahres eine Walder Delegation mit 47 Mitgliedern in der Maria Laacher Glockengießerei dabei, um den Entstehungsprozess hautnah mitzuerleben. Der dortige Glockensachverständige und Gussmeister Bruder Michael und sein Team leisteten dabei – wie schon in Friedrich Schillers berühmten Gedicht von der „Glocke“ eindrucksvoll geschildert – Schwerstarbeit. Neben dem Material aus den defekten Glocken musste noch weiteres Kupfer und Zinn hinzugefügt und auf 1150 Grad erhitzt werden. Beim Läuten des Freitagsgebetes und einem „Vater Unser“ für ein glückliches Gelingen wurden schließlich die Ofenklappen geöffnet und die interessierten Gemeindemitglieder aus Wald konnten nach eigener Erzählung mitverfolgen, wie „ihre Glocken“ gegossen wurden. Zwei Wochen später, am 22. August, wurde in Maria Laach zusätzlich noch die große, 2,3 Tonnen schwere „Christkönigsglocke“ gegossen, für deren Guss ebenfalls die alte Walder Christkönigsglocke eingeschmolzen und verwendet wurde. 

Prächtige Festlichkeiten 

Am letzten Sonntag war dann auch nahezu die gesamte Gemeinde von Wald auf den Beinen, dazu hunderte Gläubige aus den Nachbarorten und Gäste aus nah und fern. Sie alle wollten dabei sein, um die Weihe der neuen Glocken mitzuerleben. Zuvor fand in der restlos überfüllten Pfarrkirche St. Nikolaus ein Festgottesdienst mit dem emeritiertem Weihbischof der Diözese Josef Grünwald statt. Musikalisch umrahmt wurde dieser vom Walder Kirchenchor. Anschließend wurden die Glocken auf prächtigen Wagen durch den Ort zum Pfarrgarten gebracht – festlich geschmückt vom Gartenbauverein in Zusammenarbeit mit der ortsansässigen Floristin Niki Fischer in den weiß-gelben Kirchenfarben und gezogen von aufgeputzten Rössern der Familie Scherzer. Die Musikkapelle und die örtlichen Vereine gaben dem festlichen Zug das Geleit. Nach Aussage von Kirchenpfleger Karl Wegele wurde für das neue Geläut auch eigens ein neuer Glockenstuhl errichtet, wobei die Aufhängung der Glocken an geraden Eichenholzjochen mit Kopfholz erfolgt. 

Läuten zum Patrozinium 

Höhepunkt des Tages war die Segnung und Weihe der Glocken durch Weihbischof Josef Grünwald, der sich laut seinen Worten „ebenso wie die gesamte Kirchengemeinde von Wald“ darauf freue, „wenn in Kürze wieder die Glocken vom Turm zum Kirchgang und Gebet rufen“. Dies soll allerdings noch ein wenig dauern: Nach einer Klangprobe durch den Glocken- und Orgelsachverständigen der Diözese Augsburg Pater Stefan Kling und den Laacher Gussmeister Bruder Michael sollen Ende Oktober dieses Jahres die Glocken dann ihren endgültigen Platz im Glockenstuhl wieder einnehmen. Beim Besuch von Diözesanbischof Konrad Zdarsa zum Patroziniumsfest der Walder Kirche, die dem heiligen St. Nikolaus (6. Dezember) geweiht ist, soll das neue Geläut dann wieder zur Freude aller Gläubigen in Wald und Umgebung hell erklingen. von Klaus-Dieter Körber

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