Neues Obdachlosenheim bietet Platz für Menschen in Not

Heimat für begrenzte Zeit

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Auf der Rückseite des Hauses ist auch ein barrierefreier Zugang für Menschen mit Behinderung vorhanden.

Kaufbeuren – Der oft zitierte Wohlstand unserer Gesellschaft ist leider nicht bei allen vorhanden. Es gab und wird immer Menschen geben, die selbst verschuldet oder durch andere Einflüsse in Not geraten.

Dies kann soweit gehen, dass sie aufgrund fehlender Einkünfte keine Mietwohnung mehr bezahlen können und sie am Ende auf der Straße landen würden. Hier greifen dann Regularien der Sozialgesetze und die Pflichtaufgaben einer Kommune, die solchen Menschen eine Obdachlosenunterkunft bieten. Die Stadt Kaufbeuren hat jetzt nach einer Generalsanierung eine Unterkunft für Familien und alleinstehende Frauen fertiggestellt.

Der Kreisbote hat sich von Bruno Dangel als Leiter Ordnungsamtes, in dessen Zuständigkeit auch das Obdachlosenrecht fällt, das Gebäude zeigen und die Regularien erklären lassen. „Obdachlosigkeit kann viele Gründe haben“, erläutert er, „oft steht sie am Ende einer Kette von Schicksalschlägen.“ Eingebunden in den Prozess ist das Sozialamt, welches versucht, alle anderen Hilfsmöglichkeiten bereits im Vorfeld auszuschöpfen. Das einstige Wohn- und Geschäftshaus hat die Stadt angemietet und durch Umbauten Räumlichkeiten für rund 40 bis 50 Menschen – Familien mit Kindern und Frauen – geschaffen.

Aktueller Standard

„Der gute Standard orientiert sich an der gültigen Energiesparverordnung, welche der Stadt klare Vorgaben macht“, so Dangel. Dadurch mussten beispielsweise neue Fenster eingebaut werden. Hinzu kamen Feuerschutzmaßnahmen und ein behindertengerechter Zugang nebst Aufzug. Im oberen Geschoss befinden sich Wohnungen mit kleinem Bad und einfach eingerichtetem Mobiliar zur vorrangigen Nutzung durch Familien mit Kindern. Im unteren Flur sind Zimmer mit etwa zwölf Quadratmeter Fläche, die sich aber zwei Frauen mit Ihren Betten, Stühlen und einem Tisch teilen müssen. Gemeinschaftsduschen und -küche sowie ein Aufenthaltsraum ergänzen das Wohnangebot. Für alle Bewohner steht eine Gemeinschaftswaschküche mit Waschmaschine und Trockner zur Verfügung.

Notunterkunft

Die Zuweisung erfolgt über das Ordnungsamt. Und für formale Betreuung ist das Sozialamt zuständig. Doch auch der Katholisch Verband für Soziale Dienste Kaufbeuren/Ostallgäu (SKM) sorgt für eine persönliche Begleitung der Menschen. „Dennoch bleibt es eine Notunterkunft, deren Nutzung grundsätzlich nur für eine begrenzte Zeit gedacht ist“, sagt Dangel. Natürlich sei es aber nicht auszuschließen, dass Menschen dort längere Zeit verbringen.

Von Wolfgang Becker

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