Runde Lösung für Müll-Problem

Neue Recycling-Rundhalle in Kaufbeurer Buronstraße geplant

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Provisorische Sammelstelle: Beengte Verhältnisse herrschen auf dem Wertstoffhof an der Liegnitzer Straße. Auf dem Areal der Kläranlage an der Buronstraße könnte nun ein neuer Wertstoffhof entstehen.

Kaufbeuren – In einem „desolaten Zustand“ befinden sich die beiden Kaufbeurer Wertstoffhöfe in der Mindelheimer und der Liegnitzer Straße. Dieses Resümee zieht Christoph Mayer, der die Abteilung Entsorgung bei der Stadtverwaltung leitet.

In der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses wurde nun als Lösung vorgeschlagen, einen neuen Wertstoffhof zu errichten, der die Funktionen der bisherigen zwei Wertstoffhöfe bündelt. Dieser könnte auf dem Gelände der Kläranlage an der Buronstraße entstehen.

„Das Thema Abfall ist nicht sexy, aber systemrelevant“, leitete Mayer in der Sitzung die Angelegenheit ein. „In mehrerlei Hinsicht in einem desolaten Zustand“ seien beide Wertstoffhöfe: In der Mindelheimer Straße, wo rund 1.400 Anlieferungen pro Woche gezählt werden, entspreche dieser nicht mehr „den Standards einer derartigen Infrastruktureinrichtung“. Mitarbeiter wie Anlieferer seien beim nicht überdachten Wertstoffhof „jeder Witterung ungeschützt ausgesetzt“. Bei Regen, so Mayer, verwandle sich das Gelände in eine „Matschlandschaft, bei längerer Trockenheit in eine Staubwüste“. 

Gefährdung im Verkehr

Da eine Trennung des Anlieferverkehrs, und des Verlade- und Abholverkehrs außerdem nicht möglich sei, sorge dies regelmäßig für gefährliche Verkehrssituationen. Auch die Sanitäranlagen seien für die Mitarbeiter „nicht mehr zumutbar“. Ohnehin ein Provisorium sei der Wertstoffhof in der Liegnitzer Straße. Auch dort bestehe Mayer zufolge wegen der unübersichtlichen Einfahrt- und Parksituation sowie der beengten Verhältnisse eine hohe Unfallgefahr.

Rundhalle als Lösung anvisiert

Auf der Suche nach einer sauberen Lösung für die Müll-Problematik stellte sich die Frage, wo die neue Halle gebaut werden soll. Die mögliche Variante, das Bestandsareal in der Mindelheimer Straße zu erweitern, erwies sich als nachteilig, da hier laut Mayer umfangreiche Ummodellierungsarbeiten nötig wären. Eine Herausforderung würde außerdem die Interimslösung während der Bauzeit darstellen. 

Mayer sprach sich daher für den Bau des neuen Wertstoffhofes auf dem Gelände der Kläranlage aus, denn diese Lösung sei nicht nur deutlich kostengünstiger, sondern bringe auch erhebliche Vorteile mit sich: Die geräumige Rundhalle, in der die Sammelcontainer kreisförmig angeordnet werden, biete reichlich Platz, durch die räumliche Zusammenlegung mit der bestehenden Kläranlage stünden den Mitarbeitern sämtliche Sozial- und Sanitärräume zur Verfügung, Löschwasser sei in ausreichender Menge vorhanden und die Abfallberatung wäre direkt vor Ort. Auch müsste keine Interimslösung gefunden werden, da bis zur Eröffnung der Wertstoffhof in der Mindelheimer Straße weiter genutzt werden kann. 

Eine „gute Lösung“

Sowohl von der Kernstadt als auch von Neugablonz aus wäre der neue Standort außerdem gut erreichbar. Kosten würde der Bau nach einer ersten Ermittlung circa 2,8 Millionen Euro. Diese Variante mit der Schließung der beiden alten Entsorgungseinrichtungen stieß bei den Ausschussmitgliedern auf große Zustimmung. Auch aus Sicht von Baureferent Helge Carl habe man damit eine „gute Lösung“ gefunden – schließlich sei hier der „Leidensdruck hoch“ – und das nicht nur bei den Bürgern, sondern auch bei den Mitarbeitern, die ihren Dienst in einer Situation tun, die bisweilen „schwer zumutbar“ sei.

Mahi Kola

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