15 Häuser Am Wegacker in Geisenried – Grotz: Auch Wohnungen

Wo die Stadt Bauland schafft

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Skizze zum Bauland Am Wegacker in Geisenried. Hellgrün ist das Gebiet, wo die 15 Häuser entstehen sollen. Die dicke grüne Linie umfasst das Areal, das später optional auch zu Bauland werden kann.

Marktoberdorf/Geisenried – Dem „dringenden Bedarf an Wohnbaugrundstücken“ möchte die Stadt Marktoberdorf gerecht werden, indem sie im Ortsteil Geisenried das Gebiet Am Wegacker erweitert. Ungefähr 15 Häuser sollen auf einem 1,2 Hektar großen Areal am nordöstlichen Rand der Ortschaft errichtet werden. 

Stadtrat Peter Grotz (Freie Wähler) spricht sich dafür aus, dort auch ein oder zwei kleine Mehrfamilienhäuser zu berücksichtigen.

Eine Nachfrage bei Wohnungen sei sehr wohl da, argumentiert Peter Grotz, der selbst in der Ortschaft Geisenried wohnt, die knapp 900 Einwohner hat und der westliche Stadtteil von Marktoberdorf ist. Bei der Beratung im Stadtrat stellte er die Frage, warum auf der Nordseite des Areals Am Wegacker nicht Mehrfamilienhäuser mit bis zu acht Wohnungen vorgesehen werden.

Ralf Baur, der Chef des Stadtbauamts, verwies darauf, dass auf dem Gelände des ehemaligen Krankenhauses im Süden Marktoberdorfs ausschließlich Geschosswohnungsbau vorgesehen sei. Dort soll ein Quartier entstehen, wo schließlich bis zu 700 Menschen leben.

Vroni Diepolder (CSU) fand die Planung für das Gebiet Am Wegacker in Geisenried „hervorragend“. Es sei gut, wenn das Thema „vorangetrieben wird“ und wenn Grundstücke für Einfamilienhäuser geschaffen werden. Allenfalls könne sie sich dort zusätzlich wenige Reihenhäuser vorstellen.

„Wir begrüßen, dass es so entwickelt werden kann“, bezog Erich Nieberle namens der SPD-Fraktion Position zu den Planungen für das Baugebiet am Ortsrand von Geisenried Stellung. Zum Vorstoß des Stadtrates Peter Grotz, der gerne auch Mehrfamilienhäuser hätte, merkte Nieberle noch an: „Das kommt normalerweise von uns.“ Mit dem Satz sorgte er für Heiterkeit im Gremium; eigentlich sei es die SPD, die mehr als andere für Geschosswohnungsbau plädiere.

Georg Martin (Grüne) vertrat eine andere Meinung. 1,2 Hektar Fläche für 15 Häuser sei heutzutage nicht mehr „up to date“. Es sei „locker möglich“, 18 Grundstücke auszuweisen. Erfahrungsgemäß würden die kleineren Parzellen eh schneller verkauft.

Von den 1,2 Hektar gehören mittlerweile 81 Prozent der Stadt Marktoberdorf. Diese Zahl nannte Kämmerer Wolfgang Guggenmos. Einmütig haben die Stadträte der Änderung des Flächennutzungsplanes ebenso zugestimmt wie der Erweiterung und Änderung des Bebauungsplanes Am Wegacker. Zudem haben sie den Aufstellungsbeschluss dazu gefasst.

Die Auswirkungen des Verkehrslärms

Ein wesentliches Kriterium während des Verfahrens wird laut Ralf Baur vom Stadtbauamt sein, dass ein Gutachter Untersuchungen dazu anstellt, wie sich der Verkehrslärm von den Bundesstraßen B12 und B472 auf das neue Baugebiet auswirkt. Die Ergebnisse seien in den Entwurf für den Bebauungsplan einzuarbeiten. Dabei wird auch bewertet, wie sich der Verkehrslärm auf die Fläche nördlich des neuen Quartiers auswirkt, das näher bei den Bundesstraßen liegt und das evtl. später ebenfalls als Bauland ausgewiesen werden kann.

Rücksicht nehmen muss die Stadt auf eine nahegelegene Hofstelle. Dort wird zwar seit mehreren Jahren keine Landwirtschaft (ehemals mit Rinderhaltung) mehr betrieben. Eine Wiederaufnahme sei jedoch möglich. Wie da vorgegangen wird und ob gar ein Geruchsgutachten notwendig ist, kann laut Baur im Aufstellungsverfahren geklärt werden.

Das geplante Baugebiet im Nordosten Geisenrieds wird von zwei Seiten erschlossen. Von Westen her kann man von der Immenhofener Straße in das Baugebiet einfahren. Zwei Stichstraßen, die zum Ottobüchlweg im Süden reichen, werden mit der neuen Erschließung vernetzt.

Von Johannes Jais

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