Corinna Malek stellt sich als neue Heimatpflegerin für Kaufbeuren vor

Neue Stadtheimatpflegerin

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In ihrer Position als Heimatpflegerin vermittelt Corinna Malek in Angelegenheiten rund ums Stadtbild.

Kaufbeuren – Nachdem die Stadt Kaufbeuren lange Zeit nach einem neuen Stadtheimatpfleger gesucht hat, ist mit der gebürtigen Kaufbeurerin Corinna Malek nun eine geeignete Kandidatin für die Position gefunden. Malek, die sich zuvor dem Stadtrat im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung vorgestellt hatte, konnte laut Oberbürgermeister Stefan Bosse durch ihre fachliche Qualifikation und Heimatverbundenheit als Bewerberin um das Amt überzeugen. Die offizielle Bestellung wird in der nächsten Sitzung am 17. Mai erfolgen.

Die Stelle, die Malek als Nachfolgerin des 2015 verstorbenen Anton Brenner antritt, ist Bosse zufolge eine, „die nicht nur mit Begeisterung verbunden ist, und wo man auch Kritik auf sich zieht“. Trotzdem ist Malek gut ausgerüstet, um die Position auszufüllen: nicht nur ist sie am Tänzelfestsamstag geboren und damit quasi „Ur-Kaufbeurerin“, sondern bringt auch eine Faszination für Geschichte und eine Verbundenheit zur Heimatstadt und den darin lebenden Menschen mit. Schon zu Schulzeiten weckten die Lehrer ihr Interesse an Geschichte. In Oberbeuren aufgewachsen, absolvierte sie in Augsburg ein Lehramtsstudium und machte 2014 parallel ihren Master in historischen Wissenschaften. Bei Bezirksheimatpfleger Dr. Peter Fassl ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig und hat am Ausstellungsprojekt „Mensch und Moor“ mitgewirkt, das 2014 im Bauernhofmuseum Illerbeuren zu sehen war und die Bedeutung der Moore sowie den Umweltschutzgedanken in den Vordergrund stellte. Außerdem arbeitete sie als Projektmitarbeiterin im Schlossführungsbetrieb.

2016 erschien ihre Publikation über die Entnazifizierung in Kaufbeuren, die sich mit dem Neuanfang und dem Schnitt nach dem zweiten Weltkrieg befasst – „es ist spannend zu sehen, wie die Kleinstadt sich in der Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte entwickelt hat“, so Malek.

In den Tätigkeitsbereich der Stadtheimatpflegerin fällt die fachliche Beratung, zum Beispiel in Anliegen der Denkmalpflege, Sichtung von Unterlagen und Bauprozessen vor Ort. Laut Baureferatsleiter Helge Carl ist sie dabei fachlich nicht gebunden, übernimmt aber die Rolle der Vermittlerin zwischen den Bürgern und Entscheidungsträgern in allem, was die Pflege des Stadtbilds betrifft.

Dass eine Stadt aus weit mehr als nur Gebäuden, sondern eben auch seinen Bewohnern besteht, ist Maleks Philosophie, die sie in ihrer Arbeit verwirklichen möchte.

So will sie den Austausch durch Städtepartnerschaften und Kulturleben fördern und die Besonderheit der „Doppelstadt Kaufbeuren“ mit der Neugablonzer Glas- und Schmuckarbeit herausstellen, indem beispielsweise das Gablonzer Haus als Veranstaltungsort stärker genutzt wird. Nicht zuletzt will Malek auf diese Weise „einen Beitrag zu meiner Heimatstadt leisten“.

von Mahi Kola

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